Google Pixel 4: Wenn die Gesichtserkennung zu gut funktioniert...

UPDATE
Das Google Pixel 4 hat eine schnelle Gesichtserkennung – und das ist ein Problem
Das Google Pixel 4 hat eine schnelle Gesichtserkennung – und das ist ein Problem(© 2019 Markus Mielek/Google LLC)

Update (21.10.2019, 15:16 Uhr): Google hat sich inzwischen gegenüber The Verge zu dem Problem geäußert. Künftig sollt ihr selbst entscheiden können, ob die Augen geöffnet sein müssen, damit die Gesichtserkennung das Pixel 4 entsperrt. Diese Option will der Suchmaschinenriese "in den nächsten Monaten" via Update nachreichen.

Ursprünglicher Artikel:

Das Google Pixel 4 (XL) verzichtet auf einen Fingerabdrucksensor. Stattdessen erwartet euch eine 3D-Gesichtserkennung. Diese ist laut Hersteller nicht nur sicher, sondern auch sehr schnell. Allerdings kann das auch zu einem Problem führen und eine Einladung für Taschendiebe sein.

Seit dem iPhone X setzt Apple mit Face ID bereits auf eine Gesichtserkennung. Auch Huawei bietet so eine Technologie bereits in einigen Smartphones an. Auf dem Google Pixel 4 findet ihr das Feature ebenfalls, doch die Entsperrung läuft offenbar deutlich schneller als bei der Konkurrenz.

Das Problem: Die Erkennung funktioniert laut BBC selbst dann, wenn eure Augen geschlossen sind. Wenn ihr schlaft, könnten Dritte also das Handy problemlos mit eurem Gesicht entsperren. Zum Vergleich: Damit Face ID Zugriff auf ein iPhone gewährt, müsst ihr die Augen geöffnet haben und aktiv auf das Smartphone schauen.

Vorteil für Diebe

Zusätzlich funktioniert die 3D-Gesichtserkennung des Google Pixel 4 auch dann, wenn ihr das Handy schräg oder über Kopf haltet. Das mag im Alltag praktisch sein, doch es vereinfacht auch den Diebstahl des Smartphones. Eine Person könnte euch das Pixel 4 entreißen, es vor euer Gesicht halten und mit dem entsperrten Gerät weglaufen. Egal ob ihr die Augen verschließt: Das Android-Smartphone wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit entsperrt. Auf die Gefahr weist Google im eigenen Support-Bereich auch selbst hin.

Es gibt allerdings einen Lockdown-Modus, der die Gesichtsentsperrung ausschaltet und euer Google Pixel 4 somit besser vor fremden Zugriffen absichert. Allerdings eignet sich dieser eher für eure Nachtruhe. Im Alltag wäre es immerhin unpraktisch, wenn ihr weder Gesichtsentsperrung noch Fingerabdrucksensor zur Verfügung habt.

Noch vor dem Release gelangten allerdings viele Fotos vom Google Pixel 4 ins Netz. Auf einem war wohl auch die Gesichtserkennung in Aktion zu sehen. Ursprünglich war es offenbar nötig, dass eure Augen zum Entsperren geöffnet sind. Anscheinend hat sich Google später gegen diese Voraussetzung entschieden. Es ist denkbar, dass die "Offene Augen"-Regel noch für Probleme gesorgt hat – und vorübergehend deaktiviert wurde, jedoch mit einem künftigen Update zurückkommt.


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