Google sammelt seit Anfang 2017 ungefragt Eure Standortdaten

Peinlich !5
Ob Ihr wollt oder nicht; Android-Smartphones und -Tablets senden (noch) Euren Standort an Google
Ob Ihr wollt oder nicht; Android-Smartphones und -Tablets senden (noch) Euren Standort an Google(© 2015 CC: Flickr/jasoneppink)

Viele von Euch mag es nicht stören, dass Euer Smartphone Euren Aufenthaltsort trackt. Und falls doch, lässt sich dies schließlich jederzeit abschalten – oder doch nicht? Eine Untersuchung hat offenbar ergeben, dass Android-Smartphones auch dann Standortdaten erfassen und an Google senden, wenn die Ortungsdienste eigentlich deaktiviert sind.

Seit Anfang 2017 senden Android-Smartphones mit Internetverbindung die Standorte in der Nähe befindlicher Mobilfunkmaste unabhängig von den von Euch vorgenommenen Datenschutzeinstellungen an Google. Dies bestätigte das Unternehmen auf Anfrage der Webseite Quartz, die nun über die Prozedur berichtete.

Google weiß, wo Ihr seid

"Im Januar dieses Jahres haben wir damit begonnen, die Mobilfunkzellenidentifikation als zusätzliches Signal auszuprobieren, um die Geschwindigkeit und Performance des Nachrichtenversands weiter zu verbessern", schrieb ein Google-Sprecher in einer E-Mail zu dem Vorfall. Allerdings sei die Mobilfunkzellenidentifikation nicht "verwendet oder gespeichert" worden. Außerdem habe das Unternehmen erste Schritte eingeleitet, um die Datensammlung zu beenden. Inwiefern die gesammelten Informationen tatsächlich zur Verbesserung des Nachrichtenversands beitragen könnten, sei laut Quartz unklar – ganz anders als die Auswirkungen auf den Datenschutz.

Denn durch die Kombination der Standorte mehrerer Mobilfunkmasten lasse sich vor allem in urbanen Regionen ziemlich genau analysieren, wo sich ein Smartphone beziehungsweise dessen Besitzer befindet. Abgesehen davon, dass nicht jeder möchte, dass Google ständig weiß, wo man sich aufhält, könnten auch Dritte an die Daten gelangen. Zwar sei deren Versand an Google verschlüsselt erfolgt. Dies schließe jedoch nicht aus, dass Hacker die Informationen abfangen könnten.

Die heimliche Standortabfrage sei nicht auf bestimmte Smartphones oder Tablets beschränkt, sondern betreffe sämtliche "modernen Android-Geräte" – selbst nach einem Reset auf die Werkseinstellungen und bei bestehender WLAN-Internetverbindung auch ohne eingelegte SIM-Karte. Abgesehen von der Trennung der Internetverbindung scheint es für Android-Nutzer aktuell keine Möglichkeit zu geben, die Standortabfrage zu unterbinden. Immerhin: Apps sollen keinen Zugriff auf die dadurch erfassten Daten haben.


Weitere Artikel zum Thema
Galaxy S9 Plus: Erste Details zum Update auf Android Pie
Guido Karsten
Mit Android Pie erhält das Galaxy S9 Plus auch  Version 10.0 der Samsung Experience-Benutzeroberfläche
Bis zur Veröffentlichung von Android Pie für das Galaxy S9 Plus dürfte es noch etwas dauern. Eine Testversion des Updates wurde aber schon gesichtet.
Gboard: Künf­tig könnt ihr die Google-Tasta­tur auf dem Display verschie­ben
Francis Lido
Gboard gibt es auch für iOS
Die aktuelle Beta von Gboard bietet ein sogenanntes "Floating Keyboard". Dieses könnt ihr nach Belieben verschieben oder in der Größe anpassen.
Erscheint das Google Pixel 3 auch in Pink?
Michael Keller
Der Nachfolger des Google Pixel 2 (Bild) könnte farbenfroh werden
So bunt soll das Google Pixel 3 werden: Im Internet sind Hinweise auf eine Version des Smartphones in Pink aufgetaucht.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.