Google Stadia ist wohl eher für Gelegenheitsspieler gedacht

Action-Rollenspiele wie "Assassin's Creed Odyssey" sollten auch dann noch spielbar sein, wenn es zu Latenzproblemen kommt
Action-Rollenspiele wie "Assassin's Creed Odyssey" sollten auch dann noch spielbar sein, wenn es zu Latenzproblemen kommt(© 2019 Google / YouTube)

Mit Google Stadia möchte der Suchmaschinenriese die Ära des Spiele-Streamings einläuten. Durch die Technologie wird es möglich sein, grafisch anspruchsvolle Spiele auf Geräten wie Smartphones zu zocken, die eigentlich zu wenig Leistung dafür haben. Allerdings ist die Plattform wohl aktuell noch nicht für alle Arten von Spielern gedacht.

Spiele-Streaming mit Google Stadia hat einen unkalkulierbaren Faktor: Das Streaming selbst. TechCrunch konnte den Dienst bereits antesten. Gespielt wurde "Doom" von 2016 – ein sehr schneller Shooter. Beim ersten Test stockte offenbar das komplette Bild und wechselte zwischen unscharfer Darstellung und 4K-Auflösung. Controller-Eingaben wurden wohl erst eine halbe Sekunde später registriert. Erst nach einem Neustart des Systems lief der Titel flüssig. Und das ist der Grund, wieso sich nicht jedes Spiel für den Dienst geeignet sein dürfte – oder jede Art von Spieler.

Das Problem mit der Latenz

Für Einzelspieler-Titel wie "Assassin's Creed: Odyssey", "Doom" oder viele Rollenspiele könnte Google Stadia eine gute Lösung darstellen. Zum Teil müsst ihr bei diesen Spielen zwar schnell reagieren, doch es kommt nicht auf Millisekunden an und es dürfte auch nicht den Spielspaß trüben, wenn eure Eingaben vereinzelt deutlich langsamer das Game erreichen.

Bei Mehrspieler-Titeln oder Spielen wie "Bayonetta", "Devil My Cry 5" oder "Mortal Kombat 11" kommt es zum Teil hingegen auf besonders schnelle Reaktionen und Eingaben an. Hier kann es entscheidend für das Spiel sein, wenn der Stream einen kleinen Aussetzer hat und es zu einer Eingabeverzögerung kommt. Wer kompetitive Spiele zockt oder möglichst hohe Kombo-Punktzahlen erreichen will, sollte also vorerst bei der klassischen Konsole oder dem PC bleiben. Die Latenz von Stadia soll auch bei guter Verbindung in der Regel 70 bis 130 Millisekunden betragen.

TechCrunch hat Google Stadia allerdings nicht unter Laborbedingungen, sondern direkt über das WLAN eines Hotels getestet. Bei Hotel-WiFis kann es hin und wieder zu Einbrüchen in der Übertragungsgeschwindigkeit kommen – dennoch sei Doom teilweise problemlos spielbar gewesen. Wann Stadia erscheint und in Deutschland verfügbar ist, wissen wir noch nicht. Bis wir das Spiele-Streaming selbst testen können, dauert es womöglich also noch. Immerhin wissen wir bereits, wie viel Bandbreite der Dienst benötigt. Eine kurze Einführung in Stadia liefert euch das Ankündigungs-Video von Google:


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