Google streicht Stellen bei Motorola

Aufwärts gehen sollte es bei Motorola, doch bevor das Handy-Urgestein wieder für positive Schlagzeilen sorgen kann, will Google scheinbar erst einmal ordentlich aufräumen. 4.000 Stellen will der Internet-Riese bei Motorola streichen, das entspricht 20 Prozent der Arbeitsplätze bei dem Handy-Hersteller. Ein Drittel der Stellen, die wegfallen sollen, ist Medienberichten zufolge in den USA angesiedelt.

Google will Motorola Mobility sanieren

Google hatte Motorola Mobility (die Handy-Sparte von Motorola) für 12,5 Milliarden Dollar gekauft und will das angeschlagene Unternehmen jetzt wieder auf Kurs bringen. In den letzten Jahren musste Motorola in 14 von 16 Geschäftsquartalen Verluste einstecken. Der Stellenabbau ist jedoch nur ein Punkt auf der Liste, um Motorola wieder profitabel zu machen. Motorola Mobility wird sich außerdem aus den Märkten zurückziehen, die nicht profitabel sind. Auf der ganzen Welt gibt es derzeit 94 Motorola-Niederlassungen, auch von diesen soll ein Drittel geschlossen werden.

Und auch was das Produkt-Portfolio angeht, wird es Umstrukturierungen geben. Low Budget Smartphones sollen von Motorola nicht mehr hergestellt werden, außerdem will man das gesamte Portfolio bereinigen. 2011 hat Motorola 27 neue Geräte vorgestellt, das soll in Zukunft weniger werden. In Zukunft will man sich auf wenige Smartphones konzentrieren, die laut Motorola-Chef Dennis Woodside „cool“ und mit jeder Menge hippen Features ausgestattet sein sollen. Zu diesen Features soll unter anderem ein Akku gehören, der über mehrere Tage hinweg nicht neu aufgeladen werden muss oder Sensoren, die anhand von Stimmen erkennen sollen, wer sich gerade alles in einem Raum befindet. Zumindest ersteres dürfte ein Feature sein, das für viele Smartphone-Nutzer kaufentscheidend ist.

Branchenkenner sind sich noch unschlüssig

Ein Sparkurs ist bei Motorola sicherlich notwendig. Ob dieser Sparkurs jedoch den gewünschten Erfolg bringt, daran zweifeln Analysten und Branchenexperten noch. Denn der Smartphone-Markt wird dominiert von Samsung und Apple – und beide werden freiwillig keine Marktanteile abgeben. Die verbleibenden Marktanteile von derzeit rund 10 Prozent müssen die restlichen Hersteller wie HTC, LG, Nokia etc. und eben Motorola unter sich aufteilen.