Google und Twitter bringen Ägypten zurück ins Netz

Wie schon in Tunesien spielte das Internet auch in Ägypten anfangs eine wichtige Rolle bei der Koordination der Proteste. Um der Opposition die Kommunikation zu erschweren, hat das Regime von Präsident Mubarak den nordafrikanischen Staat vom Internet getrennt. Jetzt haben Google und Twitter den Dienst "Speak to tweet" vorgestellt, der den Menschen in Ägypten die Möglichkeit gibt, auch ohne Internetverbindung zu twittern.

"Speak to tweet" basiert auf der Technik des IT-Startups SayNow, das erst kürzlich von Google übernommen wurde. Die Präsentation des neuen Dienstes am Rande der Demonstrationen gegen den ägyptischen Diktator Hosni Mubarak sicherten Twitter und Google die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit.

Twitter per Telefon

Der neue Internetdienst setzt dabei auf das Telefon - die Leitungen sind zumindest derzeit noch frei. Mitteilungswillige Ägypter können eine von drei internationalen Telefonnummern anrufen und eine Nachricht hinterlassen.

Diese Sprachnachricht wird dann automatisch in eine Textnachricht umgewandelt und unter dem Tag #egypt mittels Twitter-Konto "speak2tweet" auf SayNow verlinkt. Außerdem können per Telefon bereits hinterlassene Nachrichten angehört werden.

Viele Tweets auch auf Englisch

Da die meisten der auf diesem Wege veröffentlichten Kurznachrichten in arabischer Sprache verfasst sind, haben sich Freiwillige zur Übersetzung bereiterklärt. Dadurch kann auch eine breite internationale Öffentlichkeit an den Geschehnissen in Ägypten teilhaben.

"Wir hoffen, dass der Dienst den Menschen in Ägypten hilft, trotz dieser schwierigen Zeit in Verbindung zu bleiben", heißt es in einem Blogeintrag von Ujjwal Singh, Gründer von SayNow, und AbdelKarim Mardini, Produktmanager bei Google für die Region Naher Osten und Nordafrika.

Hoffnung für die Opposition

Zwar rät Google, bei Telefonaten aus Ägypten grundsätzlich vorsichtig zu sein - das Risiko einer Telefonüberwachung ist gegeben. Doch davon lassen sich viele Oppositionelle nicht einschüchtern: "Speak to Tweet" erfreut sich steigender Beliebtheit.