Google will mehr Kontrolle über Android

Googles mobiles Betriebssystem Android ist gerade wegen seiner Offenheit so beliebt bei Smartphone-Herstellern und Nutzern. Doch nun fährt Google anscheinend eine neue Strategie was Android anbelangt. So müssen Hersteller, die Android nutzen wollen, anscheinend zukünftig Non-Fragmentation-Clauses unterschreiben. Google behält sich damit das Recht vor, Änderungen der Smartphone-Hersteller am Betriebssystem zu verweigern. Damit will Google die Fragmentierung der verschiedenen OS-Versionen eindämmen und für schnellere Updates sorgen.

Bisher hatten die Hersteller relativ freie Hand. So versieht HTC seine Smartphones zusätzlich mit der HTC Sense-Oberfläche, Samsung hat TouchWiz und Motorola nutzt die UI Motoblur. Gibt es eine neue Version von Android, passen die Hersteller zunächst ihre Nutzeroberfläche an diese neue Version an. Und das dauert. Bis ein Update dann beim Nutzer ankommt, können unter Umständen Monate vergehen. Gerade Motorola war mit dem Update des Milestone auf Android 2.2, das sich um Monate verzögert hatte, stark in die Kritik geraten. Dies soll mit den stärkeren Einschränkungen von Seiten Googles vermieden werden.

Jedoch befürchten Smartphone-Hersteller jetzt, dass sich die einzelnen Smartphone zu sehr gleichen und man sich so kaum mehr von Mitbewerbern abheben kann. Außerdem will Google mehr Kontrolle darüber haben, mit wem die Smartphone-Hersteller kooperieren. So soll es beispielsweise Verzögerungen beim Marktstart von Verizon-Geräten mit Android gegeben haben, weil diese Microsofts Bing als Suche nutzen und nicht Google.

Zukünftig wird also Chef-Entwickler Andy Rubin entscheiden, wie der Android-Quellcode verändert werden darf. Und nur wer sich an Googles neue Spielregeln hält, bekommt schon früh Zugang zu den neuesten Android-Versionen. Bleibt zu hoffen, dass die Smartphone-Hersteller dieses Spiel mitspielen und das nicht der Todesstoß für Android wird.