Googles Datenbrillen-Knigge: Seid keine Glassholes!

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Google Glass: Ohne Erlaubnis auch keine Aufnahme
Google Glass: Ohne Erlaubnis auch keine Aufnahme(© 2014 CURVED)

Sie werden im Auto von der Polizei angehalten oder filmen sich unter der Dusche. Geht es nach Google, dann sind einige der "Explorer" wahre Rowdies. Für diese "Glassholes" hat Google jetzt einen Knigge veröffentlicht.

Was hat die Tech-Branche nicht schon über Glass gezetert! Nach einer kurzen Welle der Begeisterung hatte es Google im vergangenen Jahr mit einer Welle der Empörung zu tun. Kaum waren die ersten Datenbrillen in den Händen der Entwickler und "Explorer" gelandet, erteilten erste Restaurants den Trägern schon Hausverbote.

Unterstützung gab es von einer Vereinigung namens “Stop the Cyborgs”, die als direkte Antwort auf Google Glass gegründet worden war. Die Macher haben das Ziel, eine Zukunft nicht-existenter Privatsphäre und unternehmerischer Kontrolle zu unterbinden. Dieses Manko hat auch schon die Kult-Comicreihe “Joy of Tech” thematisiert. In einem Comicstrip wird der Google-Glass-Besitzer anfangs noch bewundert. Doch die Bewunderung schlägt schnell um in Ablehnung.

Und während wir weiterhin auf den Verkaufsstart von Glass warten, sammelt Google weiterhin Negativschlagzeilen. So testet angeblich die die New Yorker Polizei den Einsatz zur Identifizierung von Straftätern. Ein Wearable als Mittel zur Fahndung nach Verdächtigen? Schlimmer kann's für die Datenbrille eigentlich nicht laufen. Als wäre das nicht genug, verurteilte ein US-Gericht eine "Glass"-Trägerin, weil sie die Datenbrille während der Fahrt genutzt hatte.

Kurzum: Das Image der Datenbrille ist schon vor dem offiziellen Launch arg ramponiert. Scheinbar wissen die Träger nicht, wie sie sich mit der Datenbrille zu benehmen haben. Das scheint zumindest Google zu glauben. Um gegenzusteuern, hat der Konzern am Mittwoch einen kleinen Benimmkatalog für seine "Explorer" veröffentlicht. Darin gibt sich der das Unternehmen ungewohnt defensiv.

Das dürfen "Glass"-Nutzer laut Google:

  • Die Welt erkunden und sich dabei nicht von der Technik auf der Nase ablenken lassen. Wir finden: Das ist leichter gesagt als getan.
  • Sprachbefehle nutzen. Google will, dass Ihr die Vorteile der Sprachsteuerung nutzt und beim Autofahren, auf dem Fahrrad oder in ähnlichen Situationen die Hände freihabt. Eine gute Sache. Allerdings muss sich dafür die Steuerung erst noch verbessern.
  • Um Erlaubnis fragen. Ja, es ist verlockend, eine Video- und Fotokamera auf der Nase zu haben, die per Augenzwinkern die Aufnahme startet. Aber missbraucht diese Macht nicht. Fragt erst, bevor Ihr Leute mit "Glass" ablichtet.
  • Sichert Euer Gerät ab. "Screen Lock" funktioniert auf "Glass" genau so wie auf Euren Smartphones. Nutzt das Feature, damit Eure Daten auch geschützt bleiben.
  • Immer an die Community denken. "Glass" kann laut Google nur besser werden, wenn sich die Community  auch aktiv einbringt.

Das dürfen "Glass"-Nutzer laut Google nicht:

  • Die Welt nur noch durch Glass betrachten. Mit anderen Worten: Wenn Ihr die ganze Zeit in das kleine Prisma glotzt, dürfte Euch recht schnell der Titel des Datenbrille-Depps sicher sein. Also: Einfach mal abnehmen, das Glass.
  • Glass besteht, wie der Name schon vermuten lässt, zu großen Teilen aus Glas. Also verzichtet bitte bei Extremsportarten darauf, die Brille zu tragen. Google hat wirklich keine Lust, Euch eine Augen-OP zu zahlen.
  • Wenn Ihr 1500 Dollar für eine Brille ausgegeben habt, müsst Ihr Euch die Fragen von Interessierten einfach gefallen lassen. Ganz ehrlich: Ihr habt es doch auch gewollt! Wenn Euch Leute aber während eines romantischen Abendessens von der Seite ansprechen, dann sorgt vor und lasst zu bestimmten Anlässen "Glass" einfach in der Tasche - dazu rät zumindest Google.
  • Seid keine "Glassholes": Ja, so nennt Google tatsächlich die "Glass"-Träger, die durch rüdes Verhalten auffallen. Als "Explorer" seid Ihr, ob Ihr wollt oder nicht, ein Botschafter dieses neuen Wearables. Und wie schon Peter Parker aka Spiderman von seinem Großvater einst beigebracht bekam: Mit großer Macht kommt große Verantwortung! Also: Seid nicht schnippisch und spart Euch die bösen Kommentare. Und wenn Euch jemand bittet, Glass auszuschalten, dann macht das auch. Schließlich haben die Menschen in Eurem Umfeld immer noch ein Recht am eigenen Bild.

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