Googles Liefer-Drohne: weiterhin viele Abstürze statt schneller Lieferungen

Project Wing: Der aktuelle Prototyp für einen Drohnenlieferdienst von Googles Mutterkonzern Alphabet
Project Wing: Der aktuelle Prototyp für einen Drohnenlieferdienst von Googles Mutterkonzern Alphabet(© 2016 Project Wing)

Alphabet, der Mutterkonzern von Google, plant für 2017 etwas ganz Großes: Eine Verkaufsplattform, die Bestellungen innerhalb von Minuten per Drohne zustellt. Doch so richtig will das mit dem unfallfreien Fliegen noch nicht klappen.

2012 wurde für das Projekt ein Drohnenteam zusammengestellt. Unter der Sparte "X" arbeitet das Team "Project Wing" daran, die Logistik des 21. Jahrhunderts auf ein neues Level zu heben. Denn später sollen Menschen auf der neuen Plattform ganz normal shoppen und sich Produkte für nur sechs Dollar Liefergebühr ein paar Minuten später per Drohne zustellen lassen.

Große Hürden bei der Entwicklung

Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, gab es schon bei der Entwicklung der Drohnen viele Probleme: Quadcopter sind nicht energieeffizient, denn ihr Akku hält schon ohne Paket nur 20 Minuten. Flugzeug-Drohnen können nicht in der Luft stehen und benötigen eine Startbahn, da sie nicht wie die Copter senkrecht starten können. Also wurde ein Hybrid aus beidem entwickelt. Der Prototyp war etwa einen Meter lang und wog acht Kilogramm.

Ein Prototyp der Lieferdrohne von Project Wings(© 2014 Youtube/Google)

Flüge, die in der Software-Simulation gut aussahen, sollen in der echten Welt gescheitert sein. Die Drohnen konnten sich nicht exakt an ihre Flugrouten halten, hatten Probleme beim Starten oder kamen durch einen Windstoß vom Weg ab. Das neue Drohnenmodell hat sich stark verändert. Es ist eher ein Katamaran, der aber dennoch senkrecht starten und landen kann. Doch auch wenn einige Probleme des Vorgängers durch die neue Bauweise behoben wurden, sei das Modell laut ehemaliger Mitarbeiter noch nicht die Lösung.

70 Prozent der Testflüge gehen schief

Mit dem Namen Hummingbird hat X bereits 75 Drohnen bei der Federal Aviation Administration (FAA), der Bundesluftfahrbehörde der USA, registrieren lassen. Doch auch dieses Modell soll sehr unzuverlässig sein. Ein ehemaliger Mitarbeiter sagte gegenüber dem WSJ, dass das Ziel darin bestand, 1.000 Flüge ohne Zwischenfälle zu absolvieren – doch mehr als 300 wurden nie absolviert. Stattdessen sind die Drohnen abgestürzt, haben ihre Route verloren oder wollten in Bäumen landen.

Im September wurde dann zum zweiten Mal eine Bestellung testweise ausgeliefert: Ein Burrito wurde von einem Foodtruck der Chipotle Mexican Grill Inc. über ein geschlossenes Feld zu Studenten gebracht, die etwa 30 Meter entfernt waren. Keine weite Strecke, aber immerhin kam der gefüllte Tortilla an. Im nächsten Jahr sollen die Test fortgesetzt werden, wenn von der FAA das Okay für Tests in den USA kommt. Übrigens: Konkurrent Amazon testet mit dem Startup Flirtey Inc. schon das Liefern von Pizzen in Neuseeland.


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