GoPro und das Warten auf eine 360-Grad-Action-Cam

Peinlich !15
Soll 2017 einen Nachfolger erhalten: GoPro Hero5 Black
Soll 2017 einen Nachfolger erhalten: GoPro Hero5 Black(© 2016 CURVED)

GoPro hat - Überraschung! - neue Kameras für das laufende Jahr angekündigt. Details verriet Nick Woodman, Geschäftsführer von GoPro, zwar nicht. Als wahrscheinlich dürften aber aktualisierte Versionen der GoPro Hero und der GoPro Hero Session gelten. Mit Blick auf die Negativmeldungen im vergangenen Jahr stellt sich die Frage: Reicht das?

2016 war kein gutes Jahr für den Action-Cam-Hersteller GoPro. Die Abwärtsspirale wollte schlicht nicht aufhören sich zu drehen: Angefangen bei schlechten Verkaufszahlen, einhergehend mit fallendem Aktienkurs und entsprechend enttäuschten Anlegern. Gefolgt von den verhaltenen Reviews zur Hero5 Black und der Hero5 Session, die beide nur noch im Mittelfeld unter den Action Cams mitmischen - trotz der hohen Anschaffungspreise. Und als hätte GoPro noch nach einer Gratisrunde gefragt, stürzt ausgerechnet ihr neues Prestige-Produkt, die Kameradrohne “Karma”, ins PR-Desaster. Eine falsch montierte  Batterieklappe ließ den Quadrocopter mitten im Flug aus der Luft fallen. Eine über 1000 Euro teure Bruchlandung für den Käufer und eine noch viel kostspieligere für GoPro - die Rufschädigung nicht mitgerechnet.

Im Frühjahr 2017 soll die Karma erneut abheben und dieses Mal, so die Hoffnung, auch am Himmel bleiben. Der Fehler ist ausgemerzt worden, darüber hinaus hat GoPro keine Veränderungen an der Drohne vorgenommen. Dabei wäre die Gelegenheit vielleicht gar nicht schlecht gewesen, um mit der starken Konkurrenz durch DJI und Parrot technisch gleichzuziehen. Denn für den gleichen Preis der Karma gibt es zum Beispiel die DJI Mavic Pro zu kaufen, die uns bereits im Herbst vergangenen Jahres überzeugte.

Blick nach vorne ...

Doch der einstige Pionier für Action Cams scheint derzeit nicht so abenteuerlustig und experimentierfreudig zu sein wie seine Kunden. Weder die im Herbst 2016 erschienenen GoPro Hero5 Black noch die Hero5 Session boten bis auf den Namen nennenswerte Alleinstellungsmerkmale. Im Vergleich bei Stiftung Warentest musste sich GoPro deshalb auch mit Platz 4 zufrieden geben. Sony zog gleich mit zwei Action-Cams an GoPro vorbei.

Nun gab Nick Woodman, Gründer und Geschäftsführer von GoPro, einen ersten Ausblick auf die kommenden Produkte. Ohne zu viel zu verraten, bestätigte er, dass neben neuem Zubehör unter anderem die GoPro Hero6 dieses Jahr erscheinen werde. Gleiches dürfte wohl für die Hero Session gelten. Nick Woodman:

“We can confirm there will be new cameras and other accessories released during the year and new camera namely being HERO6.”

… oder in alle Richtungen?

Wirklich überraschend kommt die Ankündigung nicht. Weitaus spannender bleibt die Frage, inwieweit GoPro sich den Themen “Virtual Reality” und “360 Videos” öffnet. Bislang bietet GoPro noch keine eigene Kamera-Lösung für diesen Bereich. Mithilfe des Omni-Rigs von GoPro lassen sich zwar 360-Grad-Videos aufnehmen, allerdings benötigt man dafür sechs GoPro-Kameras. Der stolze Preis des Omni: knapp 1700 Euro - ohne die Kameras wohlgemerkt.

Im Rahmen der CES 2017 hatte sich Woodman deshalb auch zu dem Thema geäußert, allerdings sehr vage und unverbindlich ausgedrückt. Er habe die Idee, so Woodman, einer GoPro mit Mehrfachlinse, mit der sich sphärische Aufnahmen erzeugen ließen. Ob hinter der Vision auch schon ein konkretes Produktkonzept steckt, ließ er offen. Sollte eine derartige GoPro erscheinen, so wäre es die ultimative GoPro, sagte er.

Angesichts des wachsenden Angebots - Samsung Gear 360, LG 360 Cam, Insta360 Nano und allein auf Kickstarter finden sich zahlreiche günstige Alternativen - wäre es für den einstigen Vorreiter höchste Zeit eine eigene 360-Grad-Kamera vorzustellen. Die neuen Versionen der beiden Standardmodelle sind längst keine Zugpferde mehr und der Name allein kein Kaufgrund. Darüber hinaus wäre eine 360-Kamera nicht nur eine zeitgemäße und sinnvolle Erweiterung des Produktportfolios, sondern auch des Kundenkreises. Und wenn die neue Kamera dann noch ohne technische Mängel und Rückrufaktion an den Start geht, sind alle zufrieden: die Aktionäre und die Kunden.


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