Großes Android Wear-Update: Angriff auf die Apple Watch

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Die App schlägt Euch vorhandene Emojis vor, die Eurer Zeichnung ähneln
Die App schlägt Euch vorhandene Emojis vor, die Eurer Zeichnung ähneln(© 2015 Google, CURVED Montage)

Großes Update, große Wirkung: Android Wear soll von Google laut einem Bericht von The Verge in den kommenden Wochen Wi-Fi-Unterstützung, eine Handschrift-Erkennung für schnelle Antworten per Emoji und einige weitere Extras spendiert bekommen. Dadurch könnte der Suchmaschinenkonzern Smartwatch-Modelle mit dem eigenen Betriebssystem im Kampf gegen die Apple Watch besser positionieren.

Googles kommendes Android Wear-Update kommt pünktlich zum Release der Apple Watch und beseitigt unter anderem einen Nachteil, den Geräte mit dem Mobile-OS gegenüber dem nahenden Wearable-Konkurrenten aus Cupertino haben: eine fehlende WLAN-Unterstützung. Smartwatches mit Android Wear sind für gewöhnlich auf die Bluetooth-Verbindung zu einem mitgeführten Smartphone angewiesen, damit ihr voller Funktionsumfang ausgeschöpft werden kann. Doch demnächst funken Googles Smartwatches auch über WLAN.

Freie Android Wear-Auswahl: Bluetooth oder WLAN

Für den alltäglichen Gebrauch bedeutet dies, dass Android Wear-Nutzer ihr Smartphone auch im Auto oder zu Hause lassen können, da sich die Smartwatch unterwegs auch über WLAN mit dem Internet verbinden und auf diesem Wege mit Eurem Smartphone abgleichen kann. Natürlich muss dafür unterwegs erst einmal ein WLAN verfügbar sein. Bei Freunden, im Fitness-Studio oder in einem Café könnte die Funktion aber wirklich praktisch sein. Inwiefern sich eine WLAN-Verbindung allerdings auf die Akku-Ausdauer der jeweiligen Smartwatch auswirkt, bleibt abzuwarten. Generell ist der Stromverbrauch wesentlich höher als bei einer Bluetooth-Verbindung.

Das Feature für die mobile Unabhängigkeit wird allerdings nur bei bestimmten Android Wear-Uhren funktionieren: Dabei ist Google auf die Hersteller angewiesen, die ihre Smartwatches mit den entsprechenden Komponenten ausstatten müssen. Zu den Modellen, die bereits über solche Bauteile verfügen, zählen beispielsweise die Sony Smartwatch 3, die LG G Watch Urbane und die Samsung Gear Live. Ob Sony, LG und Samsung das Feature für ihre Uhren nutzbar machen werden, ist bisher noch nicht bekannt.

Malt einen Emoji als Antwort

Android Wear
Android Wear(© 2015 Google)

Ebenfalls zum Teil von Android Wear wird ein Aspekt von Googles erst kürzlich veröffentlichter App zur Erkennung Eurer Handschrift. Damit könnt Ihr auf Eurem Smartphone neuerdings ein Emoji mit dem Finger zeichnen und die App schlägt Euch vorhandene Emojis vor, die Eurer Zeichnung ähneln. Auch Android Wear soll dieses Feature bekommen, so dass Ihr direkt auf Eurer Smartwatch in Kürze mit einer schnellen Zeichnung antworten könnt.

Die Technik erinnert natürlich etwas an die Scribbles der Digital Touch-Funktionen der Apple Watch, allerdings verbindet Google in seinem neuen Update die Handschrift-Erkennung mit der Emoji-Datenbank und beschleunigt so die Auswahl aus den vorgefertigten Emojis. Auf der Apple Watch könnt Ihr Scribbles malen und versenden, oder Ihr wählt ein Emoji aus einer Vorauswahl oder aus dem Gesamtkatalog aus – die beiden Funktionen sind also voneinander getrennt.

Mehr Freiheiten für App-Entwickler und berührungslose Steuerung

Android Wear
Android Wear(© 2015 Google)

Eine weitere Änderungen, die mit dem nahenden Update Einzug halten, soll Entwicklern von Apps für Android Wear mehr Freiheiten einräumen: So will Google den Codern beispielsweise nun erlauben, ebenfalls den Energiesparmodus zu nutzen und so simple Informationen direkt und in Schwarz-Weiß auf dem Bildschirm anzuzeigen. Dies könnte gerade bei der Verwendung von Musik- und Fitness-Apps für mehr Komfort sorgen, da für diese Anzeigen keine Wischgeste über das Display nötig ist.

Ein Feature, das sch sicherlich erst im Test beweisen muss, ist zudem eine neue Möglichkeit zur Steuerung: Sie soll es Euch erlauben, Karten innerhalb von Android Wear weiter auszuklappen, indem Ihr Euer Handgelenk einmal zu Euch dreht. Möchtet Ihr hingegen wieder eine Karte zurückspringen, kippt Ihr Euer Handgelenk einmal in die andere Richtung.

Wir sind gespannt, wie die berührungslose Steuerung und auch die anderen Features sich in der Praxis schlagen werden, und ob der Nutzen der Funktionen vom jeweiligen Modell der Smartwatch abhängig sein wird. Mit einem Rollout des Updates ist in den kommenden Wochen zu rechnen. Was denkt Ihr über die Neuerungen, mit denen Google sein Wearable-Betriebssystem ausstatten möchte?


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