Gut Ding will Weile haben: Facebook verschiebt Börsengang

So ein Börsengang will gut geplant und keine Hau-Ruck Aktion sein. Das dachte sich wohl auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Zwar war der Gang an die Börse für das größte soziale Netzwerk noch nicht offiziell angekündigt worden, Experten rechneten jedoch für Anfang 2012 damit. Und nun berichtet die Financial Times, dass der Börsengang frühestens Ende 2012 über die Bühne gehen soll.

Als Grund nennt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg laut der FT, dass die Mitarbeiter sich länger auf die Produktentwicklung konzentrieren sollen statt auf die Verkäufe ihrer Anteile, vor allem im Hinblick auf neue Produkte, die für Sommer 2012 geplant sind. Zwar liegt die Vermutung nahe, dass der verschobene Börsengang auf die wirtschaftlichen Turbulenzen an den Aktienmärkten zurückzuführen ist, doch im Falle von Facebook sei dem nicht so.

Ewig verschieben lässt sich der Börsengang wohl ohnehin nicht, denn amerikanische Unternehmensregeln sehen vor, dass eine Firma mit mehr als 500 Anteilseignern ihre Unternehmenszahlen in einem Initial Public Offering (IPO) offenlegen muss – somit dürfte der Gang an die Börse über kurz oder lang unausweichlich sein, denn mit der Beteiligung von Goldman Sachs ist die Grenze überschritten.

Der verschobene Börsengang verschafft Mark Zuckerberg jetzt noch etwas Zeit, um eine Erklärung zu finden, die es rechtfertigt, den Unternehmenswert beim Börsengang auf 100 Milliarden Dollar festzulegen – genau das strebt Zuckerberg nämlich an. Geht man von Beteiligungsverkäufen an private Investoren aus, läge der Wert heute bei rund 60 bis 70 Milliarden Dollar. Und selbst damit dürfte der Börsengang einer der größten der vergangenen Jahre, wenn nicht gar überhaupt werden. Zum Vergleich: Google erzielte beim Börsengang im Jahr 2004 einen Unternehmenswert von 23 Milliarden Dollar.