Hacken für den guten Zweck

Wer möchte nicht gerne einmal die Welt verbessern? Beim Random Hack of Kindness (RHOK) haben Hacker weltweit genau das getan. Am vergangenen Wochenende trafen sie sich in Berlin, Bogota, Seattle, Aarhus, Toronto und Melbourne um Software-Lösungen zu programmieren, die zwar nicht die Probleme der Welt lösen, unseren Planeten aber ein kleines bisschen besser machen.

Hacken darf in diesem Fall nicht gleichgesetzt werden mit dem illegalen Eindringen in fremde Computernetze – so wird der Begriff landläufig gebraucht. Eigentlich heißt „hacken“ aber nichts anderes als programmieren. "Hacken bedeutet, innovative, besonders intelligente Lösungen für besonders komplexe Probleme zu finden." So erklärt es Anke Domscheit-Berg, die den Wettbewerb mitorganisiert hat.

Der Wettbewerb Random Hacks of Kindness findet seit 2009 zweimal jährlich statt. Bislang ging es dabei darum, humanitäre Einsätze in Katastrophengebieten zu unterstützen. Seit 2011 sollen humanitäre Projekte generell unterstützt werden. So hat beispielsweise der englische Hacker David Owens für das Projekt Wheelmap programmiert. Die Anwendung zeigt Rollstuhlfahrern auf einer Karte, wo sie ohne Schwierigkeiten durchkommen und wo sie mit Hindernissen rechnen müssen.

Ein anderes Entwickler-Team arbeitet für den Berliner Innensenat eine Anwendung aus, die in einer Krisensituation schnell und unkompliziert die Mitarbeiter darüber informiert und zusammenruft. Bisher fehlte für solch ein Projekt nicht nur das Geld, sondern auch die Serverkapazität und vor allem das Know-How. Und das bringen die Hacker mit, zusammen mit einer großen Portion Enthusiasmus.

Der RHOK ist ein vorbildliches Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Zivilgesellschaft. Und wie es scheint, nimmt jeder davon etwas mit: Die Behörden freuen sich, dass ihre Probleme gelöst werden und die Hacker können mit Ihrem Wissen, Ihrem Können und Ihrer Zeit, die sie dafür opfern die Welt doch ein kleines bisschen besser machen.