Hacker legen Sony-Netz lahm: Ist Nordkorea beteiligt?

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Nordkorea sieht den Film The Interview als terroristischen Akt
Nordkorea sieht den Film The Interview als terroristischen Akt(© 2014 YouTube.com / Sony Pictures Entertainment)

Drohgebärden aus Nordkorea werden längst nicht immer ernstgenommen. Wenn ein Film wie The Interview aber das Regime in Pjöngjang verulkt, dort als „kriegerischer Akt“ aufgefasst wird und kurz vor dem Debut plötzlich Sonys Netzwerke gehackt werden – dann ruft der Vorfall Sicherheitsberater auf den Plan.

Im Film The Interview ist alles ganz einfach: Kim Jong-un, der moppelige Diktator aus Nordkorea, soll während eines Talks in einer TV-Show von den beiden Produzenten (gespielt von James Franco und Seth Rogen) im Auftrag der CIA abgemurkst werden. Pjöngjang ließ bereits von offiziellen Sprechern im Juni verlauten, dass man die Komödie als „mutwilligen Akt des Terrors“ einstuft. Klar, im Falle einer Leinwandvorführung müssen die USA mit einer „entschiedenen und erbarmungslosen Reaktion“ rechnen.

Und jetzt, wenige Wochen vor dem Erscheinen des Films, haben Hacker das Netzwerk von Sony Pictures Entertainment gestört, berichtet Reuters und beruft sich dabei auf re/code. Dass der Angriff auf die Kappe von Nordkorea ginge, sei derzeitig nicht auszuschließen. UN-Gesandte der nordkoreanischen Delegation seien bisher für eine Stellungnahme nicht erreichbar gewesen, heißt es.

Schwarze Bildschirme, rote Totenschädel – eine effektive Cyber-Attacke

Die Systeme von Sony Pictures sind bereits am Montag ausgefallen. Die Posteingänge der Mail-Software mussten einem roten Totenschädel auf schwarzem Hintergrund weichen. „Hacked By #GOP“ – eine Nachricht der „Guardians of Peace“, schreibt die Los Angeles Times. Die Hacker drohten damit, interne Daten von Sony-Servern zu stehlen. Jetzt sind die Sicherheitsbehörden am Zug. Der Fall wird untersucht, ein Cyber-Angriff aus Nordkorea – vielleicht mit Hilfe chinesischer Hacker – ist nicht ausgeschlossen. Sony-Mitarbeiter waren am Samstag per E-Mail nicht erreichbar. Wer auf elektronischem Weg Kontakt suchte, bekam eine automatisch generierte Antwort, mit der Bitte, die Angestellten wegen einer „technischen Störung“ telefonisch zu kontaktieren. Die Geschichte klingt verrückt und bedrohlich zugleich. Dennoch dürfte es sich auch um die wohl beste Werbung für den Film The Interview handeln.


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