Handys: Weniger Giftstoffe, aber noch zu viele

Ist es nun eine gute Nachricht, die uns da von ifixit und der US-Umweltschutz-Organisation Ecology Center erreicht, oder eine schlechte? Wir sind uns noch nicht ganz sicher, darum überlassen wir die Entscheidung jedem/jeder Einzelnen von euch. 36 Handys wurden auf Giftstoffe untersucht, mit dem Ergebnis, dass kein einziges frei von den schädlichen Substanzen ist. Allerdings fördert die Untersuchung auch zu Tage, dass heute schon deutlich weniger Giftstoffe in Handys enthalten sind als noch vor einigen Jahren.

36 Handys in Einzelteile zerlegt

Die Experten zerlegten für den Test 36 Handy-Modelle in ihre Einzelteile und untersuchten sie auf Inhaltsstoffe wie Blei, Quecksilber, Brom, Chlor, Kadmium, Zinn, PVC und gesundheitsschädliche Flammschutzmittel. Mit Hilfe von Röntgen-Fluoreszenzmessung wurden die Handys auf Schadstoffe untersucht. Die wenigsten Giftstoffe enthält demnach das Motorola Citrus (bei uns nicht erhältlich), gleich darauf folgt das iPhone 4S. Das iPhone 5 schafft es auf Platz 5, das Samsung Galaxy S3 auf Platz 9 (wobei viele der Geräte in Europa nicht erhältlich sind). Am schlechtesten schnitt das iPhone 2G ab. Der Hersteller, der durchschnittlich betrachtet die wenigsten Schadstoffe in seinen Handys verbaut ist der Untersuchung zufolge Samsung. Apple hat im Laufe der Zeit die beste Entwicklung in Sachen weniger Schadstoffe hingelegt.

Weniger Schadstoffe sind immer noch zu viel

Das ist einerseits natürlich eine gute Nachricht, denn die Giftstoffe, die in unseren Handys schlummern, werden schließlich weniger. Allerdings ist weniger zwar an sich ein Schritt in die richtige Richtung, aber eben noch nicht genug. Dabei muss sich jetzt zunächst einmal niemand Sorgen um seine Gesundheit machen, weil er ein Handy nutzt. Die in den Geräten enthaltenen Substanzen sind weniger beim Gebrauch als viel mehr bei der Herstellung der Handys sowie bei der Entsorgung ein Problem.

Entsorgung als größtes Problem

Schon bei der Extrahierung bestimmter Mineralien entstehen Schadstoffe, gleiches gilt für die Verarbeitung. Das größte Problem dürfte aber die Entsorgung von Handys darstellen. Denn nur acht Prozent der ausgedienten Handys werden fachgerecht entsorgt. Landet ein altes Handy hingegen auf der Mülldeponie oder in der Müllverbrennungsanlage, so gelangen die Giftstoffe auf diesem Weg nicht nur in die Luft, sondern auch in unser Trinkwasser. Hierzulande mag das noch nicht ganz so schlimm sein, da wir eine relativ gute Trinkwasser-Aufbereitung haben. 60 bis 80 Prozent des Elektronikmülls endet jedoch in Ländern wie China, Indien oder den Philippinen, wo die Aufbereitung des Elektroschrotts und des Trinkwassers eben nicht so gut geregelt ist wie bei uns, um es mal einfach auszudrücken. Und daher sind die Schadstoffe in Handys gerade dort auch so gefährlich, sie können gravierende gesundheitliche Schäden verursachen. Das tun sie auch dann noch, wenn es pro Handy weniger Giftstoffe werden. Die Entwicklung geht demnach in die richtige Richtung, sie muss jedoch weiter vorangetrieben werden.

Wir sind also durchaus auf einem guten Weg in Sachen Giftstoffe in Handys, was sicherlich auch mit dadurch bedingt wird, dass in den Industrienationen das Umweltbewusstsein steigt und die Umweltverträglichkeit von Produkten für viele Käufer eine immer wichtigere Rolle spielt. Am Ziel sind wir jedoch noch lange nicht.