HDR-Fotografie mit Android

Smartphones werden heutzutage in der Regel mit recht guten Kameras ausgestattet. Es gibt mittlerweile kaum noch Neugeräte, die mit einer Kamera unter 5 Megapixeln angeboten werden. Bei einigen Smartphones sind die Kameras so gut, dass Nutzer auf eine Standard-Digitalkamera verzichten und die Smartphone-Kamera vorziehen.

Der Begriff "Fotografie" ist jedem bekannt. In diesem Artikel möchte ich aber näher auf die HDR-Fotografie eingehen und folgende Fragen beantworten:
Was ist HDR-Fotografie und was bedeutet das HDR eigentlich?

Der Begriff "HDR"

HDR ist eine Abkürzung für "High Dynamic Range", was soviel heißt wie "hoher Dynamikumfang" oder "Hochkontrast".

Wenn man ein Foto von einem Objekt macht, dann misst die Kamera die Helligkeit des Objektes und stellt daraufhin die Belichtungszeit automatisch ein. In der Regel ist das ein goldener Mittelschnitt der Belichtung im nahen Objektumfeld. Das Bild sieht dann so aus, dass einige Bereiche sehr dunkel oder sehr hell sind. Es fehlt hier also die Belichtungsdynamik im Bild.

Die HDR-Technik

Die HDR-Technik dient dazu, die oben genannte Belichtungsdynamik zu schaffen, die in einem Standard-Foto nicht erreicht werden kann. Bei der HDR-Fotografie macht man also eine Serie von Bildern mit verschiedenen Belichtungen vom gleichen Objekt. So erhält man das gleiche Objekt in verschiedenen Helligkeitsstufen und mit verschieden besser belichteten Bereichen.

Daraus ergibt sich auch sehr schnell die Grenze der HDR-Fotografie: HDR wird fast nur bei unbeweglichen Objekten angewandt. In der Regel werden Belichtungsserien von drei bis zwölf Bildern gemacht.

Die HDR-Aufbereitung

Da jedes digitale Foto sogenannte EXIF-Daten besitzt, also Informationen zum jeweiligen Bild in der Bilddatei gespeichert werden, kann eine geeignete Software durch einen speziellen Algorithmus alle Bilder einer Belichtungsserie zu einen Bild zusammenfügen. Eine Entwackelungsautomatik gleicht dabei auch kleinere Differenzen in den Bildern aus, wenn der Fotograf also etwas gewackelt hat oder nicht exakt den gleichen Blickwinkel benutzte..

HDR mit Android

Auch Android-Smartphones und -Tabs können solche HDR-Aufnahmen machen. Dazu ist lediglich eine entsprechende Software aus dem Android-Market erforderlich.

Für diesen Bericht habe ich die Android-App HDR verwendet.

Als Einstellung wählte ich eine Serienanzahl von 3 Bildern. Diese Anzahl reicht voll und ganz für schon beeindruckende Fotografien aus. Der Vorteil von 3 Bildern ist, dass die Verarbeitung der einzelnen Bilder im zeitlichen Rahmen bleibt.

Zur Demonstration der HDR-Technik habe ich drei verschiedene Geräte (BASE lutea, BASE lutea 2, BASE Tab) verwendet und jeweils das gleiche Objekt mit und ohne HDR fotografiert.

HDR mit dem BASE lutea

Die hier rechts zu sehende Aufnahme wurde ohne HDR gemacht und nicht weiterbearbeitet. Es handelt sich also um ein ganz normales Foto des BASE lutea. Man sieht deutlich, dass auf dem Foto die Wolken, Autos und Häuser wie in einem leichten "Nebel" wirken.

 

 

 

 

 

Die nächste Aufnahme wurde mit HDR gemacht. Wie in den Einstellungen konfiguriert, hat die Software drei Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungen gemacht und danach zusammengefügt. Der Gesamteindruck des Bildes ist klarer als bei der normalen Fotografie. Der Eindruck ist aber, dass das Bild trotzdem nicht optimal ist.

 

 

 

HDR mit dem BASE lutea 2

Den gleichen HDR-Testablauf habe ich dann mit dem neuen BASE Lutea 2 gemacht. Auch hier ist das erste Bild ohne HDR gemacht.

Etwas überraschend ist, dass die Aufnahme gegenüber dem BASE lutea abfällt, obwohl die im Gerät verbaute Kamera besser ist. Aber besonders bei der Farbdarstellung ist die Aufnahme des BASE lutea besser als beim BASE lutea 2.

 

 

 

Wird aber HDR eingesetzt, sieht die gleiche Aufnahme schon sehr viel besser aus.
Die Farben kommen im Vergleich zum vorherigen Bild richtig zur Geltung und das gesamte Bild entspricht fast der Qualität des menschlichen Auges.

Es kommt aber noch besser.

 

 

 

HDR mit dem BASE Tab

Der letzte Test-Kandidat ist das BASE Tab, das mit einer nicht allzu hochwertigen 3-MP-Kamera ausgestattet ist. Ich nehme das Ergebnis aber bereits vorweg: Das BASE Tab ist der eindeutige Sieger in meinem HDR-Test..

Die erste Aufnahme ist wie gewohnt, wieder ohne den Einsatz von HDR gemacht worden. Die Aufnahme ist, ähnlich wie beim BASE lutea 2, ähnlich bescheiden. Statt natürlicher Farben dominieren Brauntöne, was das Bild etwas altertümlich wirken lässt.

 

 

 

Das letzte Bild der HDR-Testreihe ist gleichzeitig das beste: Die HDR-Aufnahme des BASE Tab. Auf dem Bild sind viele Details, speziell die beiden Papierschnipsel unten rechts, sehr gut zu sehen. Die Farben wirken kräftig und natürlich. Sowohl der Kontrast, als auch die Sättigung des Bildes sind stimmig und alles in allem ist diese Aufnahme von allen Bildern eindeutig die beste.

 

HDR im Internet

Wer Gefallen an der HDR-Fotografie gefunden hat und sich nun intensiver in das Thema HDR-Fotografie einlesen möchte, kann einfach den Begriff "HDR" googlen und ein wenig durch die mehr als 5 Millionen Ergebnisse, darunter auch viele Bilder, stöbern.