Glass-Konkurrent Lumus macht Brillenglas zum Display

Google Glass sieht nicht wirklich nach einer herkömmlichen Brille aus – nicht zuletzt das recht auffällige Prisma über dem rechten Auge enttarnt das Gerät als High-Tech-Gadget. Bei Datenbrillen mit der Technologie des israelischen Unternehmens Lumus muss das nicht so sein: Sie verzichten auf das Prisma und nutzen die Brillengläser selbst als Display.

Was bei Google Glass äußerlich über dem rechten Auge als recht dickes Prisma angebracht ist, baut Lumus direkt in die nur 1,6 Millimeter dünnen, durchsichtigen Gläser seiner Datenbrillen ein. Für die Augmented-Reality-Einblendung sind in den Linsen selbst mehrere Prisma-Reihen eingelassen, die das Display-Sichtfeld gegenüber Google Glass von 15 auf 25 Grad vergrößern. Ansonsten ähnelt der bereits auf der diesjährigen CES im Januar gezeigte Prototyp Lumus DK-40 der Bauweise von Google Glass: Auf der rechten Seite sind der Computer und eine Kamera eingelassen, hinter dem Ohr versteckt sich der Akku.

Das Gerät bringt 640 x 480 Pixel auf das rechte Brillenglas. Ein Modell mit zwei Prisma-Linsen namens DK-32 ist ebenfalls in Entwicklung und bringt HD-Auflösung auf 40 Prozent des Sichtfeldes. Bedient werden mit Android 4.1.2 laufenden Geräte über eine passende Smartphone-App, aber auch eine Gestensteuerung unter Rückgriff auf die eingebauten Bewegungssensoren und die 5-Megapixel-Kamera soll möglich sein.

Keine Kampfansage an Google Glass – zumindest vorerst

Auch wenn die Macher dabei auf ihr Know-How aus der Militärtechnologie setzen, sind die Wearables nicht zwingend eine Kampfansage an Google Glass – zumindest nicht seitens Lumus selbst. Das Interesse des Unternehmens gilt vielmehr der Vermarktung seiner Technik an Dritthersteller. Die selbst hauseigenen Datenbrillen sind nicht zwingend für Endverbraucher gedacht, sondern verstehen sich eher als Entwickler-Kits. Ob je Datenbrillen von Lumus selbst frei auf dem Markt erhältlich sein werden, ist fraglich.

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