„Hochgradig unprofessionell“ - Facebook und der Datenschutz

Sechs Stunden dauerte das Treffen zwischen Max Schrems und Richard Allen. Max Schrems ist Jurastudent aus Österreich und trat stellvertretend für eine österreichische Gruppe von Facebook-Kritikern, Europe vs. Facebook, in den Ring. Richard Allen ist der für Europa verantwortliche Vertreter Facebooks.

Sechs lange Stunden wurde geredet, diskutiert und verhandelt. Am Ende aber kam kein so wirklich brauchbares Ergebnis heraus. Zwar versprach Richard Allan im Namen von Facebook, dass bis Ende März bereits erste Verbesserungen umgesetzt werden sollen, doch nannte er das soziale Netzwerk auch „einen großen Öltanker, der sich langsam in die richtige Richtung bewegt“.“

Drei Punkte kritisiert Max Schrems vorrangig an Facebook: Zum einen der Umgang mit gelöschten Daten, die sich im Nachhinein als gar nicht gelöscht herausstellen, zum anderen geht es um die Zustimmung zur Datennutzung. Hier sieht der Jurastudent eine Neuinterpretation der europäischen Gesetze durch Facebook. Er fordert ein Opt-In-Verfahren statt des bisher eingesetzten Opt-Out-Verfahrens: So lange ein Nutzer nicht ausdrücklich widerspricht, stimmt er der Datennutzung zu, aber eigentlich sollte es genau anders herum sein.

„Hochgradig unprofessionell“ nennt Schrems das Verhalten und die Richtlinien von Facebook. „In deren Richtlinien stehen Dinge, die ihnen jeder erstsemestrige Student streichen würde,“ meint der angehende Jurist. Er strebt weiterhin an, dass die Datenschutzbehörde in Irland endlich eine verbindliche Entscheidung zu diesem Thema trifft. Die Behörde in Irland deswegen, weil die europäische Tochtergesellschaft von Facebook in Irland ihren Sitz hat.