Hotel stört Hotspots seiner Gäste: 600000 Dollar Strafe

Unfassbar !9
Kein Zugang: Mit der richtigen WLAN-Technik lassen sich andere Netzwerke stören
Kein Zugang: Mit der richtigen WLAN-Technik lassen sich andere Netzwerke stören(© 2014 CC: Flickr/JaseCurtis)

Dem Gaylord Opryland Hotel im US-amerikanischen Nashville, Tennessee, wurde von der Funkbehörde FCC eine satte Strafe auferlegt: 600.000 Dollar soll die Hotelkette Marriott, zu der das Gaylord Opryland gehört, bezahlen, weil private WLAN-Hotspots der Gäste mittels der Hoteleigenen Netzwerktechnik gestört wurden.

Aufmerksam wurde die FCC auf den Fall durch eine anonyme Beschwerde, laut der das Hotel im Bereich für Messen und Veranstaltungen absichtlich fremde WLAN-Netzwerke störe. Aufgrund dieses Vorgehens könne kein Gast mittels eines eigenen WLAN-Hotspots eine private Internet-Verbindung bereitstellen, so dass stattdessen sündhaft teure Zugänge zum Hotel-WLAN erworben werden müssten. Laut PCMag sollen diese pro angemeldetem Gerät zwischen 250 und 1000 US-Dollar gekostet haben.

Störvorrichtungen sind nicht unüblich und von der FCC zugelassen

Natürlich wird nun heiß diskutiert, ob das Hotel die Störfunktion aktiviert hat, um den Absatz an hochpreisigen WLAN-Zugängen zu erhöhen. Interessant ist aber auch ein anderer Punkt: So berichtet PCMag, dass Störvorrichtungen dieser Art nicht selten zu den Sicherheits-Features professioneller WLAN-Ausrüstung dazugehören und auch in Privatfirmen, Krankenhäusern und auf Uni-Geländen eingesetzt werden. Auf diese Weise kann beispielsweise verhindert werden, dass Übeltäter offiziell klingende und offene Funknetze aufbauen, um von nichtsahnenden Nutzern private Daten zu stehlen, sobald diese sich verbunden haben. Hinzu kommt, dass solche Geräte für den Verkauf offiziell von eben der Funkbehörde freigegeben werden müssen, die nun wegen ihres Einsatzes gegen das Gaylord Opryland ermittelt hat, nämlich von der FCC.

So dreist die Kombination aus Störfunk und hochpreisigen WLAN-Zugängen auch klingen mag: Die Regelung der FCC dafür, wann ein zugelassenes Störfunk-Feature aktiviert werden darf und wann nicht, scheint nicht ganz klar definiert.


Weitere Artikel zum Thema
Der neue Snap­dra­gon 636 ermög­licht 2:1-Displays in Mittel­klasse-Smart­pho­nes
Jan Johannsen
Der Snapdragon 636 ermöglicht 2:1-Displays in Mittelklasse-Smartphones. Das LG Q6 musste noch mit einem Snapdragon 425 auskommen.
Der Snapdragon 636 ist schneller als sein Vorgänger. Wichtiger ist aber, dass er Displays im 2:1-Format in Mittelklasse-Smartphones ermöglicht.
Galaxy S9: Release könnte sich wegen 3D-Front­ka­mera verzö­gern
Christoph Lübben
Das Galaxy S9 könnte dem Galaxy S8 (Bild) optisch ähneln, jedoch eine 3D-Kamera in der oberen Leiste erhalten
Nun behauptet eine weitere Quelle, das Samsung eine 3D-Frontkamera im Galaxy S9 verbauen könnte. Allerdings könnte dies zu Lieferproblemen führen.
Smart­phone-Specs erklärt: Was die Fach­be­griffe eigent­lich bedeu­ten
Stefanie Enge1
Was bedeuten die einzelnen Bauteile in einem Smartphone und wie gehören sie zusammen?
In einem Smartphone steckt eine ganze Menge Technik. Doch was genau bedeuten eigentlich die Angaben zu CPU, GPU, RAM und Co? Ein Überblick.