Microsoft-Schnüffelei: Provider dürfen Eure Mails lesen

Microsoft, Apple und andere Email-Provider behalten sich das Recht vor, in den Postfächern der User zu schnüffeln.
Microsoft, Apple und andere Email-Provider behalten sich das Recht vor, in den Postfächern der User zu schnüffeln.(© 2014 CURVED)

Die großen Tech-Konzerne behalten sich bei ihren Email-Diensten das Recht vor, die Postfächer zu durchsuchen, wenn die Sicherheit des Unternehmens gefährdet ist. 

Ein französischer Blogger hat von einem Microsoft-Mitarbeiter interne Infos zu Windows 8 erhalten. Microsoft wusste das, weil der Konzern Verdacht schöpfte und im Hotmail-Account des Bloggers herumschnüffelte. Das klingt zwar verwerflich, der Konzern hatte jedoch legal gehandelt. Und andere Provider wie Apple, Yahoo und Google haben ähnliche Richtlinien.

Eine gerichtliche Verfügung braucht Microsoft nicht, wenn es auf die Mails seiner User zugreifen will. Das steht so in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Und ein Blick in die Nutzungsbedingungen anderer großer Mail-Anbieter zeigt, dass diese selbst erteilte Erlaubnis zum Schnüffeln gängig ist.

Microsoft erschwert sich Spionage

Der Softwarekonzern aus Redmond behält sich das Recht vor, auf Nutzerdaten zuzugreifen, wenn "es notwendig ist, um die Sicherheit von Microsoft zu gewähren". Ähnlich haben Google, Apple und Yahoo diese Erlaubnis in ihren Geschäftsbedingungen ebenfalls formuliert.

Weil Microsoft für den Fall um den französischen Blogger heftige Kritik erntete, reagierte das Unternehmen am Freitag mit einer Änderung der Praxis. Will ein Team Zugriff auf das Postfach eines Nutzers, muss dafür künftig stärker argumentiert werden, bei zwei Instanzen der Rechtsabteilung, die mit der Investigation nichts zu tun haben, zustimmen.

TechCrunch-Gründer ausspioniert

Der Microsoft-Mitarbeiter, der die Informationen an den Blogger weiterleitete, verlor übrigens seinen Job. Von einem ähnlichen Erlebnis berichtet nun Michael Arrington, Gründer von TechCrunch, auf seinem Blog. Ein Mitarbeiter von Google habe ihm vor einigen Jahren mit Informationen an seine Gmail-Adresse versorgt. Der Absender war kurze Zeit später nicht mehr beim Suchmaschinenkonzern tätig.


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