HP: Kein WebOS und keine PCs mehr

HP bekommt eine Radikalkur verpasst. Als letzte Nacht die Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorgestellt wurden, gab der weltgrößte PC-Hersteller große Neuigkeiten bekannt.

Das Betriebssystem WebOS, das erst 2010 für teure 1,2 Milliarden Dollar mit dem Unternehmen Palm eingekauft wurde, wird eingestellt. Dabei hatte HP so große Pläne mit WebOS. Unglaubliche Summen wurden investiert, man brachte das Smartphone Palm Pre 3 auf den Markt und das Tablet TouchPad. Beide haben nicht den erhofften Erfolg gebracht. Ein Verkauf der Patente von Palm könnte HP jedoch Milliarden einbringen. Denn wie man an den Beispielen Nortel und Motorola gesehen hat, sind die Konkurrenten auf dem Smartphone-Markt bereit, dafür tief in die Taschen zu greifen.

Außerdem denkt HP wohl darüber nach, sich auch von der PC-Sparte zu trennen. Noch ist nicht klar, ob der Bereich tatsächlich verkauft wird oder nur als eigene Firma weitergeführt. Auf jeden Fall sollen Computer zukünftig nicht mehr die erste Geige spielen. Smartphones und Tablets spielen in der IT-Branche inzwischen ohnehin eine wichtigere Rolle, die Verkaufszahlen bei Computer-Hardware sind rückläufig. Eine ähnliche Erfahrung hat auch IBM gemacht, der Konzern verkaufte seine Computer-Sparte komplett an Lenovo.

In den Mittelpunkt der Konzern-Aktivitäten sollen zukünftig Serviceleistungen rund um Cloud Computing stehen, also Rechenzentren und Internetdienste. In diesem Zuge will HP auch den britischen Spezialisten für Enterprise-Software und Cloud-Lösungen Autonomy übernehmen. 10 Milliarden Dollar soll der Deal kosten.