Der erste Eindruck vom HTC One: Kaufempfehlung!

Wow! - dieser Ausruf fasst den ersten Eindruck von mir nach dem ersten Hands On mit dem HTC One wohl am besten zusammen. Das neue Flaggschiff der Taiwanesen besteht zu einem großen Teil aus einem Block Aluminium und auch wenn ich mit dem hochwertigen Polycarbonat des Vorgängers, dem HTC One X, gut gefahren bin - man merkt den Unterschied.

Das HTC One wird in einer Verpackung die an einen übergroßen Apple TV erinnert geliefert. Neben dem Smartphone werden gedruckte Anleitungen, ein Netzteil, ein Werkzeug, um den SIM-Karten Schacht auszufahren und Kopfhörer, die an Beats In-Ears erinnern, geliefert. Nach dem ersten Einschalten des hochwertigen (hochwertigsten?!) Android-Smartphones führt HTC die One-Kunden durch ein erstes Setup-Menu. Accounts für diverse Services lassen sich hinzufügen, aber auch Einstellungen und Daten von anderen Smartphones lassen sich via WiFi Direkt oder Bluetooth übertragen.

Display

Auch ich war, wie viele auf Twitter und in den Kommentaren der diversen Blogs, der Meinung , dass ein Full HD-Display wohl hauptsächlich aus Marketing-Gründen gewählt wurde. Ich glaubte nicht daran das ein Unterschied tatsächlich sichtbar wäre. Ob es nun tatsächlich an der gigantischen Auflösung oder an einem besseren Display-Panel liegt vermag ich nicht zu beurteilen, fest steht jedoch für mich das HTC auf das bereits sehr gute Display des HTC One X noch eine Schippe Qualität draufgepackt hat. Die Farben strahlen ohne unnatürlich zu wirken. Weiß ist weiß und schwarz ist schwarz. Wie zu erwarten sind auf dem Display selbst bei genaustem Hinschauen keine Pixel zu erkennen. Ich bin froh, dass man weiterhin auf ein LCD-Display setzt, da ich kein Freund der unnatürlichen Farbwiedergabe von O-LED Displays bin. Ebenfalls fällt auf, dass der Snapdragon S600, mit seinem vier 1,7 GHz schnellen Kernen, sowie die 2 GB Arbeitsspeicher für einen gehörigen Leistungsschub im Vergleich zu der vorherigen Generation der HTC Flaggschiffe liefert. Denksekunden beim Öffnen von Apps kennt das HTC One nicht. Die Oberfläche "klebt" am Finger und auch überladene Homepages zwingen den Browser nicht in die Knie. Auch bei der Leistung bin ich wunschlos glücklich.

Neuer Sound

An der Werbung für eins der herausragenden Features des HTC One kommt man aktuell ja kaum drumrum. "BoomSound" nennt HTC die eingebauten frontalen Stereoboxen samt Verstärker. Da meine Wohnung dünne Wände hat konnte ich es nur kurz testen. So viel sei gesagt, die Werbung verspricht nicht zu viel! Laute Musik aus den Boxen und das ohne die Smartphone typische Verzerrung des Klanges. Vorsichtshalber habe ich das HTC One nicht als Wecker genutzt. Auch der Klang über Kopfhörer ist, wie auch beim HTC 8X, großartig. Den eingebauten Verstärker spürt man sofort. Auch hoch-ohmige Kopfhörer sollten kein Problem mit dem HTC One haben.

Nie wieder die TV-Fernbedienung!

Abends auf der Couch hat sich die integrierte infrarot Fernbedienung Sense TV, die in Sekunden eingerichtet ist, erstmals beweisen können. Die "echte" Fernbedienung lag unerreichbar auf dem Wohnzimmertisch, die Freundin die in meinem Schoß schlief verhinderte ein Aufstehen, also habe ich die TV App gestartet und mit dem HTC One umgeschaltet. Eine edelere Fernbedienung als das HTC One wurde wohl noch nicht erfunden. Die TV App dient aber nicht nur als Fernbedienung, sondern auch als Fernsehzeitschrift. Beim ersten Start wird der TV Anbieter abgefragt, um passende Sender anzuzeigen. Ebenfalls fragt das HTC One nach Lieblingssendungen, diese werden dann zum einen in der App angezeigt, aber auch in HTCs Blinkfeed finden sich dann rechtzeitig Hinweise. Sehr praktisch wie ich finde!

Kamera

Die Kamera konnte ich noch nicht ausgiebig testen, erste Aufnahmen in der Dunkelheit versprechen jedoch schon viel. Für meinen ausführlichen Test widme ich mich der Ultrapixel Kamera natürlich genauer. Auch zu der Akkulaufzeit kann ich naturgemäß noch keine Aussage treffen. Aussagen von Bekannten mit dem Smartphone sind jedoch schon vielversprechend. Ich schwor bislang auf den Stock Android Look, wie er auf den Nexus Smartphones zu sehen ist oder auch von Launchern wie Apex oder Nova nachgerüstet werden. Sense war mir zu "rund" und bunt und von Samsungs TouchWiz will ich gar nicht erst reden. Im HTC One werkelt Sense 5.0 und was soll ich sagen, der Unterschied zum Vorgänger ist riesig. Sense wirkt deutlich erwachsener. Klare Kanten beherrschen die Oberfläche, statt Orange, setzt man auf einen metallischen Farbton. Bislang gefallen mir die Änderungen so gut, dass ich darauf verzichte Nova zu installieren.

Die Schattenseiten…

Um wenigstens einmal von meinen Lobeshymnen abzuweichen, muss ich leider auch einige negative Punkte aufzählen. Mir ist unverständlich weshalb ein aktuelles Top-Smartphone noch mit der alten Android 4.1.2 Software ausgeliefert wird. Da es keine drastischen Änderungen gab ist dies jedoch gut zu verschmerzen. Viele Menschen stört ein festverbauter Akku, zumindest bei einem Wechsel des Smartphones alle zwei Jahre, halte ich die Angst das ein Akkuwechsel nötig werden könnte für unbegründet. Im Fall der Fälle lässt sich der Akku so oder so noch von HTC (teurer zugegeben) wechseln. Als Powernutzer wäre es jedoch gut gewesen, wenn man bei einem besonders langem Tag den Akku wechseln kann, da ich dafür wohl das Unibody-Design hätte opfern müssen kann ich mit dem festen Akku leben. Das für mich einzige echte Ärgernis ist die Benachrichtigungs-LED. Diese ist deutlich zu dunkel um auf sich hinzuweisen. Sony löst dies bei ihren Smartphones deutlich besser, die Dioden leuchten nicht nur um einiges heller, auch werden mehr Farben als nur grün und rot angezeigt. Das schlechteste an Sense war aber unabhängig vom Design bislang die Tastatur. Selbst die paar Zeichen die man bei der Einrichtung eines Smartphones schreiben musste, machte mir die Tastatur zur Qual. Ich war erstaunt als ich gemerkt habe wie gut ich auf der neuen HTC eigenen Tastatur des One tippen kann. Sie wurde jedoch nicht nur funktional stark aufgewertet, auch optisch wurde sie generalüberholt. Das HTC One ist ein Smartphone, welches auch den notorischen "Apple Only"-Kunden  begeistert. Dies auch völlig zurecht, denn das HTC One mit seiner einzigartigen Unibody Aluminium Konstruktion, ist hervorragend verarbeitet und bietet eine im Android-Sektor nie da gewesene Verarbeitungsqualität,

Fazit

HTC hat an den richtigen Stellschrauben gedreht, das Smartphone ist hübscher, schneller und auch innovativer (Boomsound & Zoe) als sein Vorgänger. Nach meinem ersten Eindruck kann ich eine uneingeschränkte Kaufempfehlung ausgeben. Jetzt muss sich mir nur noch der Akku und die Kamera beweisen, um das ultimative Android-Smartphone zu werden. Dazu mehr in einem ausführlicherem Test, nach längerer Nutzung.