HTC One: Der Langzeittest des neuen One SV

Nach meinem ersten Review vor über einem Monat, habe ich das HTC One SV zu erkennen. Mein Langzeittest wird zeigen, ob diese Aussage berechtigt ist oder widerlegt wird.

Verarbeitung und Design:

Anders als bei den Smartphones aus der HTC One-Serie, wie z. B. dem HTC One S, HTC one X oder HTC One X+, setzt HTC hier wieder auf das Unibody-Gehäuse. Das für die Rückseite verwendete Polycarbonat kennen wir bereits von anderen HTC-Geräten. Doch dieses Mal lässt sich die Abdeckung wieder entfernen, sodass auf Akku, microSD- und Micro-SIM-Karte zugegriffen werden kann. Auch die Form des gesamten Smartphones ist anders. Durch seine Trapezform liegt das HTC One SV sehr gut in der Hand. Von der Optik mit der Farbwahl Metallic Blue und White setzt sich die Individualität fort.

Bedienungselemente:

Wie ich bereits in meiner HTC One SV Review erwähnte, beschränken sich die beweglichen Bauteile am Gerät auf einen Power-On/Off Button im oberen Bereich und eine Lautstärkewippe auf der rechten Seite. Neben dem On-/Off-Schalter befinden sich das erste Mikrofon und eine 3,5mm Klinkenbuchse. Das zweite Mikrofon liegt seitlich von der mittig platzierten Micro-USB-Buchse am unteren Ende des HTC One SV. Somit bleibt die linke Seite komplett frei von jeglichen Knöpfen oder Einschüben. Finde ich persönlich sehr schön!

Das HTC One SV fühlt sich trotz des verwendeten Kunststoffs, sehr hochwertig an. Das Gewicht und die Größe liegen mit 125 Gramm, beziehungsweise 128 × 66,9 × 9,2 mm angenehm in der Hand und alle Buttons können problemlos mit einer Hand erreicht werden. Selbst bei der abnehmbaren Rückenblende, die über eine Vielzahl von Häkchen aus Plastik gehalten wird, konnte ich keinen Verschleiß feststellen. Schade, dass das Gerät etwas rutschig ist, da auf eine Strukturierung der Rückenblende verzichtet wurde. Trotzdem fällt das Fazit in dieser Disziplin vor allem wegen der sehr guten Verarbeitung positiv aus.

Mittelklasse mit SLC-Display:

Das im HTC One SV verbaute 4,3-Zoll SLC -Display mit dem schützenden Corning® Gorilla® Glas 2 kommt nicht an die HD-Auflösung der größeren Top-Modelle heran und arbeitet mit einer nicht mehr zeitgemäßen Auflösung von 480 × 800 Bildpunkten beziehungsweise 217 ppi. Hier hätte man sich wenigstens die qHD-Auflösung (540 × 960) des HTC One S gewünscht. Mein erster Eindruck im ersten Review hat sich hier leider bestätigt.

Damit geht das HTC One SV insgesamt in der Mittelklasse etwas unter, so dass abgesehen von der natürlichen Farbdarstellung nur wenig herausstechendes in Erinnerung bleibt. Mit einer höheren Auflösung hätte mir die Anzeige deutlich besser gefallen. Hier scheint HTC den „Respektabstand“ zu den X-Modellen gewährleisten zu wollen.

Performance und Akkuleistung:

Im HTC One SV arbeitet die bewährte Technik aus dem Hause Qualcomm. Der verbaute Snapdragon S4-Plus-SoC MSM8230 arbeitet mit zwei Kernen, die mit 1,2 GHz getaktet sind. Diesen steht eine Adreno-58905-GPU zur Seite. Mit 1.024 MB fällt der Arbeitsspeicher durchschnittlich aber in den meisten Situationen ausreichend groß aus. Mit dieser Ausstattung meisterte das Gerät im Alltag so gut wie jedes Szenario ausreichend schnell. Ab und zu legt das HTC One SV auch kurze Denkpausen ein und es kommt zu leichten Rucklern. Das passiert vor allem, wenn mehrere Apps geöffnet sind und im Hintergrund laufen oder gerade eine neue App installiert wird.

Die Bedienung der Oberfläche gestaltet sich von den Rucklern abgesehen aber weitestgehend flüssig. HTC setzt hier auf das über ein Jahr alte Android 4.0.4 „Ice Cream Sandwich“. Ein Update soll folgen. Erweitert wird diese Basis durch die HTC-Oberfläche Sense™, die auf dem One SV in Version 4.1 zum Einsatz kommt. Wie auch Samsungs TouchWiz, gehört Sense zu den am stärksten veränderten Oberflächen. Ähnlichkeiten in der Bedienung zu einem Standard-Android lassen sich kaum noch erkennen.

Der Akku meines derzeitigen Begleiters konnte im Alltag mit einer vollen Ladung etwas mehr als 40 Stunden betrieben werden. Zwei komplette Tage waren so kein Problem, erst in der Nacht zum dritten Tag musste das Gerät wieder an die Steckdose angeschlossen werden. Mein Test der Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit des Akkus basiert wie immer auf Erfahrungswerten (kurze Telefonate, Messenger-Nutzung, die Synchronisation von E-Mails, Kontakten und Kalender sowie UMTS und WLAN). Die Tests wurden in einem Gebiet mit recht gutem Empfang durchgeführt, was sich außerdem positiv auf die Laufzeit auswirkt.

Kamera und Bildqualität

HTC wirbt damit, dass das One SV mit einer „überragenden Kamera“ ausgestattet ist. Da bin ich jedoch anderer Meinung. Im Test lieferte der 5-MP-BSI-Sensor nur unterdurchschnittliche Ergebnisse. Die Farben werden relativ realitätsnah dargestellt, doch Rot strahlt eindeutig zu kräftig. Bei Betrachtung in Originalgröße fallen aber noch deutlich dramatischere Probleme auf. Sehr viele Details gehen verloren und erscheinen als unerkennbare Pixelansammlung. Je dunkler die Umgebung ist und je näher man an ein Objekt oder eine Person heranzoomt, desto mehr erkennt man ein leichtes Rauschen auf dem Bild.

Fazit

Aufgrund der mit dem HTC One SV gesammelten Erfahrungen fällt mein Gesamtfazit durchwachsen aus. Das One SV ist ein gutes "Standard"-Smartphone, setzt aber in keiner Disziplin neue Maßstäbe und hinterlässt somit auch keinen bleibenden Eindruck. Vor allem nicht nach der Veröffentlichung des HTC One. Somit geht ds HTC One SV in der Masse an Mittelklasse-Geräten unter und ist preislich auch etwas zu hoch angesiedelt. Eine echte Daseinsberechtigung lässt das HTC One SV vermissen. Die LTE-Variante könnte aufgrund ihres moderaten Aufpreises jedoch durchaus Interessenten finden. Denn in dieser Konfiguration gehört das HTC One SV zu den derzeit günstigsten erhältlichen Android-4.0-Smartphones, die diesen Standard unterstützen.

Komplett überzeugen konnte hingegen das Äußere des Smartphones, das sich durch hochwertige Materialien und eine sehr gute Verarbeitung auszeichnet. Auch das HTC den Zugang zum Akku ermöglicht und das Gerät mit einem microSD-Slot ausstattet, bleibt positiv in Erinnerung.

Für „normale“ Anwender dürfte die Leistung in den meisten Bereichen völlig ausreichend sein, Power-User müssen aber Abstriche machen, was sich auch in den Benchmarks zeigt.