Huawei sucht Android-Alternative – in Russland?

Auf dem Huawei P30 (links) und dessen Pro-Modell könnte bald russische Software laufen
Auf dem Huawei P30 (links) und dessen Pro-Modell könnte bald russische Software laufen(© 2019 CURVED)

Google entzieht Huawei die Lizenz für Android. Der chinesische Hersteller muss sich daher nach Alternativen umschauen. Eine Option sei ein hauseigenes Betriebssystem, denkbar ist offenbar aber auch eine Lösung aus Russland.

Huawei ist demnach an Aurora OS interessiert, wie die Seite The Bell berichtet. Dabei handelt es sich um einen russischen Ableger von Sailfish OS. Dem Gerücht zufolge diskutierte Huawei-CEO Guo Ping bereits mit dem russischen Minister für digitale Entwicklung, Konstantin Noskov, über entsprechende Möglichkeiten.

Wert auf Privatsphäre

Die Gespräche scheinen durchaus positiv zu verlaufen. Zumindest testet Huawei das Aurora-Betriebssystem angeblich bereits auf ersten Smartphones. Weiter heißt es, das Unternehmen könne sich im Rahmen einer Zusammenarbeit vorstellen, seine Smartphone-Produktion teilweise nach Russland auszulagern.

Bei Sailfish OS handelt es sich um eine Linux-Distribution der finnischen Firma Jolla. Das Unternehmen arbeitet seit einigen Jahren eng mit Russland zusammen. Daraus entstand unter anderem der Ableger Aurora OS. Russland möchte sich mit dem hierzulande noch weitestgehend wenig verbreiteten System unabhängiger von Android und iOS machen. Laut Android Authority kann Aurora OS Android-Apps ausführen, verfügt über eine gestenbasierte Navigation, Multitasking-Features und soll großen Wert auf die Privatsphäre seiner Nutzer legen.

Besser als Oak OS?

Der chinesische Hersteller dürfte an dieser Android-Alternative sicherlich großes Interesse haben und diese der hauseigenen Lösung womöglich auch vorziehen. Die Arbeit an HongMeng OS beziehungsweise Oak OS würde schließlich deutlich mehr Ressourcen beanspruchen, die Huawei alleine in die Entwicklung stecken müsste.

Google hatte Huawei im Zuge des Handelsstreits zwischen China und den USA die Android-Lizenz entzogen. Künftige Smartphones sollen keinen Zugriff mehr auf den Google Play Store erhalten, aktuelle Modelle bekommen zudem keine Sicherheitsupdates mehr. Bislang wurde die Handelssperre aber noch nicht durchgesetzt. Dies geschieht wohl erst Mitte August 2019.

Derzeit kommt es für Huawei zudem noch dicker: Neben eingebrochenen Verkaufszahlen, erscheint auf zahlreichen Smartphones Werbung auf dem Sperrbildschirm. Dies dürfe die ohnehin angespannte Stimmung bei vielen Nutzern wohl noch verschlechtern.


Weitere Artikel zum Thema
Sparen Deluxe: Kamera-Gigant Huawei P40 Pro für nur 25,99 Euro im Monat
ADVERTORIAL
ANZEIGEHuawei P40 Pro
Euch ist bei einem Smartphone besonders die Kamera wichtig? Vorhang auf für das Huawei P40 Pro. Und das gibt's gerade sehr günstig. Alle Infos hier.
Pixel 4a vs. iPhone SE im Vergleich: Ist das Google-Handy ein Voll­tref­fer?
Guido Karsten
Das Google Pixel 4a bietet für 349 Euro offenbar ein gutes Gesamtpaket
Das Pixel 4a bietet offenbar eine gute Kamera und räumt mit einigen Schwächen von Android auf. Wie schlägt es sich im Vergleich mit Apples iPhone SE?
Huawei Mate 40 (Pro) auf Bildern: Peri­skop-Kamera und Super-Zoom?
Francis Lido
Huawei Mate 30 Pro Rückseite
Ein Leak-Experte hat das Huawei Mate 40 Pro enthüllt. Offenbar bekommt es ein Kamera-Feature, das wir beim Vorgänger vermisst haben.