Huawei B260a Home Router

Heute berichte ich über meinen Test und Erfahrungen des Router B260a des chinesischen Herstellers Huawei.

Was macht der Huawei B260a Router?

Der Router stellt eine mobile Internetverbindung über das GPRS/UMTS/WCDMA Netzwerk eines Mobilfunkanbieters her.
Durch seine WLAN-Funktion kann dieser autorisierten Geräten wie Handys, Laptops und PCs den Internetzugriff erlauben. Zusätzlich kann dieser Router auch durch ein LAN-Kabel an einen Switch oder einer Bridge in ein vorhandenes LAN-Netzwerk integriert werden.

Wozu ist dieser Huawei B260a Router gedacht, bzw. was ist sein Einsatzzweck?
In Erster Linie ist dieser Router ein "Domestic Router", der vorwiegend als DSL-Ersatz in
schwach oder gar nicht ausgebauten Gebieten zum Einsatz kommt.
Beispiel: Ländliche Umgebung wo nur Mobilfunk verfügbar ist.

Er ist aber nicht als mobiler Router für unterwegs gedacht, da eine 230 Volt Stromversorgung erforderlich ist und der Router keinen Akku besitzt. Eine Integration, als DSL-Fallback in ein vorhandenes LAN ist ohne Probleme möglich.

Zur Technik des Routers:
GSM/GRPS/EGDE und UMTS/WCDMA sind standardmäßig vorhanden.
Im HSDPA (Download) erreicht er max. 7,2 Mbit/sek und im HSUPA (Upload) max. 5,76 Mbit/sek. Das GSM/GRPS/EGDE-Netz wird mit 850, 900, 1800 und 1900 Mhz und das UMTS/WCDMA-Netz wird mit 850, 900, 1900 und 2100 Mhz abgedeckt. Die Anschlüsse bestehen aus einer USB-Stomversorgung (Kein Daten USB!), einer RJ45 LAN-Buchse, einer RJ11-Telefonbuchse sowie ein externer Antennenanschluß mit einer SMA Buchse. Auf der Oberfläche befindet sich ein markanter Ein/Austaster und die Frontseite zieren vier breitflächige farbige Status-Led’s.

Das Telefon:
Der Router selbst kann nicht telefonieren und zu dem Zwecke gibt es eine RJ11 Anschlußmöglichkeit für ein analoges Telefon. Nach dem Anstöpseln des Telefons wird bei Abnahme des Hörers ein normaler deutscher Freiton signalisiert und es kann dann über das mobile Netz telefoniert werden. Die Sprachqualitität ist hier erstaunlicherweise sehr gut und mit einem Festnetzanschluss der DTAG durchaus vergleichbar.
Achtung! Per WLAN an dem Router angemeldete Handys bauen Ihre Gespräche über die eigene SIM-Karte auf und NICHT über die SIM-Karte im Router!

Einrichtung des Routers:
Der Router lässt sich ohne große technische Probleme über einen Webbrowser eines PCs einrichten. Die gesamte Web-Oberfläche des Routers ist selbsterklärend und alle Einstellungen sind klar und einfach dargestellt.

Meine Testumgebung: Dem Router habe ich meine Prepaid Ay Yildiz SIM-Karte verpasst (E+ Netz) und eine kleine Internet-Flat gebucht. Für die erste Einrichtung verband ich meinen Laptop per Lan-Kabel mit dem Router und wie ich schon erwähnte, war die Einrichtung des Routers ein reines Kinderspiel.

Im Keller hatte ich noch ein uraltes analoges Telefon rumgeistern, was ich ziemlich neugierig an den Router
anstöpselte. War richtig angenehm überrascht, dass ich ein richtiges Freizeichen hörte und sofort einen Freund anrief. Wie ebenfalls schon  erwähnt, war die Gesprächsquailtiät einfach nur TOP.

Nur reichte mir das alles nicht. Ich wollte sehen, wie gut sich der Router in mein schon recht großes LAN-Netz integrieren lässt. Mein Heimnetz hat ebenfalls einen WLAN-Accesspoint und einen DHCP-Server am laufen, die sich bei einer falschen Konfiguration gegenseitig behindern werden. Als erstes war es nötig den DHCP-Server des Huawei-Router seinen Adressbereich auf 192.168.2.100-5941 zu beschränken und dem WLAN-Teil des Huawei Router den Kanal 7 zuzuweisen. (Zwei DHCP Server im LAN sind nur erlaubt, wenn man den Zuweisungsadressbereich limitiert, ausschließt oder einen komplett abschaltet.)

Da mein DSL-Router auf der Adresse 192.168.2.1 beheimatet ist, musste der Huawei Router eine andere bekommen und bekam die 192.168.2.2. Damit waren alle möglichen Kompetenzstreitigkeiten der beiden Router aus dem Wege geräumt.

Eine kleine Sache musste aber noch gemacht werden:
Beide Netze sind zwar im gleichen Subnetz angesiedelt, ich bevorzuge aber eine strikte Trennung zwischen den Bereich 192.168.2.1-5890 und dem Bereich 192.168.2.100-5941.
Die Trennung übernahm dann eine Netzwerkbridge mit einer integrierten Firewall.

Der große Test begann und der Huawei Router geht LIVE.
Im NCC (NetworkControllCenter) sind alle vorhandenen Network-Devices zu sehen, auch der neu eingebundene Huawei.
Ein Netzwerkzugriff eines PC (Client) auf den Huawei war einwandfrei.
Anmeldung meines Lutea2 an den WLAN-AP des Huawei und der Internetzugriff wurde durch meinen primären DSL-Router sofort hergestellt. Der Huawei hat  erkannt, das der Boss der primäre DSL-Router ist und routete nur durch. (Wehe, der hätte was anderes getan.)
Der Finaltest, durch Simulation eines DSL-Ausfalles. (Bitstrom abgezogen)
Internetzugriffsversuch durch einen PC. Der Huawei Router merkt sofort, dass der DSL-Router die Anfrage nicht mehr bearbeiten kann und stellt nun seinerseits eine Verbindung über das UMTS-Netzwerk her. Der PC bekommt seine Internetverbindung, zwar langsamer, aber es geht einwandfrei.

Mein Gesamteindruck des Huawei Router B260a:
Für seine geringen Abmessungen von 158mm x 105 mm x 27 mm und seinem Kampfgewicht von rund 250 Gramm ist es ein vollwertiger Homerouter, der auch meine doch recht hohen Ansprüche fast erfüllt. Ich kann diesen Router guten Gewissens empfehlen. Bei BASE ist der Router als Huawei B260a Telefonbox im Online Shop für 5€ monatlich zur Miete, bzw. für 99€ zum Einmalpreis, erhältlich. Jedenfalls ist dieser kleine Router nun ein fester Bestandteil meines Netzwerkes daheim.

Leider, leider muss ich auch ein paar Nachteile des Routers aufzeigen:

  • Die beiliegende Bedienungsanleitung ist mager. Eine PDF-Anleitung gibt es wohl nur Online bei Huawei.
  • Der WLAN kann nur die Modi b/g, was nur eine max. Übertragung von 54Mbit/sek erlaubt.
  • Es kann nur ein analoges Standard-Telefon angeschlossen werden.
  • Eine DECT Schnittstelle fehlt ganz.

(Nicht ein Nachteil, aber Huawei hätte eine externe Antenne mit beilegen können.)

Quellennachweis: Einige Bilder sind der Bedienungsanleitung der Firma Huawei entnommen, das Artikelbild dem Karton des Gerätes. Alle anderen Bilder sind Eigentum von mir, mit der Erlaubnis der weiteren Verwendung unter der GNU-Lizenz.