Huawei P30 lite New Edition und Y6s: Ein Trick im Handelsstreit

Huawei bringt zwei Neuauflagen älterer Geräte auf den Markt. Aber aus welchem Grund?
Huawei bringt zwei Neuauflagen älterer Geräte auf den Markt. Aber aus welchem Grund?(© 2020 Via Instagram @huaweimobile)

Vor ein paar Tagen hatten wir berichtet, dass Huawei den Release eines Nachfolgers für das beliebte Huawei P30 lite plant. Die "New Edition" ist aber nicht das einzige Gerät, das der chinesische Hersteller zum Launch seines Online-Shops auf den Markt wirft. Die Frage, die sich dabei stellt, ist: Warum eigentlich keine neuen Geräte?

Wer aufgrund der Nachricht eines Huawei-Release jetzt schon vom Stuhl aufgesprungen ist, kann sich wieder hinsetzten. Denn brandneu sind beide Geräte nicht. Huawei veröffentlicht neben der Neuauflage des P30 lite zusätzlich das Huawei Y6s. Allerdings nur in einem neuem Gewand. Dabei ist auch das Vorgängergerät schon ein Remake.

Am Anfang, also 2018, war das Huawei Y6, dann kam 2019 das Folgemodell Huawei Y6s und nun 2020 eine Neuauflage der Neuauflage. Die Specs wurden bei jedem Schritt aufpoliert. Man muss jedoch festhalten, dass das Phone trotz stetig verbesserter Technik ein Einsteigergerät war und noch immer ist.

Das Device verfügt über 3 GB (Gigabyte) RAM und niedliche 32 GB internen Speicher. Das ist nicht überragend, bei einem Preis von 159 Euro (UVP) kann man aber nicht viel mehr erwarten. Mit einer externen SD-Karte könnt ihr euren Speicher aber auf bis zu 512 GB erweitern. Außerdem wird wohl ein Update auf EMUI 9.1 möglich sein, was die Leistung leicht verbessern sollte. Die detaillierten Specs des neuen Huawei Y6s findet ihr hier, die des neuen P30 lite findet ihr hier.

Warum Neuauflagen statt Neuveröffentlichungen?

Nun wird sich der aufmerksame Leser natürlich die Frage stellen, warum Huawei zwei Handys auf den Markt bringt, die von ihrer Leistung her mit aktuellen Geräten mithalten können, aber bei weitem keine Meilensteine im Smartphone-Bereich darstellen.

Die Antwort ist politischer Natur. Denn: Huawei unterliegt als chinesischer Hersteller den von US-Präsident Donald Trump auferlegten Sanktionen. Das heißt im Klartext: Google darf als amerikanische Firma keine Lizenzen für Google-Dienste an Huawei vergeben. Für Smartphone-Neuerscheinungen aus dem Land der Mitte, die als Betriebssystem Android verwenden, ist das natürlich ein Tiefschlag.

Huaweis Überlegung ist simpel - und leicht zu durchschauen: Die Chinesen wollen kein neues Smartphone ohne Google-Dienste auf den Markt bringen. Das hauseigene Betriebssystem HarmonyOS scheint ebenfalls noch nicht bereit, um gelauncht zu werden. Deswegen wartet Huawei. Das ist taktisch klug, denn schon am 15. Januar will Trump ein partielles Handelsabkommen unterzeichnen. Weitere Gespräche zwischen der amerikanischen und der chinesischen Regierung sollen folgen, um die Sanktionen weiter zu lockern.

Bis es Ergebnisse gibt, muss Huawei also ein bisschen tricksen und ältere Geräte neu auflegen, die noch über eine Google-Lizenz verfügen.


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