Huawei P30 und P30 Pro im Vergleich: Brüder im Geiste

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Das P30 Pro (r.) und das P30 haben einiges gemeinsam, unterscheiden sich aber in Teilen.
Das P30 Pro (r.) und das P30 haben einiges gemeinsam, unterscheiden sich aber in Teilen.(© 2019 CURVED)

Das Huawei P30 und das P30 Pro tragen zwar fast den gleichen Namen, unterscheiden sich aber in manchen Teilen deutlich voneinander. Das eine kommt mit allen Schikanen, beim anderen müsst ihr einige Abstriche in Kauf nehmen. Ein Vergleich.

Wie üblich beschränkt sich Huawei bei der Vorstellung seiner Geräte nicht nur auf ein Smartphone. Mindestens zwei müssen es schon sein. Im März 2019 stellt das Unternehmen deswegen neben dem P30 auch das besser ausgestattete P30 Pro vor. Das letzteres der Star ist, daran gibt es keine Zweifel.

Groß und größer

Das fällt schon auf, wenn man beide Geräte nebeneinander legt. Das P30 hat mit einer Diagonalen von 6,1 Zoll nicht nur ein leicht kleineres Display als das P30 Pro (6,47 Zoll), sondern muss auch ohne die schicken, abgerundeten Kanten am Bildschirm auskommen. Dafür hat das P30 einen Kopfhöreranschluss an Bord. Der fehlt dem Pro-Modell. Wer Musik mit kabelgebundenen Kopfhörer hören will, der muss hier zum Adapter für den USB-C-Anschluss greifen. Dennoch wird ersichtlich, warum beide den gleichen Namen tragen: Die Front ist ansonsten nämlich identisch. Beide Geräte kommen mit einer Aussparung – Notch – in Tropfenform.

Dreht man die Geräte um, sieht man direkt den nächsten Unterschied. Während das Huawei P30 Pro vier Kameras vom Hersteller spendiert bekommt, sind es beim P30 „nur“ drei. Die unterscheiden sich auch in der Leistung. So löst die Ultraweitwinkel-Kamera mit 16 statt mit 20 Megapixeln auf, die Zoomlinse schafft nur eine dreifache Vergrößerung, beim P30 Pro gibt es einen fünffachen Zoom. Immerhin verbaut Huawei aber auch beim kleineren Modell, seinen neuen Sensor, der für bessere Bilder im Dunkeln sorgen soll. Dafür ist auch die vierte Kamera das P30 Pro, die „Time of Flight“-Kamera mit zuständig. Die gibt es beim P30 nicht. Wie sich das später auf die Qualität der Fotos auswirkt, lässt sich aber erst nach einem Test der beiden Geräte sagen.

Obwohl die Rückseite des P30 ebenfalls aus Glas besteht, unterstützt das Gerät kein kabelloses Aufladen. Außerdem ist es nicht, wie das P30 Pro nach IP68 staub- und wasserdicht, sondern nur nach IP53 gegen Spritzwasser geschützt. Wer sich fürs kleinere Modell entscheidet, geht also besser vorsichtig damit um. Immerhin lässt sich das P30 aber Kabel schnell aufladen.

Schnell und schneller

Auch in Sachen Leistung gibt es ein paar Unterschiede: Zwar taktet in beiden Geräten der Kirin 980, also Huaweis Spitzenchipsatz, im P30 Pro ist der Arbeitsspeicher mit acht Gigabyte (GB) aber etwas größer, als der im P30 mit sechs Gigabyte. Außerdem bekommt ihr das P30 nur mit 128 GB Datenspeicher. Das P30 Pro gibt es auch mit 256 und 512 GB. Beide Geräte eint wiederum, dass ihr den Speicher nicht mit microSD-Karten erweitern könnet. Wer mehr Speicher braucht, der muss zu Huaweis eigenen Speicherkarten greifen. Letzter Unterschied: Der Akku im P30 ist mit 3650 mAh etwas kleiner, als der im P30 Pro (4200 mAh). Dass das kleinere Smartphone auch den kleineren Akku bekommt, dürfte allerdings niemanden überraschen.

Auch auf der Rückseite sind Unterschiede erkennbar.(© 2019 CURVED)

Einig sind sich die Geräte dann wieder beim Betriebssystem: Auf beiden Smartphones läuft Android Pie. Wenig überraschend legt der Hersteller auf beiden Geräten auch die eigene Oberfläche, also EMUI in der Version 9.1 darüber. Und bei der Display-Auflösung hat das P30 sogar die Nase vor. Beide Geräte lösen nämlich mit 2340 x 1080 Pixeln auf. Weil das P30 aber den kleineren Bildschirm hat, ist die Pixeldichte höher. Mit bloßem Auge ist allerdings kein Unterschied zu erkennen.

Schaut man nur aufs Datenblatt, ist das P30 Pro dem P30 in vielen Belangen überlegen. Das Smartphone ist auch um einiges teurer als das P30. 749 Euro stehen mindestens 999 Euro gegenüber. Ein Preis, der wie beim Vorgänger auch hier ein Argument für das P30 ist. Im Vorjahr war das Huawei P20 zumindest eine gute Wahl für all jene, die auf der Suche nach einem mehr als guten Smartphone waren, auf die Highend-Funktionen der Pro-Variante aber verzichten konnten.


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