Huawei P40: Bekommen wir doch kein neues Fotowunder?

Setzt Huawei beim P40 andere Prioritäten?
Setzt Huawei beim P40 andere Prioritäten?(© 2020 Via Instagram @huaweimobile)

In Zeiten des Pixelwahns könnte Huawei es Gerüchten zufolge bei seiner P40-Serie etwas weniger bombastisch angehen lassen als Samsung beim Galaxy S20 Ultra oder Xiaomi beim Mi 10 Pro, die beide mit einer 108 MP-Kamera auftrumpfen. Kommt das P40 mit einer 52 MP-Knipse?

Nein, einen 108 MP-Sensor wird es bei der neuen Huawei P40-Reihe wohl nicht geben. Gizchina zufolge dürften die Huawei-Flaggschiffe "nur" mit einem Sony IMX700 CMOS-Sensor ausgestattet sein. Dieser soll eine Auflösung von 52 MP haben, was weniger als halb so viel ist wie bei den High-End-Modellen der Konkurrenz. Zudem nutzt der Sensor die gleichen RYYB-Farbfilter wie die Kamera des Vorgängers Huawei P30 Pro.

Ausschlaggebend für das Gelingen passabler Fotos ist allerdings nicht nur die Pixelanzahl, wie beispielsweise das HTC One mit seiner 4,3 MP-Knipse, deren Bildqualität durchaus zu überzeugen wusste, schon vor Jahren beweisen konnte. Der Clou der HTC One-Kameras war nicht die Anzahl der Pixel, sondern deren Größe. Pixel dienen als Lichtfänger – je mehr es davon gibt, desto mehr Details fängt der Sensor theoretisch ein.

Sony IMXR700 im Huawei P40: Klasse statt Masse?

Aber eben nur theoretisch. Eine hohe Pixelanzahl benötigt nämlich einen großen Sensor, um genug Licht für klare, detailreiche Bilder aufnehmen zu können. Je größer die einzelnen Bildpunkte jedoch sind, desto mehr Licht fangen sie ein. Das macht sich der IMX700-Sensor von Sony zunutze, der Gerüchten zufolge über einen 1 / 1,33-Sensorbereich mit Unterstützung der 16-Pixel-Binning-Technologie (4×4) verfügen soll.

Im Gegensatz zum 108 MP-Sensor des Samsung Galaxy S20 Ultra, der eine 9-Pixel-Integration (3×3) mit einem einzigen großen Pixel von bis zu 2,4 μm unterstützt, beträgt die größte Einheit der lichtempfindlichen Pixel beim Sony IMX700 ungefähr 4,48μm. Schauen wir uns den 108 MP-HMX-Sensor vom Xiaomi Mi 10 Pro an, stellen wir fest, dass dieser nur  die 4-Pixel-Integration (2×2) mit einer Einzelpixelgröße von 1,6μm liefert.

IMXR700-Sensor des P40 setzt auf hohe Lichtausbeute durch größere Pixel

Zumindest bei schlechten Lichtbedingungen könnte die vermeintliche Hauptkamera der P40-Reihe also womöglich bessere Fotos schießen als die der beiden anderen Boliden. Eine 52 MP-Kamera muss eben nicht zwingend schlechter sein als eine mit 108 MP, zumal auch die Kameraeinheit der Huawei P40 Serie mit mehreren Objektiven ausgestattet sein soll.

So kommt zur Hauptkamera der Huawei-Smartphones vermutlich noch ein 40 MP-Ultraweitwinkelobjektiv, ein 10-fach optisch variables Periskopobjektiv sowie ein ToF-Tiefensensorobjektiv hinzu. Theoretisch klingt das doch schon mal super. Wir sind gespannt auf Vergleichsfotos vom Huawei P40, Samsung Galaxy S20 Ultra und Xiaomi Mi 10 Pro – wenn es denn soweit ist.

Wie steht ihr dazu, dass Handy-Kameras mit immer größeren Kamera-Modulen und Megapixeln ausgestattet werden. Ist euch die Kamera bei der Auswahl eines Smartphones wichtig? Schreibt uns eure Antwort auf Facebook oder direkt per Mail an Redaktion@Curved.de.


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