USA machen Huawei kaputt: Hersteller soll Produktion herunterfahren

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Huawei baut seit Jahren gute Smartphones – doch immer mehr Steine liegen im Weg des Herstellers
Huawei baut seit Jahren gute Smartphones – doch immer mehr Steine liegen im Weg des Herstellers(© 2020 CURVED Magazin)

Der Handelsstreit zwischen den USA und China sorgt seit geraumer Zeit dafür, dass Huawei die Google-Dienste nicht mehr auf allen seinen Android-Smartphones nutzen darf. In den vergangenen Monaten spitzte sich die Lage immer weiter zu. Und einem Bericht zufolge führt das nun zu den nächsten Konsequenzen für den weltweit größten Smartphone-Hersteller.

Rechnet Huawei mit weniger Verkäufen? Der Hersteller soll die Smartphone-Produktion derzeit herunterfahren. Dies berichtet DigiTimes unter Berufung auf Quellen aus der Zulieferkette des Herstellers. Wie stark das Unternehmen die Herstellung bremst, geht aus der Quelle jedoch nicht hervor. Für so einen Schritt könnte es aber mehrere Gründe geben.

Vorübergehende Bremse?

Dass Huawei weniger Smartphones produziert, wäre aufgrund einer Zuspitzung des Handelsstreits denkbar: Künftig darf der Hersteller keine US-Bauteile für seine Smartphones mehr verwenden. So habe Huawei auch nur noch bis zum 15. September 2020 die Möglichkeit, den hauseigenen Kirin-Chipsatz zu produzieren.

Wie es danach weitergeht, ist offiziell noch nicht bekannt. Gut möglich also, dass Huawei erst einmal auf die Bremse tritt, bis es eine zufriedenstellende Lösung gibt. Wie viele US-Bauteile in den Handys aus China stecken, erfahrt ihr hier.

Weniger Absatz ohne Google?

Ein weiteres Problem könnten die Verkaufszahlen darstellen. Gerade in Deutschland und anderen Teilen Europas sind viele Nutzer an die Google-Dienste gewöhnt. Neue Modelle des Herstellers, etwa die Handys der P40-Serie, kommen jedoch ohne vorinstallierte Anwendungen des Suchmaschinenriesen daher.

Unter Umständen führt das zu einer geringeren Nachfrage, was die angebliche Reduzierung der Smartphone-Produktion erklären könnte. Dabei gibt es eigentlich einige Alternativen und Möglichkeiten, um auch mit einem aktuellen Huawei-Smartphone viele der praktischen Apps zu nutzen.

Die Huawei P30 Pro New Edition verfügt noch über die Google-Dienste(© 2020 CURVED Magazin)

Moment, was ist mit dem Mate 40?

Noch im September 2020 erscheint voraussichtlich das Huawei Mate 40 (Pro) – ebenfalls ohne Google-Dienste. Aber müsste der Hersteller die Produktion dann nicht eigentlich hochfahren?

Vielleicht nicht: Es handelt sich womöglich um das letzte Top-Modell des Unternehmens mit einem Kirin-Chipsatz. Nach aktueller Informationslage könnte Huawei das Gerät also nur so lange produzieren, wie die bis zum 15. September 2020 hergestellten Kirin-Chipsätze reichen. Hier wäre es denkbar, dass das Unternehmen die Produktion also an den Chipsatz-Vorrat anpasst.

Wir gehen davon aus, dass auch im Huawei Mate 40 Pro eine beeindruckende Kamera mit coolen Features zum Einsatz kommt. Es wäre dem Unternehmen also zu wünschen, dass es bald zu Lockerungen im Handelsstreit kommt.


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