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Huawei: Letzte 90-Tage-Lizenz läuft ab – das ändert sich für euch

Huawei P40 Pro-Akku im Flaggschiff-Vergleich ganz vorne
Das Huawei P40 Pro ist eigentlich eine gute Wahl – wäre da nicht der Bann (© 2020 CURVED )
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17.08.20 von

Michael Keller

Ihr besitzt ein Huawei-Smartphone und wisst nicht, wie es nun weitergeht? Dann geht es euch so wie vielen Nutzern der chinesischen Geräte. Wir informieren euch über den aktuellen Stand und geben einen Ausblick auf die möglichen Entwicklungen im Handelsstreit.

Mitte August 2020 ist die Ausnahme-Lizenz abgelaufen, mit der Anbieter, die Huawei-Geräte benutzen, noch mit dem Unternehmen Handel treiben durften, berichtet die Washington Post. In erster Linie sind davon kleine Netzanbieter betroffen, die Technik von Huawei verwenden. Letztendlich betrifft die abgelaufene Lizenz aber alle Nutzer von Smartphones und Tablets des Unternehmens, auf denen Android als Betriebssystem läuft.

Vorerst keine flotten Updates mehr

Im Mai hatte der Handelsstreit zwischen den USA und China einen neuen Höhepunkt erreicht, dessen Leidtragender vor allem Huawei ist. Die Trump-Regierung stoppte zu diesem Zeitpunkt per Erlass den Handel mit dem Tech-Unternehmen für ein weiteres Jahr – also bis Mitte Mai 2021. Allerdings gab es eine Ausnahmeregelung für drei Monate, um kleinen Netzanbietern den Umstieg auf andere Technologie zu ermöglichen – oder Nutzern den Umstieg auf ein anderes Smartphone. Diese ist nun abgelaufen.

Dies bedeutet, dass es nun vorerst keine Updates mehr für Huawei-Smartphones gibt, auf denen Android als Betriebssystem läuft. Denn bislang konnten Google und Huawei aufgrund der Ausnahmeregelung noch in begrenztem Umfang zusammenarbeiten und Updates für die Geräte ermöglichen, die sich bereits in den Händen von Nutzern befinden.

Huawei dürfte (wenn überhaupt) erst dann an Sicherheitsupdates kommen, wenn diese auch für die frei verfügbare Open-Source-Version von Android zur Verfügung steht. Wie lange hierdurch die Wartezeiten für Nutzer ausfallen, ist noch unklar.

Hoffen auf die Wahl

Smartphones, die seit dem Bann in den Handel gekommen sind, dürfen hingegen nicht einmal mehr Google-Dienste anbieten. Dies betrifft neben dem Google Play Store als wichtigster Quelle für Apps auch die Google-Anwendungen selbst, also zum Beispiel Google Maps oder Gmail. Um die Sperre zu umgehen, hat das chinesische Unternehmen etwa das Huawei P30 Pro New Edition herausgebracht – weil darauf noch Google-Dienste erlaubt sind.

Die Handelssperre betrifft bei Weitem nicht nur die Software, also beispielsweise Android als Betriebssystem. Erst kürzlich wurde bekannt, dass im Huawei Mate 40 letztmalig ein hauseigener Kirin-Chipsatz zum Einsatz kommen könnte. Denn Huaweis Zulieferer sind auch auf US-Bauteile angewiesen. Es wird sich zeigen, wie der Handelsstreit weitergeht. In China dürfte man sicherlich mit Spannung auf die US-Wahlen im Herbst schauen – obwohl es keine Garantie dafür gibt, dass ein möglicher Nachfolger Trumps die Sperre aufheben würde.

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