Huawei: "Die USA wollen unsere Firma vernichten."

Huawei befindet sich in der Schieflage
Huawei befindet sich in der Schieflage

Der Handelsbann gegenüber Huawei zwingt den Smartphone-Giganten zu harten Schritten. Das Unternehmen trennt sich gerade von der Tochtermarke Honor, damit diese in Zukunft ohne Einschränkungen arbeiten kann. Huawei-Gründer Ren Zhengfei findet zum Abschied einige sehr harte Worte gegenüber der US-Regierung.

Honor verlässt Huawei. Diese Schlagzeile ging um die Welt, nachdem die Abspaltung der bekannten Budget-Marke vom chinesischen Mutterkonzern beschlossene Sache war. Auf einem internen Huawei-Forum hat nun CEO Ren Zhengfei Abschiedsworte an die Honor-Mitarbeiter gerichtet. Der 76-Jährige ist für klare Worte bekannt und hält sich auch dieses Mal nicht zurück. "...gewisse amerikanische Politiker wollen uns töten, nicht nur korrigieren," hieß es in seiner Rede.

CEO möchte Jobs schützen

Laut Zhengfei könne Huawei zwar auch zusammen mit Honor den Handelsbann überstehen, dies würde allerdings Millionen von Mitarbeiter bei Honor und Zulieferern ihren Job kosten. "Wir müssen keine unschuldigen Menschen ins Wasser ziehen, nur weil wir leiden", erklärte der CEO diesen Schritt.

Honor-Geräte machen momentan knapp ein Viertel der Smartphone-Lieferungen von Huawei aus. Falls Honor nun schnell auf die Beine findet und eine eigene Produktion im ausreichenden Umfang starten kann, dann rechnen Analysten der Firma eine gute Chance auf hohe Marktanteile aus. Die Marke ist auch außerhalb Chinas für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt und bietet neben Smartphones auch Laptops, Tablets oder Wearables an.

Honor-Verkauf als letzter Ausweg

Als die US-Regierung Huawei als nationales Sicherheitsrisiko eingestuft hat, war auch Honor als hundertprozentige Tochter von Huawei betroffen. Dies bedeutet, dass in den Geräten beider Firmen keine amerikanische Technologie ohne Genehmigung des Weißen Hauses zum Einsatz kommen darf. Die fehlenden Google-Dienste waren hier leider nur die Spitze des Eisberges. Ebenso schlimm ist, dass die Produktion vieler essenzieller Smartphone-Komponenten eingestellt werden musste.

Sobald Honor eigenständig ist, kann die Produktion dort ohne Einschränkungen stattfinden. Dann allerdings stehen sich die zwei Firmen als Mitbewerber gegenüber. "Wir sind in Zukunft eure Konkurrenten," schreibt Ren Zhengfei den Kollegen von Honor.


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