Huaweis Betriebssystem Harmony OS ist bereit – ein Warnschuss für Android

Her damit60
Huawei Gründer Zhengfei hatte vor der HDC 2019 das eigene OS angepriesen.
Huawei Gründer Zhengfei hatte vor der HDC 2019 das eigene OS angepriesen.(© 2019 Getty Images, PR Huawei)

Heute ist bei der Huawei Developer Conference die seit langem erwartete Bombe geplatzt: Das Huawei Betriebssystem Harmony OS wurde angekündigt – und das hat es in sich. Es verfolgt nicht nur einen ganzheitlichen Ansatz, es schießt auch einen deutlichen Warnschuss gegen Android und die US-Regierung. Die Message: Wir bleiben höflich, lassen uns aber nicht einschüchtern. 

Nach einem Rückblick auf das vergangene Jahr – natürlich unter Berücksichtigung der "unvorhergesehenen Schwierigkeiten im 2. Quartal" durch den US-Bann – kam die große Enthüllung. Huawei machte sein geplantes Betriebssystem offiziell. Es heißt Harmony OS – und soll wesentlich mehr sein, als im Vorfeld spekuliert wurde.

Viel wurde abgewiegelt, dass das Betriebssystem ausschließlich für das "Internet der Dinge" geschaffen worden sei – die Gerüchte liefen zum Großteil unter dem Namen Hongmeng OS. Doch es scheint, als sei viel Größeres geplant.  Huawei möchte damit ein komplettes Ökosystem aus smarten Geräten miteinander verbinden und so das ultimative Nutzererlebnis schaffen – darunter fallen Smartphones, Smartwatches, PCs und alle Geräte rund um Smart Home.

Huawei: "Wir können sofort auf Harmony OS umsteigen"

Das ist besonders in Hinblick auf die Spannungen zwischen China und den USA interessant, welche die vergangenen Monate für  Turbulenzen auf dem Smartphone-Markt sorgten. Mitte Mai verhängte US-Präsident Trump eine Handelssperre gegen das chinesische Unternehmen – die dann bis Mitte August ausgesetzt wurde – was insbesondere für die Beziehung zwischen dem jenes und Googles zum Problem wurde. Schließlich laufen die Huawei Geräte unter Android.

Nun erklärte Huawei-Chef Richard Yu auf der Huawei Developer Conference 2019, dass die Nutzung von Android noch immer die oberste Priorität habe – so viel zum friedvollen Teil. Anschließend  erklärte er dann jedoch entschieden: "Wenn wir in Zukunft keinen Zugang mehr dazu haben sollten, können wir sofort auf Harmony OS umsteigen." Dieser Umstieg sei dabei in wenigen Tagen zu schaffen und eigentlich sogar "sehr einfach". Stellt sich natürlich die Frage, wieso das Unternehmen dann nicht gleich auf sein eigenes OS umsattelt.

Harmony OS als Konkurrent für Android

Ein weiterer Punkt, der für den Konkurrenz-Status von Harmony OS gegenüber Android steht: Huaweis Betriebssystem soll es als Open Source geben. Damit wolle man ein globales Betriebssystem etablieren, das nicht nur für Huawei und die Tochterfirma Honor bestimmt ist. Also im Grunde genau das, was Google mit Android schon geschafft hat.

Eine direkte Schnellschuss-Reaktion auf die Sanktionen der US-Regierung scheint Harmony OS dabei nicht zu sein. Die Entwicklung des eigenen Ökosystems habe laut Huawei bereits vor zwei Jahren begonnen.


Weitere Artikel zum Thema
Honor V30 Pro erobert Kamera-Ranking: Nur ein Smart­phone ist besser
Guido Karsten
Das Honor V30 Pro heißt außerhalb Chinas vermutlich Honor View 30 Pro
In Sachen Kamera-Smartphones läuft es für Huawei sehr gut. Nach dem Test des Honor V30 Pro belegt der Hersteller die Top 3 der DxOMark-Rangliste.
Huawei P40 Pro: Rekord-Zoom, noch mehr Kamera-Linsen und ein Hauch Samsung?
Francis Lido
Die Kamera des Huawei P40 Pro wird wohl etwas ganz Besonderes
Das Huawei P40 Pro wird mit jedem Leak besser. Der jüngste ist der bisher glaubwürdigste und verspricht eine außergewöhnliche Kamera.
Huawei vs. USA: Was bedeu­tet das Teil­ab­kom­men für Smart­phone-User?
Trotz Teilabkommen: Huawei ist weiterhin vom Handelsstreit zwischen den USA und China betroffen
Das Teilabkommen zwischen den USA und China bewirkt eine vorübergehende Entspannung im Handelsstreit. Aber was bedeutet das für Huawei?