Hype-Spiel "Playerunknown's Battlegrounds": Darum reden alle über PUBG

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PUBG ist derzeit eins der angesagtesten Spiele
PUBG ist derzeit eins der angesagtesten Spiele(© Bluehole)

PUBG - diese vier Buchstaben stehen für eines der derzeit angesagtesten Spiele auf dem Markt: "Playerunknown's Battlegrounds" (kurz: "PUBG") hat in den Steam-Charts mit den meisten Spielern inzwischen sogar "GTA 5" überholt. Sechs Millionen Mal wurde es seit März 2017 für PC verkauft. Dabei ist das Game noch nicht mal fertig. Wie kann das sein?

PUBG bietet vor allem eines: Einflussmöglichkeiten. Das Spiel wird eng mit dem Feedback der Community entwickelt. Die Fans haben das Gefühl, dass man ihnen zuhört und sie einen Einfluss auf die Richtung des Spiels nehmen können. Der zweite Grund, warum PUBG so abartig erfolgreich ist: Das Spiel gibt Euch (je nach Glück oder Euren Fähigkeiten) kurze, sehr intensive Actionmatches, ist herausfordernd und spannend.

Das Spielprinzip

Eine Runde dauert im Schnitt nur etwa 30 Minuten. Ihr startet, indem Ihr per Fallschirm auf einer Insel abgeworfen werdet. Die Spielfläche ist mit acht mal acht Kilometer riesengroß. Ihr verfügt zu Beginn über keinerlei Waffen und habt keine Ausrüstung. Die Aufgabe? Überleben! Denn pro Karte treten bis zu 100 Spieler gegeneinander an. Zu Beginn ist das Spielfeld zwar enorm groß, verkleinert sich jedoch über die Zeit, sodass die Gamer zum Showdown gezwungen werden.

"Playerunknown's Battlegrounds": Mit dem Fallschirm startet Ihr jedes Mal ins Spiel. Wo Ihr landet, könnt Ihr beeinflussen(© Bluehole)

Das Genre des Spiels nennt sich "Battle Royale" und kombiniert Survival-Aspekte mit dem "Last Man Standing"-Prinzip: Der Letzte, der überlebt, gewinnt. Auch wenn es nicht das erste Spiel dieses Genres ist, treibt es alle Facetten auf die Spitze: Mapgröße, Spieleranzahl sowie Möglichkeiten oder Freiheiten - und das alles auf einem spielerisch sehr hohen Niveau. Beeindruckend!

Während Ihr durch die Landschaft schleicht, findet Ihr Ausrüstung, Waffen, Autos und Co.. Das Spiel überlässt es Euch, wie Ihr spielt und Gegner ausschaltet. Vor allem die Schusswaffen haben es in sich. Hier haben die Entwickler viel Wert auf Realismus gelegt: Mit einer einfachen Pistole könnt Ihr niemanden auf Entfernung treffen. Wenn Ihr mit einem Sturmgewehr ballert, könnt Ihr zwar heftigen Schaden anrichten, die Waffe verzieht allerdings. Permanent müsst Ihr auf andere Spieler achten. Nichts ist vorhersehbar.

Der Erfolg

Das Spiel wurde im März 2017 auf Steam für PC veröffentlicht, befindet sich aber immer noch in einem Early-Access-Status. Heißt: Ihr könnt es schon spielen, es ist aber noch gar nicht fertig. Ständig reichen die Entwickler neue Updates und Funktionen nach und arbeiten dafür eng mit den Spielern zusammen. Durch das aktuelle Update könnt Ihr das Spiel sogar auf Servern spielen, wo alle den Kampf aus der Ego-Perspektive statt wie bisher aus der Verfolgersicht (Third Person) erleben. Bald soll es auch neue Karten für die Kämpfe geben. Die fertige Version ist für Oktober 2017 geplant und wird dann für PC und Xbox One erscheinen. Später für Playstation 4. Mehr als sechs Millionen Mal wurde das Spiel inzwischen verkauft. In den Steam-Charts liegt das 30-Euro-Spiel noch vor "GTA 5" direkt hinter den meistgespielten Games "Dota 2" und "Counter Strike: Global Offensive".

Erdacht wurde PUBG von Brendan Greene. Er wollte ein Spiel spielen, das es so nicht gab, also entwickelte er es selbst. Zuerst als Modifikation von "Arma 2", dann als Spielmodus in "H1Z1" und schließlich als komplett eigenständiges nach seinem Gamernamen "Playerunknown" benannten Spiel.

Im Interview mit Cnet erzählte er, dass er das Spiel "America's Army" toll fand, weil man bei einem Fehler für eine Runde tot war und nicht einfach wieder neu ins Spiel kam. Diese Spielmechanik war für ihn besonders spannend, da man den Wert seines Charakters eher schätzt, wenn man nicht ständig wieder neu ins Spiel kommt. Spieler würden bessere Entscheidungen treffen, wenn sie wüssten, dass sie für eine Runde wirklich tot sind:

"I liked America's Army because if you made a mistake, you were dead for that round and you couldn't just respawn. I loved that mechanic. [...] You don't really value your character when you get to respawn constantly. That whole idea that during a round, once you die, you're dead... you make better decisions."

Greene suchte außerdem eine neue Herausforderung, weil ihm aktuelle Spiele nicht schwierig genug waren. Er sei mit Spielen aufgewachsen, die einen Endboss haben, bei dem man Wochen versucht hat, ihn zu besiegen. So etwas gebe es heutzutage nicht mehr:

"My frustration with a lot of AAA game titles was that they weren't hard anymore. Once you die two or three times, you know where the enemies are coming from [...] I come from an era where the end boss for a game, you spend f****** days or weeks trying to beat him. With a lot of the AAA titles these days, there's no boss at the end."

Keine Angst haben!

Ja, PUBG ist sehr herausfordernd und schwierig. Aber dennoch macht es auch Anfängern viel Spaß. Kleinste Erfolge, wie das Finden einer Waffe, oder das Ausschalten eines anderen Spielers lassen die Endorphine nur so sprudeln. Bei PUBG dürft Ihr als Spieler keine Angst haben ausgeschaltet zu werden. Das lässt sich nicht vermeiden. Nur wer sich traut, die Welt erkundet und zur Not eben einfach eine neue Runde startet, wenn er umgelegt wird, wird lange etwas von PUBG haben. Nervenkitzel und Erfolgserlebnis liegen hier sehr nah beieinander - und genau das macht PUBG zu etwas ganz Besonderem.