In "Find my Phone" spielt ein gestohlenes Smartphone die Hauptrolle

Wenn das Smartphone geklaut wird, ist der Ärger groß. Zu viel von unserem Leben befindet sich (meist ohne Backup) auf dem Gerät. Dazu kommt, dass die Handys inzwischen so teuer sind, dass sie auch nicht mal eben ersetzt werden können. Doch was passiert eigentlich mit den gestohlenen Geräten? Und kann man sie nicht doch irgendwie wiederfinden? Der Niederländer Anthony van der Meer hat genau das in einem Kurzfilm dokumentiert.

Die Idee kam dem Filmemacher als sein iPhone gestohlen und ihm schmerzlich bewusst wurde, wie viele persönliche Informationen damit ebenfalls weg waren. Also hat er ein zweites, präpariertes Smartphone stehlen lassen. Dieses Mal ein Android-Handy, auf dem er eine Art Spyware installierte, um alle Schritte des Diebes aufzuzeichnen.

"Find my iPhone" war nutzlos

Als Anthony van der Meer sein iPhone geklaut wurde, wollte er es per "Find my iPhone" wiederfinden oder zumindest lokalisieren. Doch alles, was er zu sehen bekam, war die Meldung, dass alle Geräte offline seien. Denn wenn der Dieb die SIM-Karte entfernt und das Gerät zurücksetzt, kann es nicht mehr getrackt werden.

Auf dem Android-Smartphone installierte er deshalb Cerberus. Dieser Software kann sich so verankern, dass sie selbst durch das Zurücksetzen des Geräts nicht gelöscht wird. Mit Ceberus bekommt Ihr immer die aktuelle GPS-Position und könnt sogar Fotos, Videos und Audio aufnehmen lassen.

So hat das Filmteam versucht sich das Smartphone klauen zu lassen. Es steckte locker in der Außenseite eines Rucksacks(© 2016 Youtube/Anthony van der Meer)

Pornografie und Drogengespräche

Als das präparierte Smartphone dann gestohlen wurde, konnte das Filmteam genau sehen, wo es sich befindet, denn der Dieb hatte es nicht mal ausgeschaltet. Per Fernsteuerung konnte nun ein Foto aufgenommen werden. Wahrscheinlich lag es in einer Tasche, denn zu erkennen war nicht viel. Das aufgenomme Audio passte zur GPS-Position am Amsterdamer Bahnhof.

Danach wurde das Telefon ausgeschaltet. Am Abend bekam das Team die Benachrichtigung, dass es erneut online ging - mit einer neuen SIM-Karte und arabischer Nummer. So verfolgte das Filmteam jeden Schritt des Diebes, um mehr über ihn herauszubekommen. Sie konnten sogar ein Foto mit der Frontkamera auslösen als er es benutzte und so ein Selfie zur endgültigen Enttarnung aufnehmen.


Nach einer Weile fanden sie sehr viel über den Dieb heraus. Das gestohlene Smartphone wurde zum Beispiel öfter für Sex-Anrufe und Pornografie verwendet und irgendwie war es spannend sein Leben in Textnachrichten, Bild und Ton mitzuverfolgen - auch wenn es dabei oft um Drogen oder Junkies ging. Doch irgendwann war sein Datenvolumen ständig überzogen, denn das Team nutzte ja seine mobile Datenverbindung, um die Inhalte von dem Gerät auf ihren Computer zu übertragen. So fiel dem Dieb wahrscheinlich auf, dass etwas nicht stimmte – und das Telefon ging offline.


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