Innenminister: Persönlichkeitsprofile gehören verboten

Sollten die Forderungen de Maizières in Zukunft umgesetzt werden, würde das Google in Bedrängnis bringen
Sollten die Forderungen de Maizières in Zukunft umgesetzt werden, würde das Google in Bedrängnis bringen(© 2014 CC: Flickr/whiteafrican)

Der Datensammelwahn von Google und Co. ist Innenminister Thomas de Maizière offenbar ein Dorn im Auge: In einem Interview mit der F.A.S sprach er sich gegen das Anlegen von Persönlichkeitsprofilen aus, schreibt die FAZ.

"Wenn Sie zum Beispiel sagen, Google darf Ihren Standort verwenden, um die Wegstrecke zu berechnen, dann wollten Sie damit sicher nicht einwilligen, dass Google Ihr Bewegungsprofil erstellt", so de Maizière. Der Innenminister fordert stattdessen zusätzliche Instrumente, die "eine sinnvolle Nutzung von Big Data ermöglichen und zugleich die unzulässige Erstellung von Persönlichkeitsprofilen unterbinden".

Sicherheitsstandard Made in Europe gefordert

Indes laufen im Hintergrund Verhandlungen über eine Datenschutzverordnung auf EU-Ebene, die 2015 beendet sein sollen. Ginge es nach Thomas de Maizière, würde es in Zukunft einen Datenschutzausschuss geben, der für die gesamte EU zuständig ist. Verbindlich seien dabei aber lediglich die Entscheidungen des Gremiums, wie die einzelnen Nationalstaaten die Vorgaben umsetzen, bliebe ihnen selbst überlassen. Es sei eine große Chance, einen "Sicherheitsstandard Made in Europe" zu bekommen, so der Innenminister weiter. Er hält eine befristete Dauer von fünf Jahren für so eine Verordnung aufgrund der raschen Entwicklung im Technologiebereich für angebracht.

Was genau in seinen Augen eine sinnvolle Nutzung darstellt, führt er nicht aus. Es liegt jedoch nahe, dass damit unter anderem die Vorratsdatenspeicherung gemeint ist, deren Fürsprecher er ist, zeigte sich doch enttäuscht, als das EuGH im April 2014 die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung kippte.


Weitere Artikel zum Thema
Galaxy S9: Samsung könnte den Finger­ab­druck­sen­sor ins Display inte­grie­ren
Guido Karsten3
In der Zeichnung umgibt das Display des Galaxy S9 die Fläche des Fingerabdrucksensors
Beim Galaxy S9 ragt der Fingerabdrucksensor womöglich als Insel in das Display hinein. Dies lässt ein Patentantrag vermuten.
Nokia 3 erhält Sicher­heits­up­date für Okto­ber
Michael Keller1
Das Nokia 3 ist seit Ende Juni 2017 in Deutschland erhältlich
Das Nokia 3 wird mit dem Sicherheitsupdate für Oktober bedacht – und der Herausgeber zeigt, dass er nicht nur seine High-End-Smartphones im Blick hat.
Galaxy S8 und Galaxy S8 Plus erhal­ten Sicher­heitspdate für Okto­ber
Christoph Lübben
Das Update schließt mehrere Sicherheitslücken auf dem Galaxy S8
In den ersten Regionen erreicht das Sicherheitsupdate für Oktober 2017 das Galaxy S8 und das S8 Plus. Offenbar ist die Aktualisierung größer.