Integration in Android Messages und mehr: Pläne mit dem Google Assistant

Der Google Assistant steht bald auch in Android Messages zur Verfügung.
Der Google Assistant steht bald auch in Android Messages zur Verfügung.(© 2017 CURVED)

Google nutzt den Mobile World Congress für eine vergleichsweise kleine Ankündigung: Der Google Assistant wird Teil von Android Messages und kann euch in Flüge einchecken. Erstere Funktion dürfte eingefleischten Google-Fans bekannt vorkommen.

Auf der Google I/O 2016 war die Chat-App Allo eine der großen Neuheiten. Später hatten Nutzer über die Anwendung zum ersten Mal die Gelegenheit, den Google Assistant auszuprobieren. 2018 ereilte Allo das Schicksal vieler Google-Chat-Apps: Das Unternehmen verkündete das Aus für den Messenger. Im März 2019 ist Schluss. Die Funktion bleibt aber bestehen: Auf dem Mobile World Congress kündigte Google an, den Assistant in Android Messages zu integrieren. Die App ist auf jedem Android-Smartphone vorinstalliert und dient als SMS-App.

Chats mit Mehrwert dank Google Assistant

Die Funktionsweise bleibt gleich: Chatten zwei Gesprächspartner etwa darüber, wohin es später zum Essen gehen soll, klinkt sich der Assistant mit Suchvorschlägen in die Unterhaltung ein, ohne dass ihr die Nachrichten-App verlassen müsst. Google machte das am Beispiel einer Unterhaltung über "Tapas" deutlich. Der Assistant lieferte daraufhin Vorschläge wie "Tapas Restaurant" oder "Tapas Bar". Tippt ihr drauf, bekommt ihr Restaurants angezeigt, die ihr mit eurem Gesprächspartner teilen könnt.

Der Google Assistant in Messages wird ähnlich wie in der App Allo funktionieren.(© 2016 CURVED)

Wie man es von der Google-Suche kennt, gibt es unter dem Eintrag auch die Möglichkeit, sich die Route zum Restaurant oder die StreetView-Ansicht vor Ort anzeigen zu lassen. Alternativ kann man direkt anrufen und einen Tisch reservieren oder sich vorher über TripAdvisor oder Yelp schlau machen, ob es sich wirklich um ein gutes Lokal handelt. Die Funktion erreicht die App in den kommenden Wochen, wird aber erstmal englischen Nutzern vorbehalten sein. Außerdem lassen sich zunächst nur Infos zu Wetter, Filmen und Restaurants abrufen.

Google Assistant als Flug-Assistent

Eine weitere praktische Sache, die nichts mit der Chat-Apps zu tun hat: Über den Assistant könnt ihr bald auch in Deutschland recht einfach in Flüge einchecken. Heißt: Ihr müsst nicht mehr die Buchungsnummer heraussuchen und euch über die App oder die Webseite der Airline zum Check-in anmelden. Stattdessen sagt ihr: "Ok Google, Check-in für meinen Flug".

Ihr könnt dann einfach den Sicherheitsbestimmungen zustimmen und einen Platz auswählen. Im Anschluss erhaltet ihr eure Boardkarte, die praktischerweise am Flughafen automatisch auf dem Smartphone angezeigt wird. Voraussetzung dafür ist, dass ihr die Reisedaten von der Fluglinie per Mail an eure Gmail-Adresse bekommen habt. Von dort zieht sich Google die Daten und trägt die Reise gleichzeitig auch in den Kalender ein. Zusätzlich müsst ihr mit einer Airline fliegen, die die Funktion unterstützt. Swiss Air, Lufthansa und Austrian Airlines werden den Service in den kommenden Wochen auf Deutsch und auf Englisch anbieten.

Google Maps als Vorbild

Google erhofft sich durch beide Funktionen mehr Interaktion mit dem Google Assistant. Schließlich wolle man einen universalen Assistenten anbieten, der auf jedem Gerät und in jeder Software weiterhilft. Vorreiter dafür war Google Maps. In den USA ist der Assistant bereits in den Kartendienst integriert. Laut Google führte das dazu, dass Nutzer den Assistant bis zu 15-mal häufiger nutzen, um während der Fahrt per Sprache Nachrichten zu diktieren, Telefonanrufe zu tätigen oder nähere Informationen zum Fahrtziel zu erfragen.

Außerdem soll der Google Assistant in Zukunft über eine dedizierte Taste für Nutzer zugänglicher gemacht werden, über die ihr den Assistenten aufrufen könnt. Einige Smartphones von Nokia, Xiaomi, LG und TCL bieten so eine Taste bereits. Darüber hinaus will man die Integration des Assistant in dem Betriebssystem KaiOS verbessern. Die Software kommt auf sogenannten Feature Phones, also klassischen Handys, zum Einsatz. Auf diesen Geräten können Nutzer bald auch Spracheingaben tätigen. Das erspart das nervige Tippen auf den numerischen Tastaturen.


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