Interesse an Kabelnetzanbieter Tele Columbus ist groß

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters ist die Deutsche Telekom, Unitymedia sowie Kabel Deutschland an einer Übernahme des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus interessiert. Das schreibt die Agentur unter Berufung auf "Finanz- und Unternehmenskreise". Tele Columbus ist in Deutschland der viertgrößte Kabelnetzbetreiber. "Danach gibt es nichts mehr auf dem deutschen Markt", so ein Eigner gegenüber Reuters.

Zwei mit dem Thema vertraute Banker erklärten gegenüber Reuters, ein Kauf von Tele Columbus sei für die Deutsche Telekom sehr sinnvoll. Unklar ist noch, ob der Bonner Konzern schon ein formales Angebot eingereicht hat.

Telekom ohne Kabelnetz

Vor etwa zehn Jahren musste  die Telekom ihr Kabelnetz abstoßen. Daher muss sich die Firma immer wieder gegen die aufstrebenden Konkurrenten beweisen, die ihr vor allem DSL-Kunden wegschnappen. Außerdem können die Daten in Kabelnetzen schneller weitergeleitet werden, was der Deutschen Telekom zusätzlich zu schaffen macht. Eine Übernahme von Tele Columbus könnte eine Kehrtwende mit sich bringen.

Doch auch Kabel Deutschland könnte möglicherweise den Zuschlag bekommen. Laut Reuters sei der Konzern "seit Jahren auf Tele Columbus" aus. "Die Synergien aus so einem Deal wären für Kabel Deutschland am höchsten", sagte ein Insider zur Nachrichtenagentur. Der Kabelnetzbetreiber beziehe beispielsweise in Teilen sein Fernsehprogramm von Kabel Deutschland.

Schuldenfrei abgeben

Insider sprechen von einem möglichen Übernahmeangebot in Höhe von mindestens 600 Millionen Euro. Der Geldbetrag deckt sich mit dem aktuellen Schuldenstand des Unternehmens; er liegt ebenfalls bei 600 Millionen Euro.

Das Einzugsgebiet des Netzbetreibers Tele Columbus liege verstärkt in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Ostdeutschland. Ungefähr 2,1 Millionen Kunden soll das Unternehmen zählen, allerdings sei es seit Jahren finanziell angeschlagen. Bereits vor zwei Jahren stand der Kabelnetzbetreiber vor der Insolvenz, die knapp verhindert werden konnte.

Die Interessenten müssen abwarten, was das Bundeskartellamt sagt. Die Behörde stehe einem Kauf eher skeptisch gegenüber, heißt es.