Interview mit HTC One Designer Daniel Hundt

Eine erste Designskizze des HTC One, zeigt Details der Verarbeitung des HTC Flaggschiffes.
Eine erste Designskizze des HTC One, zeigt Details der Verarbeitung des HTC Flaggschiffes.(© 2014 HTC)

Zur Vorstellung des neuen HTC One bekamen wir die Möglichkeit, mit HTC One Designer Daniel Hundt ein Interview zu führen. Dazu gab es noch einen Blick auf exklusive Zeichnungen aus der One-Entwicklungsphase, die einmal einen ganz anderen Blick auf das neue Flaggschiff erlauben. Viel Spaß mit dem Interview:

Können Sie etwas über sich und Ihre Position bei HTC erzählen und was Sie vorher gemacht haben.

Ich bin Kreativ-Direktor bei HTC und seit vier Jahren dabei – eine spannende Aufgabe. Ich war vorher bei verschiedenen Agenturen tätig und habe auch mal bei Audi in München im Design gearbeitet.

Woher kam die Inspiration für das Design des HTC One?

Bei dem HTC One war die Inspiration die Frage, was wir mit neuen Materialien, im speziellen Aluminium, machen können und was für Produktionsmethoden – Manufacturing Methods – es gibt, um diese Vision umzusetzen. Wir wollten under  bestes Produkt bis jetzt gestalten. Und auch das wertigste Produkt, einfach das Produkt mit der besten Umsetzung.

 

HTC One Skizze - Front, Rückseite und Inneres

Unsere Idee war es, ein Produkt zu schaffen was keine „Part Breaks“ hat, was ein komplett „monolithischer“ Block ist, und ich finde das ist uns hier gelungen. Umgesetzt haben wir das mit einer Technologie, die sich im Englischen „Co-moulding“ nennt. Es funktioniert so: Wir fräsen einen Block Aluminium, den verbinden wir mit einem Polycarbonat-Kunststoff und nachdem diese Materialien verbunden sind, werden sie einfach noch einmal CNC-gefräst. Dadurch entsteht dieses perfekte Teil hier. Wir sind stolz auf diese Technologie, sie verleiht dem Produkt eine Wertigkeit, die ihresgleichen sucht.

Wie wirkt sich dies auf die Produktionsdauer und den Produktionsprozess aus?

Es ist eine extrem lange Produktionskette. Allein die Herstellung des Metallteils, über den wir gerade gesprochen haben, umfasst schon unendlich viele einzelne Schritte. Man fängt mit einem Block Aluminium an, der wird innen ausgefräst, dann wird das Plastik dazu gefügt, dann wird es nochmal gefräst, dann werden die ganzen Kanten poliert. Es sind unzählige Schritte. Es ist eine Meisterleistung unserer Ingenieure, einen Prozess entwickelt zu haben, der effizient ist, uns aber trotzdem so ein geniales Design erlaubt.

Wieso hat man auf das HTC Markenzeichen des letzten Jahres – hochwertiges Polycarbonat – zugunsten von Aluminium verzichtet? Ich denke an das HTC One X und vor allem das HTC 8X, deren Verarbeitung über jeden Zweifel erhaben sind.

Wir haben uns bei HTC die Frage gestellt, was als nächstes kommt. Wir lieben Aluminium. Es ist Teil von HTCs Historie, dass wir uns immer wieder gepusht haben, neue Produktionsmethoden anzuwenden. So damals auch beim Legend mit seinem Metall-Unibody. Das gehört wirklich zur DNA bei HTC. Dies haben wir wieder aufgegriffen und weiterentwickelt. Wir haben uns gefragt, wie können wir das jetzt mit den neuen Antennen, die sich so viel weiterentwickelt haben, umsetzen. Unsere Ingenieure haben hier ganze Arbeit geleistet und die Antennen in das Metall integriert. Das, was man am Boden sieht und am oberen Bereich, sind wirklich Teile der Antennen, was uns dann natürlich erlaubt, die komplette Rückansicht in Metall zu gestalten.

HTC One Unibody Skizze

Das bringt mich zur nächsten Frage: Viele Hersteller verzichten auf Aluminium, da dies die Empfangsleistung mindere und vor allem NFC nicht durch Metall funktioniere.

Die NFC-Antenne ist auch in den Aluminium-/Polycarbonatkörper mit eingebunden. Eine Sache die uns wirklich wichtig ist bei HTC: Ehrlichkeit und Authentizität. Wenn wir Produkte designen und Materialien verwenden, dann wollen wir sie auf „ehrliche“ Weise nutzen. Wir verwenden zum Beispiel kein lackiertes Polycarbonat mehr, beispielsweise ein schwarzes Polycarbonat das rot angesprüht wird. Wenn wir ein Produkt designen und wir nutzen ein Material, dann muss es authentisch sein. Dann soll das Produkt auch den Eigenschaften des Materials entsprechen. Wir wollen uns da nicht verbiegen oder irgendetwas faken. Es ist uns einfach sehr wichtig, dass wir ehrlich sind.

Wie kam man auf die Idee, einen Infrarot-Sender zu integrieren?

Smartphones sind wie schwarze Löcher, denn über die Jahre hinweg haben sie viele Produkte im Haushalt ersetzt. Ich kann bei mir zu Hause damit die Heizung programmieren, es gibt in Zukunft keine Radios mehr, es gibt irgendwann auch keine Laptops mehr, weil wirklich vieles von einem Smartphone ersetzt wird. Da war es nur naheliegend, auch die zahlreichen Fernbedienungen, die man zu Hause hat ins Smartphone zu integrieren.

Und wie kam es dazu, den Sender  gerade im Power-Knopf zu verstecken?

Es war einfach eine naheliegende Möglichkeit. Der Knopf beim One befindet sich an der vorderen Kante und hat daher die perfekte Position für eine Infrarot-Schnittstelle.

Kann man für 2013 noch mit einem Windows Phone ähnlicher Bauweise rechnen?

Das kann ich Ihnen leider nicht verraten, aber Sie können gespannt sein. Wir werden auf jeden Fall beide Betriebssysteme, Android wie Windows Phone, weiterhin supporten!

Alles klar, vielen Dank für das Interview!


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