iOS 10 Beta 4: Die Neuheiten der Entwicklerversion im Detail

Die vierte Entwicklerversion von iOS 10 haben wir, wie schon die Vorgänger-Versionen, aufs iPhone geladen und zeigen Euch nach dem Video-Rundgängen durch die ersten beiden Beta-Versionen die Veränderungen der Beta 3 in Bildern.

Mit fortlaufender Arbeit an den Beta-Versionen fügen die Entwickler immer weniger neue Funktionen hinzu und bügeln stattdessen Fehler aus, damit in der finalen Version alles rund läuft. Aber trotzdem gibt es auch bei der Beta 4 von iOS 10 einige Veränderungen zu entdecken, z.B. über 100 neue Emojis.

iOS 10 Beta 4: Neue Emojis und ein erweitertes Kontrollzentrum

Die auffälligste Änderung der vierte Beta von iOS 10 sind die über 100 neuen Emojis, die unter viele weibliche Emojis hinzufügen und anderen ein leicht verändertes Design verpassen. Ebenfalls die Tastatur betreffen neue Töne für Sondertasten wie Zurück, Return, die Leertaste usw. Die haben sich gefühlt jetzt in jeder Beta irgendwie verändert.

Ebenfalls oft verändert hat Apple in letzter Zeit das Kontrollzentrum. Das zeigt jetzt beim ersten Aufrufen einen Hinweis auf die neue Aufteilung mit eigenen Karten für iPhone-Kontrolle, aktuelle Wiedergabe und die Home-App an. Kleine Änderungen lassen sich beim Layout und Farben der Health-App erkennen – Videos sind aber immer noch Platzhalter. Dafür sind die Animationen der App-Ordner schneller geworden.

Wenn Ihr das iPhone ausschaltet vibriert es mit der Beta 4 von iOS nicht mehr. Dafür ist die große Datumsanzeige auf dem Widget-Bildschirm zurück – zumindest, wenn Ihr ihn über die Benachrichtigungszentrale oder den Sperrbildschirm aufruft. Darüber hinaus hat Apple noch alte Wallpaper entfernt – und noch keine neuen hinzugefügt – sowie in den Farbfilter-Einstellungen der Display-Anpassung unter den Bedienungshilfen die Farbpallette durch eine Reihe von Buntstiften ersetzt.

iOS 10 Beta 3: Siri wird für Drittanbieter-Apps fit gemacht

Bevor wir uns sichtbaren Veränderungen zuwenden, erst einmal akustische: So sind die Tastentöne aus der Beta 1 zurück. Wenn Ihr das iPhone sperrt, ertönt aber ein anderes Klick-Geräusch als bisher. Zudem vibriert das Smartphone zur Bestätigung leicht. Bleiben wir musikalisch: In Apple Music ist das sperrig übersetzte Label "Geladene Musik" wieder da, die eigene Mediathek ist der neue Standard-Suchort und nicht mehr der Katalog von Apple Music. Bei Playlisten taucht ein optisch neuer, aber funktional schon bekannter "Abonnieren"-Button auf.

Bei den Widgets im Lockscreen könnt Ihr in der oberen Zeile jetzt die Uhrzeit sehen. Die Option "Zum Öffnen Finger auflegen" funktioniert wieder wie gewohnt. Man muss für Touch ID den Homebutton nicht mehr, wie in den ersten Beta-Versionen, drücken. In den Einstellungen von Siri findet sich der neue Menüpunkt "Siri App Support". Ihr könnt hier später einsehen, welche Drittanbieter-Apps mit der Sprach-Assistentin verbunden sind und ggf. die Einstellungen anpassen.

In iMessage gibt es eine neue Animation, wenn Euer Gesprächspartner gerade schreibt. Die Bilder in der Auswahl sind jetzt vollständig zu sehen und nicht mehr zu Quadraten beschnitten. Aus Safari und Mail lassen sich Dateien direkt in iCloud Drive speichern, die Videos in der Health-App haben kurze Beschreibungen erhalten. Und wenn Ihr den App Store-Link zu einer App per 3D Touch teilen wollt, seht Ihr eine neue Beschriftung dieses Menüpunktes.

iOS 10 Beta 2: Der iMessage App Store ist da - mit den ersten vier Apps

Die Stoppuhr ist wieder in digitaler Form vorhanden und hält als Option weiterhin die analoge Anzeige mit Zeiger bereit. Deaktiviert Ihr das "Schlafenszeit" genannte Feature, graut iOS 10 Beta 2 sie nur aus und blendet sie nicht mehr komplett aus. Der iMessage App Store ist jetzt mit den ersten vier Apps von Apple live. Zudem erhaltet Ihr zum Erstellen von Scribbles mit Digital Touch direkten Zugriff auf die Kamera. Die Scribbles sollen jetzt auch auf Geräten mit iOS 9 zu sehen sein – ohne Animation, aber immerhin. Zudem könnt Ihr in den Einstellungen jetzt festlegen, dass iMessage Fotos in niedriger Qualität verschickt.

Ebenfalls neu in den Einstellungen ist die Option mit dem Finger nicht mehr die Home-Tasten drücken zu müssen, sondern diesen nur noch auf den Homebutton abzulegen, um das iPhone zu entsperren. Die Home-App hat in den Einstellungen ein neues Icon erhalten. Die Textgröße sowie die automatische Sperre findet Ihr jetzt unter "Anzeige & Helligkeit". In den Schnelleinstellungen haben die Taschenlampe und der Timer neue Icons für 3D Touch erhalten.

Ordner auf dem Homescreen sind etwas transparenter und der Hintergrund dafür unschärfer geworden. Apple News gehört in der Beta 2 zu den vorinstallierten Apple-Apps, die sich entfernen lassen, ist aber immer noch nicht regulär in Deutschland angekommen. Rich Notifications sollen jetzt auch auf Geräten ohne 3D Touch erscheinen. Beim Tippen erklingen wieder die alten Tastentöne. Auf dem iPad Pro gehört der App Store jetzt zu den Anwendungen, die sich im Splitscreen-Modus nutzen lassen.

Verkleinert oder vergrößert Ihr die Schrift in den Einstellungen, so gilt diese Auswahl ab iOS 10 Beta 2 auch für Apple Music. In dem Musicstreaming-Dienst findet sich jetzt auch ein Shuffle-Button für einzelne Künstler. Zu guter letzt hat die Mail-App ein neues Icon zum Filtern von E-Mails erhalten und in Safari könnt Ihr einen neuen Tab öffnen, wenn Ihr die Seiten-Option gedrückt haltet.

Videorundgang durch iOS 10 Beta 1

Der neue Lockscreen mit Widgets, die Gesichtserkennung in der Fotos-App und das neue Design der Karten-App: Viele Neuerungen von iOS 10 sind bereits in der ersten Beta enthalten, aber noch nicht alle. Andere funktionieren noch nicht wie geplant. Aber das ist bei der ersten Version für Entwickler noch gar nicht zu erwarten. Deswegen solltet Ihr sie auch nicht auf einem iPhone installieren, das Ihr weiterhin im Alltag benutzen wollt.

Sperrbildschirm mit Widgets

Die erste Veränderung begrüßt Euch gleich auf dem Sperrbildschirm. Die Benachrichtigungen werden interaktiv. Ihr könnt zum Beispiel Videos in der Vorschau sehen oder Nachrichten direkt beantworten. Ein Wisch nach links öffnet die Kamera, einer nach rechts führt Euch zu den Widgets, die Ihr ebenfalls "links" vom Homescreen findet. Ihr dürft dabei selbst festlegen, welche Apps von Apple und Drittanbietern Euch hier auf dem Laufenden halten. Viele Widgets lassen sich vergrößern und führen mit einem Klick direkt in die App.

Das Widget von Apple News ist bereits mit deutschen Nachrichten bestückt, die App selbst fehlt aber noch in der deutschen Version von iOS. Doch das Widget lässt vermuten, dass der Dienst mit der finalen Version von iOS 10 in Deutschland startet. Außerdem füllen in Zukunft nicht mehr nur Apples eigene Apps, wie etwa Apple Music, den Sperrbildschirm im Vollbildformat aus, sondern auch Apps von Drittanbietern. Bei Messengern, wie WhatsApp oder Skype, seht Ihr dann deutlich vergrößert, wer Euch anruft.

Aufgeräumter Homescreen

Der Homescreen hat sich auf den ersten Blick nicht verändert. Aber Ihr könnt ihn unter iOS 10 deutlich besser aufräumen. Viele der von Apple vorinstallierten Apps – wir haben 23 von 35 gezählt – lassen sich jetzt deinstallieren. Und solltet Ihr Euch doch noch eine Apple Watch kaufen, könnt Ihr die Watch-App aus dem App Store wieder herunterladen.

Zieht Ihr die Schnelleinstellungen nach oben, erwartet Euch auch hier ein frischer Look, aber keine neuen Funktionen. Dafür könnt Ihr auf Ihnen jetzt noch nach links wischen und seht ein Kontrollfenster für Apple Music vor Euch.

Neue Apps und neue Funktionen für alte Apps

Apple Music hat nach einem Jahr ein komplett neues, schöneres Design erhalten. Das Zentrum der App bildet nun Eure Mediathek mit Playlisten, Alben, Künstlern und der aufs iPhone geladenen Musik. Der "Für dich"-Bereich bleibt, genau wie die Radiostationen um Beats 1, erhalten. Neu ist der Entdecken-Bereich, in dem momentan passend zur EM 2016 Mario Götze Songs zum Aufwärmen präsentiert.

Die Fotos-App erkennt jetzt Gesichter, Objekte sowie Landschaften und sortiert Fotos auch nach Personen. Diese Informationen nutzt die App zusammen mit anderen Aufnahmedaten und Standortinformationen, um "Memories" zu erstellen. Dabei handelt es sich um kurze Filme aus passenden Fotos, die mit Musik hinterlegt sind. Allerdings ist Apple sich bei der Übersetzung noch nicht sicher: In iOS 10 heißt die Funktion "Andenken", in macOS Sierra "Erinnerungen" – was eindeutig die bessere Übersetzung wäre.

Die Karten-App hat ebenfalls ein neues Design erhalten und zeigt bei der Navigation jetzt auch Verkehrsinfos in Echtzeit an. Zudem öffnet Apple seinen Kartendienst für externe Entwickler, die Apps direkt mit Maps verbinden können und Euch so zum Beispiel Tischreservierungen im Restaurant ermöglichen - oder Euch ein Taxi für den Weg nach Hause rufen lassen.

Ganz neu ist die Home-App, die auf Deutsch einfach nur "Haus" heißt. Sie ist die App zu HomeKit und soll die Schaltzentrale für Euer Smart Home werden: Ihr legt einzelne Räume an und fügt smarte Glühbirnen, Überwachungskameras, Thermostate, Wetterstationen usw. hinzu. Neben einem gesammelten Zugriff auf die einzelnen Geräte könnt Ihr in der App auch "Szenen" erstellen. Also festlegen, was die Gadgets machen sollen, wenn Ihr zu Bett geht, aufsteht oder niemand zu Hause ist.

iMessage wird aufgebohrt

Viel Zeit nahm sich Apple bei der WWDC-Keynote für die Präsentation des neuen iMessage. Die Chat-App zeigt jetzt Emojis dreimal größer als bisher an und kann Worte automatisch durch passende Emojis ersetzen. Bei den sogenannten Bubble Effects könnt Ihr die Schrift in den Sprechblasen größer oder kleiner machen oder mit unsichtbarer Tinte schreiben, über die der Empfänger zum Lesen drüber wischen muss. Dazu gesellen sich Vollbild-Effekte, die über das gesamte Display Konfetti regnen oder Luftballons fliegen lassen.

Wie auf der Apple Watch könnt Ihr jetzt auch vom iPhone Scribble-Nachrichten mit der Hand zeichnen. Zudem lassen sich Fotos direkt aus iMessage zum Verschicken aufnehmen. Apple hat auch diese App für Drittanbieter-Anwendungen geöffnet. Sprich: Sie können Ihre Apps direkt mit dem Messenger verknüpfen und Ihr direkt aus iMessage auf die Inhalte anderer Apps zum Teilen zugreifen.

Bis zur finalen Version müsst Ihr Euch noch gedulden: Im Juli will Apple einen öffentlichen Beta-Test starten. Pünktlich zum iPhone 7 im September sollte die finale Version fertig sein.


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