Wird iOS 14 ein bisschen mehr wie Android?

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Öffnet Apple iOS mehr als bisher?
Öffnet Apple iOS mehr als bisher?(© 2019 CURVED)

Apples mobiles Betriebssystems ist eines der besten Argumente für den Kauf eines iPhones. Doch selbst eingefleischte Fans schielen mitunter neidisch auf die größeren Freiheiten, die Android bietet. In iOS 14 könnte Apple sich von einigen Beschränkungen verabschieden.

Hinweise darauf liefert ein Bloomberg-Bericht. Apple denke darüber nach, Browser und E-Mail-Programme von Drittanbietern auf dem iPhone als Standard zuzulassen. iOS 14 könnte es euch also etwa ermöglichen, Web-Links standardmäßig mit Google Chrome zu öffnen statt mit Safari. Analog dazu würde der Tipp auf eine E-Mail-Adresse nicht mehr zwangsläufig zur Mail-App von iOS weiterleiten. Bislang ist es iPhone-Nutzern nicht möglich, andere Standardprogramme auszuwählen.

iOS 14: Ein Schritt hin zu mehr Freiheit?

Das Ganze mag sich nur nach einer kleinen Änderung anhören. Doch dass Apple darüber nachdenkt, signalisiert zumindest, dass die Kalifornier sich vorstellen können, ihr Betriebssystem weiter zu öffnen. iOS 14 könnte den Anfang machen. Auch was konkurrierende Musik-Streaming-Dienste angeht, scheint ein Umdenken stattgefunden zu haben: Apple ziehe in Betracht, Spotify und Co. direkt auf den HomePod streamen zu lassen.

Wo zieht Apple die Grenze?

Eine entscheidende Frage, die sich stellt: Wie weit ist Apple bereit zu gehen? Die Beschränkungen von iOS sind weitreichend und oft mit sicherheitsrelevanten Aspekten verbunden. Zwar schränken die aktuellen Restriktionen für Drittanbieter-Apps deren Funktionsumfang ein. Sie sorgen aber auch dafür, dass iOS sicherer ist als Android. Apples mobiles Betriebssystem ist deutlich weniger anfällig für Schadsoftware. Es gilt also, die goldene Mitte zu finden.

iOS 14: Apple ist unter Druck

Dass Apple iOS 14 mehr öffnen könnte als bisherige Versionen des Betriebssystems, kommt nicht von ungefähr. Die Kalifornier haben von mehreren Seiten "Denkanstöße" bekommen: So stellte etwa das US-Repräsentantenhaus infrage, ob es denn rechtens sei, dass iPhone-Nutzer so stark an Safari und Co. gebunden sind. Und auch die EU hat Apple auf dem Kieker: Vergangenes Jahr hatte eine Klage Spotifys zum Beginn einer kartellrechtlichen Untersuchung geführt.

Der Vorwurf des Streaming-Dienstes: Apple missbrauche seine Monopolstellung, um Konkurrenten auszubooten. Im Zentrum der Kritik stehen die Provisionen, die Spotify und Co. an Apple entrichten müssen, wenn iPhone-Nutzer ihre Dienste über den App Store abonnieren. Letzterer steht aktuell euch durch ein kontroverses Buch im Blickpunkt: "App Store Confidential" soll Einblicke in das Geschäftsmodell hinter der Vertriebsplattform geben.

Ob iOS 14 tatsächlich mehr Freiheiten bieten wird, erfahren wir wohl spätestens im Herbst. Dann wird Apple die neue Version seines Betriebssystems aller Voraussicht nach ausrollen.


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