iOS 8: Soll Shazam Daten für gezielte Werbung sammeln?

Liefert Echtzeit-Music Charts: die beliebte iPhone-App Shazam
Liefert Echtzeit-Music Charts: die beliebte iPhone-App Shazam(© 2014 Shazam, CURVED Montage)

Erst am 17. April berichtete CURVED über eine Kooperation zwischen Apple und dem Musikerkennnungsdienst Shazam. Wie aus einem Interview mit Computerworld hervorgeht, sieht ein Professor für Medienwissenschaften, Aman Sinnreich, in der Integration von Shazams Musikerkennungstechnik in iOS 8 noch einen ganz anderen Vorteil für Apple: Shazam könnte genutzt werden, um Werbung maßzuschneidern.

Wie Sinnreich erklärt, könnte die Erkennungsmethode von Shazam in iOS 8 genauso funktionieren wie aktuelle QR-Codes. Ein iPhone 6 mit iOS 8 könnte der Überlegung Sinnreichs nach dann Filme, Werbeclips, Musik und Serien erkennen und ans Unternehmen weitergeben, welchen Medien der Nutzer ausgesetzt war. Entsprechend könnte dann automatisch und passend zu dieser Auswahl eine Reihe an Produkten ausgewählt werden, für die auf dem Mobilgerät in Zukunft Werbung geschaltet wird. Apple könnte damit also Daten darüber sammeln, wer was wann geschaut oder gehört hat, weil Shazam in iOS 8 mithören könnte. Anschließend würden dann sämtliche Werbeanzeigen an die Interessen des Nutzers angepasst werden.

Apple als Plattenlabel?

Auch sieht Sinnreich noch eine weitere Möglichkeit, die aber nicht weniger spannend klingt. Laut ihm könnte Apple auch durchaus planen, mithilfe von Shazam selbst zum Plattenlabel zu werden. Dank der Erkennungs-Software hätte Apple die Möglichkeit, alle gespielten Lieder in der Nähe jeden Nutzers zu erkennen und könnte so aufkommende Musiktrends und bekannter werdende Indie-Musiker frühzeitig entdecken. Anschließend müsste Apple die aufgespürten Stars nur noch selbst unter Vertrag nehmen und könnte sich so die hohen Abgaben an Plattenlabels sparen, die aktuell noch bei jedem Verkauf eines Songs über iTunes gezahlt werden müssen.

Ob eine der beiden Theorien von Professor Sinnreich von Apple in die Tat umgesetzt werden, müsste sich erst zeigen. Apple als Plattenlabel wäre in der Tat vorstellbar. Ob Shazams Musikerkennung aber auch für die Datensammlung zum gezielten Einsatz von Werbung verwendet werden könnte, ist fragwürdig. Immerhin müssten Nutzer die entsprechende Erkennungsfunktion dauerhaft aktiviert haben, damit Shazam an die erforderlichen Daten käme.

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