iPad Air und iPad mini - Wie Apple die Kaufentscheidung beeinflusst

Nach der Vorstellung des iPad Air und iPad mini mit Retina Display sind nun beide verfügbar, auch wenn bisher nur mit langer Wartezeit, da die Nachfrage sehr groß ist. Alle Zahlen, Features und relevanten Messgrößen sind schon lange bekannt und wurden bereits mit anderen Tablets verglichen. Doch lohnt sich ein Kauf im Vergleich zum Vorgängermodell? Um das herauszufinden, habe ich für euch mal im Apple Store am Kurfürstendamm vorbei geschaut.

Apple und die emotionale Obsoleszenz 

Guckt man sich beide iPads an, dann sind die auffälligsten Änderungen das Design, iOS 7 und das Retina Display beim iPad mini mit einer unglaublichen Pixeldichte von 326 ppi, das schafft kein anderes Tablet. Mit einer Auflösung von 2048 x 1536 hat das iPad mini mit Retina Display die gleiche Auflösung, wie das iPad Air, ist aber 19% kleiner in der Diagonale.

Okay, die Hardware hat sich auch noch ein wenig verändert und die beiden iPads sind leistungsfähiger geworden (A7 Chip, Kamera, etc.), das weiß der normale Nutzer aber allgemein nicht, weil Apple den Fokus eher auf Emotionen und Design legt - also die Kommunikation über das Produkt an sich schafft. Und genau hier liegt die eigentlich große Veränderung zum Vorgängermodell. Ich nenne sie mal emotionale Obsoleszenz. Die Geräte gehen nicht kaputt, wie es bei einer geplanten Obsoleszenz der Fall ist, sie wirken aber auf den Käufer emotional kaputt.

Die neuen iPads wirken sofort neu, besser und den alten iPads um Lichtjahre voraus. Die Dynamik und Haptik des iPad Air und mini mit Retina Display schaffen ein sofortiges Wohlbefinden und neue Wertigkeit gegenüber den alten Modellen. Ältere Modelle verlieren psychologisch gesehen emotional an Wert. Der emotionale Wert eines neuen iPads wird durch den doch sehr hohen Preis wahrscheinlich noch bestärkt und der Kunde sieht sich in seiner Annahme bestätigt, dass das iPad qualitativ hochwertiger ist. Im Vergleich mit anderen Hersteller sind die Tablets von Apple am teuersten. Viele kritisieren diesen hohen Preis und warnen davor, dass die Konkurrenz um Google, Samsung und Amazon mit preiswerteren Tablets Apple als Marktführer ablösen könnten. Zahlen zu den Verkäufen vom iPad mini mit Retina Display und iPad Air gibt es dazu leider noch nicht seitens Apple. Man darf gespannt sein, ob die Preispolitik weiterhin aufgeht und sich Apple als Mercedes unter den Tablet-Anbietern behaupten kann. Beim iPhone 5c scheint diese Strategie bisher nicht aufzugehen.

Meine persönliche Meinung 

Auch ich muss leider zugeben, dass ich mein iPad der dritten Generation als veraltet ansehe und das iPad Air bei mir eine emotionale Wirkung hinterlassen hat. Das war beim iPad der 4. Generation nicht der Fall. Mit einer Gewichtsreduktion von 33% hat Apple das iPad Air sehr viel leichter gemacht, was sich sofort in den Handhabung wiederfindet. Immer wieder beeindruckt mich vor allem die Qualität und Schönheit, die die Geräte mitbringen. Das mögen jetzt einige Leser wieder als Apple-Fanboy-Gerede dahin stellen und sicherlich tendiere ich auch zu Produkten von Apple. Das heißt aber nicht, dass ich andere Produkte nicht gutheiße. Die Nexus-Reihe beeindruckt mich ebenso, nur bin ich durch das Apple-Ökosystem an die Produkte gebunden. Ein Nexus 7 würde ich ebenfalls nutzen, da es mich in seiner Qualität überzeigt.

So glaube ich, dass Hersteller in Zukunft nicht mehr mit Zahlen und Hardware-Größen ihr Produkt anwerben sollten. Ja, ich verstehe was ein Quadcore-Prozessor ist, doch kann ich mir als Nutzer eines Smartphones vorstellen, was das nun im Endeffekt mit meiner Software bewirkt? Nein. Wir müssen das nächsten Level erreichen und die digitale Technik endlich als einen schönen Gegenstand ansehen, den die Menschen mit Freude nutzen, statt eines komplizierten Computers.