iPhone 5 - Erste Erfahrungen zum neuen Apple Smartphone

Seit dem 21. September 2012 steht das neue Apple iPhone 5 nun in den deutschen Regalen. Wie immer kannte der erste Ansturm auf das neueste Apple Gerät keine Grenzen. So zelteten unzählige "Verrückte" wie schon üblich vor den Apple Shops rund um die Welt, stellten sich in stundelange Warteschlangen, um möglichst zu den ersten Käufern des Smartphones zu gehören. Auch wenn ich solche Zustände bzw. Hysterie um ein Smartphone nicht nachvollziehen kann, habe ich einen Blick auf das neue Apple iPhone 5 geworfen. Die ersten Eindrücke und Erfahrungen möchte ich im nachfolgenden kurz darstellen und die einzelnen Neuerungen und Eckdaten beleuchten. Außerdem möchte ich allen Besitzern des Apple iPhone 4S den direkten Testbericht zum Apple iPhone 5 ans Herz legen - nachlesen könnt Ihr den Newsbeitrag hier:  iPhone 5: Test inkl. Vergleich zum iPhone 4S.

Technische Daten:

  • Abmessungen: 123,8 x 58,6 x 7,6 mm
  • Gewicht: 112 Gramm
  • GSM Modell A1429*: UMTS/HSPA+/DC-HSDPA (850, 900, 1900, 2100 MHz) GSM/EDGE (850, 900, 1800, 1900 MHz),
  • LTE Frequenzen: 850, 1800, 2100 MHz
  • 802.11a/b/g/n Wi-Fi (802.11n 2,4 GHz und 5 GHz)
  • Bluetooth 4.0
  • Assisted GPS und GLONASS
  • 4" Multi-Touch Widescreendisplay (10,16 cm Diagonale)
  • 1136 x 640 Pixel bei 326 ppi
  • Kontrastverhältnis: 800:1, maximale Helligkeit: 500 cd/m2
  • 8-Megapixel iSight Kamera (Panoramafunktion)
  • Videoaufnahme, HD (1080p) mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde und Audio
  • FaceTime HD Kamera mit 1,2-Megapixel Fotos und HD Videos (720p)
  • Integrierte wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterie (1440 mAh)
  • Sprechdauer: bis zu 8 Std. mit 3G
  • Standbydauer: bis zu 225 Std.
  • SIM-Karte: nano-SIM
  • Speicher: wahlweise 16 / 32 / 64 GB
  • Internetnutzung: bis zu 8 Std. mit 3G, bis zu 10 Std. mit Wi-Fi
  • Gyrosensor, Beschleunigungssensor, Annäherungssensor, Umgebungslichtsensor

Lieferumfang:

Zum Lieferumfang des Apple iPhone 5 gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Vom Umfang her ist alles beim alten geblieben, so gibt es neben dem Smartphone selbst ein Ladekabel, Headset und Ladekabel für die heimsche Steckdose. Neu sind die Ohrhörer des beiliegenden Headsets, die jetzt EarPods getauft wurden, und an In-Ear Hörer angelehnt sind. Auch der Dock-Connector wurde geändert und ähnelt von den Dimensionen einem micro-USB Anschluss. Getauft wurde die neu Schnittstelle übrigens Lightning, was für schnellere Datenübertragung sorgen soll.

  • Apple iPhone 5
  • Apple EarPods mit Fernbedienung und Mikrofon
  • Lightning auf USB Kabel
  • USB Power Adapter
  • Dokumentation

Insgesamt bin ich bei der vorliegenden 64 GB Version, zum Preis von 899€, schon etwas enttäuscht vom Lieferumfang. Eine Tischladestation oder eine Schutzhülle für das edle Smartphone wäre meines Erachtens nach locker drin gewesen. Aber hier will Apple sich wohl nicht das eigene Zubehörgeschäft vermiesen, und so bleibt hier nur ein Griff ins hochpreisige Zubehörregal.

Gehäuse und Verarbeitung:

Das neue iPhone 5 liegt wirklich gut in der Hand und das gesunkene Gewicht von nur noch 112 Gramm fällt gleich auf. Das neue 4 Zoll große Display im 16:9 Format sorgt dafür das dass neue iPhone merklich länger geworden ist, ohne in der Breite zuzulegen. Das neue Displayformat macht sich vor allem bei der Nutzung im Querformat positiv bemerktbar, im Hochformat bringt es kaum Vorteile mit sich. Auf die Glasrückseite wurde beim neuen iPhone 5 übrigens verzichtet, sie musste einer Metallrückseite aus Aluminium weichen, die beim schwarzen iPhone in einem Dunkelgrauton daher kommt.

Was die Tastenanordnung angeht, so hat Apple hier die gewohnte Anordnung beibehalten. So findet sich auf der Front nur die übliche, runde Home-Taste wieder. Auf der Oberseite findet man die Power-Taste und  an der linken Seite die beiden Laut-/Leise-Tasten sowie die Lautlos-Taste wieder. Neu ist die Position des 3,5 Millimeter Audio-Anschlusses, so findet sich die "Klinke"-Buche jetzt an der Unterseite des Gerätes wieder, nebst Lautsprecheröffnungen und Lightning-Anschluss.

Was die Verarbeitungsqualität angeht zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Einerseits sind die Gehäusekomponenten wie gewohnt sehr sauber zusammengefügt worden, und so ist dem Metallgehäuse keinerlei knacken oder knarzen zu entlocken. Was den Eindruck allerdings andererseits etwas trübt sind die haarfeinen Macken im Aluminiumrahmen des Gehäuses. So habe ich beim vorliegenden Gerät bereits 3-4 kleine Stellen ausmachen können, an der durch die blauschwarze Oberfläche bereits, blankes, silbernes Aluminium durchschimmert. Ich kann also nur empfehlen eine Schutzhülle anzuschaffen, da das Gerät sonst sicherlich innerhalb weniger Wochen extrem vermackt und verkratzt aussehen könnte.

Ich kann nur hoffen das Apple diesen Verarbeitungsmangel schnellstmöglich behebt, bei solch einem teuren Smartphone darf so etwas meiner Meinung nach nicht in diesem Ausmaß vorkommen.

Retina-Display:

Das neue 4 Zoll große Display (im 16:9 Format) mit seiner Auflösung von 1136 x 640 Pixeln macht auch einen guten Eindruck, auch wenn es nicht ganz an die knalligen Farben eines AMOLED-Displays heranreicht. Aufgrund der hohen Pixeldichte lassen sich keinerlei einzelne Pixel ausmachen und so werden selbst kleinere Texte scharf und sehr gut lesbar dargestellt. Wie üblich liegt die Pixeldichte bei 326 PPI (Pixel per Inch), was im direkten Vergleich mit anderen Flaggschiff-Smartphones immer noch ein Top-Wert ist:

  • HTC One X - 4,7 Zoll (720x1280 Pixel) - 312 PPI
  • LG Optimus 4X HD - 4,7 Zoll (720x1280 Pixel) - 312 PPI
  • Nokia Lumia 920 - 4,5 Zoll (768x1280 Pixel) - 332 PPI
  • Samsung Galaxy S3 - 4,8 Zoll (720x1280 Pixel) - 306 PPI
  • Sony XPERIA T - 4,55 Zoll (720x1280 Pixel) - 323 PPI

Aufgrund des längeren Display passt jetzt übrigens eine Icons-Zeile mehr auf das Gerät, sodass nun 5x4 Icons auf dem Homescreen Platz finden. Was die Lesbarkeit bei Sonnenlicht angeht hat Apple auch nachgelegt, so sorgt das neue Displayglas unter anderem für weniger Reflektionen bei direktem Lichteinfall. Insgesamt gibt es im Bereich des Displays keinen Grund zur Klage, Apple hat ein wirklich gutes, zugleich kratzfestes Display verbaut.

Bedienung und Betriebssystem:

Das Apple iPhone 5 kommt ab Werk mit dem neuen iOS 6 Betriebssystem. Die Bedienung selbst ist iOS-typisch einfach und größtenteils intuitiv. Die meisten Anwender dürften mit dem iPhone gut klar kommen, schließlich hat sich an der Bedienung seit Jahren nichts grundlegendes verändert. Was man etwas verändert hat ist das Einstellungsmenü, so findet man zum Beispiel jetzt die wichtigsten Umschalter für WLAN oder Bluetooth weiter oben in die Menüliste wieder. Auch den neuen "Nicht stören"-Umschalter findet man hier wieder, durch diesen lässt sich das iPhone u.a. für einen definierten Zeitraum in den Stumm-Modus versetzen.

Was die Geschwindigkeit angeht ist der ganze Menüaufbau sehr flüssig, wohl auch aufgrund des neuen A6 Haupt-Prozessors. Die neue CPU soll bis zu zwei mal schneller arbeiten als die Vorgängerversion A5. In meinem Test habe ich zwar keine direkten Vergleichs-Geschwindigkeitstests durchgeführt, doch gab es keine Hänger oder längeren Ladezeiten zu beobachten. Im sogenannten Geekbench holt das iPhone 5 rund 1565 Punkte, ein Samsung Galaxy S3 holt 1726 Punkte, doch das kann auch anders ausgehen, je nach Benchmark liegt mal Apple und mal Samsungs Flaggschiff-Smartphone  vorne.

Die Bildschirmeingabe erfolgt wie üblich per Bildschirmtastatur, wahlweise im Hoch- oder Querformat. Gerade im Querformat ist die Tastatur aufgrund es etwas längeren Displays jetzt etwas größer und somit besser zu bedienen. Wer also Probleme mit der Eingabe hat, sollte im Querformat schreiben. Alternativ bietet Apple wie üblich die Möglichkeit Eingaben und Suchanfragen über den Spracherkennungsassistenten "Siri" zu machen, was je nach Geräuschpegel der Umgebung recht gut funktioniert.

Was die Menüanordnung angeht kann man wie gewohnt die Apps auf mehrere Seiten verteilen und eigene Ordner anlegen. Auch das löschen von heruntergeladenen Programmen geht wie gewohnt über ein kleines X in der rechten oberen Ecke eines Programm-Symboles. Einstellmöglichkeiten gibt es zwar viele, aber nicht allzuviele um das Gerät nach eigenen Wünschen zu personalisieren. Hier sind andere Betriebssysteme wie beispielsweise Android, Blackberry OS, Symbian flexibler und offener was den Wunsch nach Personalisierung angeht.

Schnittstellen:

Was die Mobilfunkschnittstellen des Apple iPhone 5 angeht, so setzt Apple auf verschiedene Geräteversionen rund um den Globus. In Deutschland ist zum Beispiel nur der LTE Bereich um 1.800 MHz nutzbar, der derzeit von der Telekom, und in absehbarer Zeit auch von BASE genutzt werden dürfte. Die in Deutschland stellenweise vertretenen Frequenzen von 800 MHz unterstützt das iPhone 5 hingegegen schlichtweg nicht, lediglich auf 2.100 MHz und 850 MHz würde das Gerät alternativ arbeiten.

Die sonstigen Schnittstellen sind im Groben auf dem Niveau der bisherigen Apple Smartphones. So funkt das iPhone 5 auf WLAN a/b/g/n sowie mit Bluetooth 4.0. Wie nicht anders gewohnt ist die Bluetooth-Schnittstelle nicht vollständig nutzbar - kurz gesagt Audio-Verbindung ja, Datei-Empfang oder -Versand nein. Was die Verbindung zum heimischen Computer angeht, gibt es die neue Lightning-Schnittstelle die mit dem USB-Anschluss des Rechners verbindet. Die Schnittstelle ersetzt den ca. 10 Jahre alten 30 PIN Dock-Connector und soll wesentlich höhere Datenraten ermöglichen. Wie das allerdings mit dem USB 2.0 Standard funktonieren soll bleibt mir verborgen, hier hätte Apple mit USB 3.0 Support zu den Vorreitern gehören können. Aber wer weiß vielleicht wird dieses Feature noch später nachgeliefert, sofern technisch möglich. So bleibt die Lightning Schnittstelle meiner Meinung nach bisher hinter den Erwartungen zurück.

Dateien, vor allem Musik, Bilder und Videos finden wie üblich nur per iTunes ihren Weg auf das iPhone 5, der Wechseldatenträgermodus bleibt weiterhin ein Fremdwort für Apple. Alternativen führen wie bisher über die Apple Cloud, bei der Apple 5GB Online-Speicherplatz spendiert. Dieser Speicher dient auch dem bereits bekannten Apple Sync, mit dem die verschiedenen Apple Geräte auf einem einheitlichen Stand gehalten werden. Insgesamt dürften aber den meisten Käufern die von mir genannten Schnittstellen-Nachteile bereits bekannt sein und daher wohl weniger beim Kauf ins Gewicht fallen.

Weitere Neuerungen:

Zu den weiteren Neuerungen beim Apple iPhone 5 zählt die aufgebohrte 8 Megapixel Kamera (maximal 3264 x 2448 Pixel). Der Bildsensor kann jetzt mit einer Hintergrundbeleuchtung aufwarten, der vor allem bei schlechtem Licht seine Vorteile bieten dürfte. Des Weiteren wurde auch der Weitwinkel (33mm) gegenüber dem iPhone 4S etwas vergrößert, was so etwas mehr Bildinhalt auf den Fotos ermöglich. Auch die Panoramafunktion ist neu, die Breitbildaufnahmen mit maximal 28 Megapixel-Größe aneinanderreiht.

Ein weiterer neuer Programmpunkt sind die bereits vielfach kritisierten Apple Maps. Man hat sich bei Apple gegen Google Maps und für das eigene Kartenprogramm entschieden, leider ist die eigene Software aber bei weitem noch nicht frei von Fehlern. Stellenweise kennt Apples Kartenmaterial aber einige Städte oder POI nicht mehr, oder stellt veraltetes Kartenmaterial bereit. Apple gelobt in einem offen Brief aufgrund der Kritik bereits Besserung, die aber wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Auf der Featureliste der Apple Karten steht neben der einfachen Positionsbestimmung auch eine vollständige KFZ-Navigation mit 3D-Übersicht und Sprachführung möglich.

Auch Passbook ist in iOS6 neu. Mit dieser Portemonnaie-Applikation können beispielsweise Kinokarten, Bordkarten oder Coupons gekauft und verwaltet werden. Am Flughafen oder Kino zeigt der Nutzer einfach seine Smartphone oder hält es unter einen Barcode-Scanner. In Deutschland bietet die Lufthansa bereits Bordkarten für Passbook an, airberlin bereit den Start u.a. auch vor. Die digitale Brieftasche könnte also trotz fehlendem NFC-Chip langsam einen Schub erhalten

Kurz-Fazit:

Das neue iPhone 5 ist sicherlich kein schlechtes Smartphone, in der Riege der bisherigen iPhones eher eine Evolution statt einer Revolution. Apple hat in erster Linie die erwarteten Verbesserungen vorgenommen, um mit Geräten wie dem Samsung Galaxy S3 oder HTC One X auf Augenhöhe zu gelangen. Das Display ist brillant und mit 4 Zoll ausreichend groß, das Gerät bleibt dabei ähnlich handlich wie seine Vorgänger, und damit wesentlich kleiner als die Flaggschiffgeräte anderer Hersteller. Die Ausstattung bewegt sich auf dem Niveau der Wettbewerber, das iOS 6 Betriebssystem läuft gewohnt flüssig und ohne jegliche Verzögerungen.

Was die Verarbeitung angeht zeigt sich wie bereits zuvor erwähnt eine gemischtes Bild, einerseits ist die Verarbeitung und das Materialgefühl sehr gut, andererseits trüben die haarfeinen Kratzer im Aluminiumkörper das Gesamtbild. Preislich reicht die Spanne je nach Speichergröße von 679,-€ bis 899,-€, hier dürfte man solche Fehler wohl nicht erwarten dürfen.

Dem Apple Slogan: "Das dünnste, leichteste und schnellste iPhone aller Zeiten" stimme ich soweit zu, auch wenn es für Apple sicherlich noch einige Arbeit zu tun gibt dem Gerät die Kinderkrankheiten abzugewöhnen.