iPhone 5: Test inkl. Vergleich zum iPhone 4S

iPhone 5 gekauft. Zuvor besaß ich das iPhone 4S, und als ich das iPhone 5 das erste Mal in der Hand hielt, war ich doch von den Dimensionen erstaunt. Es war nicht viel größer aber dennoch dünner und wesentlich leichter als der Vorgänger.

Nach den vereinzelten Berichten über eine mangelhaften Verarbeitung des schwarzen iPhone 5 („Scuffgate“), entschied ich mich bewusst für die weiße Variante.

Gehäuse / Verarbeitung

Das Gehäuse besteht aus einer Kombination aus Aluminium und Glas, die das iPhone 5 robuster und weniger schadensanfällig machen soll. Mein erster Eindruck: Es wirkt nicht nur robuster, sondern ist es auch. Mir ist das iPhone 5 bereits zweimal aus Hüfthöhe heruntergefallen und es gibt keine erkennbaren Schäden am Gerät. Glücklicherweise.

Die Frontseite wird nun von Corning Gorilla Glass 2 geschützt, ein Glas, das besonders bruchsicher und kratzfest sein soll, aber im Vergleich zum Vorgänger dünner und leichter ist.

Viel diskutiert und oft gescholten ist der neue „Lightning“-Anschluss an der Unterseite des iPhone 5. Da ich kein weiteres Zubehör (z.B. Docking Station) besitze, spielt Apples Umstieg vom Alten 30-pin- zum jetzt neuen 8-pin-Connector für mich keine große Rolle. Nichtsdestotrotz wirkt der neue Anschluss auf mich hochwertiger und weniger „fummelig“. Beim alten iPhone habe ich es gehasst, im Dunkeln das Ladekabel einzustecken, denn irgendwie habe ich ihn immer falsch herum ins iPhone stecken wollen. Dieses Problem entfällt beim Lightning-Anschluss des iPhone 5, denn er passt immer.

Apple hat auch die Position des Kopfhöreranschluss verändert. Anstatt oben, neben dem Powerknopf, befindet er sich nun unten am Gerät wie einige es vielleicht vom iPod Touch gewöhnt sind. Ob das jetzt besser oder schlechter ist, ist Geschmackssache.

Display

Aus 3,5 Zoll Bildschirmdiagonale beim iPhone 4 (640 x 960 Pixel) wurden 4 Zoll beim iPhone 5 (640 x 1136 Pixel). Apple hat das Display also einfach in die Länge gezogen. Auf dem Startbildschirm steht nun eine Reihe mehr für die App-Icons zur Verfügung. Die Pixeldichte hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht verändert, es sind nach wie vor 326 ppi.

Allerdings unterstützen noch nicht alle Apps das größere Display des iPhone 5. So findet sich bei einigen Apps, darunter z.B. auch WhatsApp [Nachtrag 21.11.12: Es gab mittlerweile ein WhatsApp-Update], oben und unten am Display ein schwarzer Balken. Dadurch wird nichts verzerrt, es stört trotzdem.

Laut Apple hat sich der Farbkontrast des Displays im Vergleich zum Vorgänger weiter verbessert. Meine persönliche Einschätzung: Apple hat Recht, der Kontrast ist besser geworden, die Unterschiede sind aber sehr gering.

Performance

Apple verbaut einen „A6 DualCore“ Prozessor im neuen iPhone 5. Dieser wird unterstützt von 1 GB RAM (im Vergleich zu 512 MB im iPhone 4/4S).  Apple verspricht durch den neuen Prozessor und den erweiterten Arbeitsspeicher eine um den Faktor 2 gesteigerte Performance im Vergleich mit dem direkten Vorgänger. Dieses Upgrade wurde auch endlich Zeit. Besser spät als nie!

Apples neues Flaggschiff ist sowohl schneller als auch effizienter - dank der 32nm-Fertigung. Im „Geekbench“-Benchmark erreicht das iPhone 5 1407 Punkte und schlägt damit das 4S um Längen. Im täglichen Gebrauch erreicht das iPhone 5 eine Performance, die die Latte für die Konkurrenz mächtig hochlegt. Die Android-Konkurrenz, die inzwischen ja schon mit QuadCore-Prozessoren arbeitet, kann Apple nicht das Wasser reichen.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist bei den heutigen Smartphones ein Totschlag-Argument. Das dollste Smartphone bringt nichts, wenn es nach 3 Stunden leer ist.

Das iPhone 5 ist kein Akkumonster, wie zum Beispiel ein Motorola Razr Maxx, es ist aber auch kein Akku-Schwächling. Es befindet sich irgendwo dazwischen. Natürlich ist es möglich den Akku innerhalb von 3 Stunden leer zu bekommen, dies hat mit dem alltäglichen Gebrauch dann aber auch nichts zu tun.

Ich komme mit dem iPhone 5 locker über den Tag, dies ist aber natürlich abhängig von den eigenen Nutzungsgewohnheiten. Für mich gehört Telefonie, Musik, Twitter/Facebook sowie Nachrichten (egal ob SMS oder Whatsapp) dazu. Für Spiele oder Videos habe ich leider meist keine Zeit.

Im Vergleich zu meinem iPhone 4S hat sich die Akkulaufzeit trotz größeres Displays und schnellerem Prozessor leicht verbessert.

Sprachqualität

Die Sprachqualität ist wirklich gut, ich konnte keine Störgeräusche feststellen. Die Empfangsqualität kann ich auch nicht bemängeln. Ein "Antennagate", als viele Käufer des iPhone 4 bemängelten, dass der Empfang rapide schlechter wird, wenn man das Gerät normal in der Hand hält, gibt es nicht.

Apple liefert auch neue Kopfhörer mit, die sich „earPods“ nennen. Diese habe ich bereits getestet und darüber im Artikel "Apple Kopfhörer – Apple EarPods Unboxing und Kurztest" berichtet. Sie klingen besser als die Vorgänger. Für mehr Details empfehle ich Euch den oben verlinkten Artikel zu lesen.

Kamera

Die Kamera besitzt nach wie vor 8 Megapixel und die Linse wird mit Saphirkristall geschützt - damit sollen Kratzer verhindert werden. Dank des neuen Prozessors löst die Kamera im Vergleich zum iPhone 4S schneller aus. Insbesondere was HDR-Aufnahmen betrifft, arbeitet das iPhone 5 deutlich schneller. Andere nennenswerte Unterschiede konnte ich nicht feststellen.

Wo Licht ist, ist oft auch Schatten. Dies gilt leider auch für das iPhone 5. Der sogenannte "Purple Flare", also violette Reflektionen auf einem Foto bei bestimmtem Lichteinfall, wurde von vielen Käufer bereits bemängelt und im Internet heiß diskutiert. Dieser Effekt betrifft auch mein iPhone 5. Befindet sich eine Lichtquelle genau an der Grenze zum sichtbaren Bereich (allerdings noch außerhalb des Bildes!) entsteht an dieser „Grenze“ eine violette Reflektion. Durch minimale Bewegungen der Kamera kann man diesem Effekt aus dem Weg gehen, der Vollständigkeit halber wollte ich trotzdem darauf hingewiesen haben.

Filme können - wie gewohnt - in 1080p Full HD aufgenommen werden, was glücklicherweise bei Highend-Smartphones inzwischen guter Ton ist.

iOS 6

Mit iOS 6 verbessert Apple sein Betriebssystem, die Änderungen sind die Folge einer konsequenten Weiterentwicklung. Man kann von einer Evolution sprechen, aber es wird langsam wieder Zeit für eine Revolution. Seit etlichen Jahren sieht iOS gleich aus, dies wirkt auf mich mittlerweile teilweise altbacken. Siri wurde verbessert, das Design des AppStore geändert und es gibt eine tiefere Facebook-Integration. Bahnbrechende Neuerungen sucht man vergebens.

Fazit

Das Apple iPhone 5 ist ein wirklich gutes Gerät. Apple hat sein Flaggschiff konsequent weiterentwickelt, der "WoW-Effekt" beschränkt sich allerdings nur auf das Äußere. Ich hatte noch nie ein Smartphone in der Hand, das eine so eindrucksvolle Haptik bietet wie das iPhone 5. Was die Software betrifft, hat sich nicht allzu viel getan. Umsteiger werden sich relativ schnell zurecht finden, für iOS-User ändert sich annähernd überhaupt nichts.