iPhone 6: Alles, was wir darüber wissen - bis jetzt

Her damit !75
Konzeptdesign von Martin Hajek: So könnte das iPhone 6 aussehen
Konzeptdesign von Martin Hajek: So könnte das iPhone 6 aussehen(© 2014 Martin Hajek)

Auch wenn es draußen schon fröstelt: Der Gadget-Herbst wird heiß. Die IFA, Moto 360, Moto X+1, Note 4, Android L und vielleicht sogar ein Nexus 6. Doch seien wir einmal ehrlich: Kein anderes Gerät fasziniert die Tech-Szene vorab so sehr wie das iPhone 6. Was wir darüber wissen - bis jetzt.

Es wird groß. Endlich wächst das iPhone. Jahrelang hielt Apple am Credo fest, ein Smartphone müsse sich mit einer Hand bedienen lassen. Doch die Kunden haben entschieden: Größer ist besser. Und so wird sich Apple mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit dem Diktat der Masse beugen. Aber was bedeutet das im Detail? Im Folgenden nehmen wir uns die kommende Generation Apple-Smartphones vor und geben eine Einschätzung, wie wahrscheinlich die vermeintlichen News tatsächlich sind.

Modelle: 4,7 Zoll sicher, 5,5 Zoll weiterhin ungewiss

"iPhone 6L" nennt der taiwanesische Blog Apple Daily die 5,5-Zoll-Variante des kommenden iOS-Smartphones, die immer wieder heiß diskutiert wird. Schlüssige Beweise für die XL-Variante gab es nicht – bislang, sagt der Blog. Doch auch die neuen Bilder sind alles andere als eindeutig.

Als gesichert gilt immerhin die 4,7-Zoll-Variante, die damit 0,7 Zoll größer wäre als die Vorgängermodelle. Unter Berufung auf die üblichen "glaubwürdigen Quellen" hat der Blog drei Bilder zu angeblichen iPhone 6-Komponenten ins Netz gestellt: Zu sehen sind das Display, die Hauptplatine und die Batterie der viel diskutierten 5,5-Zoll-Variante. Gleichzeitig führt Apple Daily die Bezeichnung "6L" als Name für die große iPhone-Version ein. 6L? Ein großer Buchstabe wäre wirklich ungewöhnlich für Apples aktuelle Produktpolitik.

Ist das Beweis genug für zwei iPhone 6-Varianten? Nur bedingt. So fiel AppleInsider die Ähnlichkeit zweier Komponenten zu frühreren Bildern auf - die allerdings nur Bauteile der 4,7-Zoll-Variante zeigen sollten.

Ein weiterer Bericht von GforGames beruft sich auf Quellen in Apples Zuliefererkette. Dort heißt es, Apples mitunter auch als iPhone Air betitelter 5,5-Zöller soll erst im September überhaupt in Produktion gehen. 

Der Akku wächst

Doch immerhin bietet das Foto des Akkus ausreichend Stoff für Diskussionen. Zu sehen ist ein Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 2.915 mAh. Im Vergleich zum aktuellen iPhone 5s mit einer Kapazität von 1.500 mAh hätte das iPhone 6L also deutlich mehr Power.

iPhone 6 5,5 Zoll Akku(© 2014 Apple Daily)

 

Die es auch bräuchte aufgrund des größeren Displays, dessen Mehr an Pixel ja auch mit ausreichend Strom versorgt werden will. In Kombination mit einem stärkeren Prozessor dürfte der größere Akku allerdings auch nicht über mehr Laufzeit verhelfen, sondern maximal den "Tagesbedarf" decken.

Der Look: Adieu, Tarnkappembomber

Apple verabschiedet sich vom kantigen Look der Vorgänger. Ein wenig erinnern die geleakten Bilder - ohne Apple-Fans zu nahe zu treten - an einem Mischung aus einem iPhone und einem Galaxy-Modell. Flacher, runder, größer. Angeblich stammen die Aufnahmen von einer echten Rückschale, die zu einem iPhone 6 mit 4,7 Zoll Größe gehören soll. Auf einem der Bilder ist etwa die Gehäuseaussparung für die Lautstärketasten zu sehen, die den Schluss nahelegt, dass die Buttons tiefer eingelassen sind als bei dem iPhone 5s. Die Idee dahinter: Der Besitzer kommt seltener ungewollt an die Tasten, wenn er das Gerät in der Hosentasche mit sich herumträgt.

Eingelassene Volume-Button und das Apple-Logo(© 2014 Feldvolk)

Ein weiteres Bild zeigt ein eingebettete Apple-Logo aus Metall, das auf dem Gerät angebracht wird und laut Feld & Volk an das erste iPhone aus dem Jahr 2007 erinnert. Während ein Redesign der Tasten durchaus wahrscheinlich ist, glauben wir hier eher an einen gewollten PR-Coup des Fertigers - und weniger an ein neues Apple-Logo in der kommenden iPhone-Generation.

Wahrscheinlicher hingegen sind weitere, kleine Redesigns an der Außenhülle. So waren zuletzt Bilder eines externer Rings mit 6,66 Millimeter Durchmesser zu sehen, der um die Linse der Rückkamera angebracht wird.

Display: Einsatz von Saphirglas ungewiss

Wenig ist bislang bekannt zur Auflösung der künftigen iPhone-Displays. Viel wird hingegen darüber diskutiert, aus welchem Material der Bildschirm gefertigt sein könnte. So soll der Preis des iPhone 6 zum Release womöglich nicht nur von der Bildschirmgröße und vom verbauten internen Speicher abhängig sein. Wie das Wall Street Journal berichtet, könnte Apple darüber nachdenken, auch das vermutete Saphirglas-Display nur optional anzubieten - gegen Aufpreis.

Frische Bilder von der iPhone 6-Produktion: So sieht das neue Gerät von vorne und von innen aus(© 2014 Apple.club.tw)

Ganz aussagekräftig ist die News allerdings nicht. So heißt es zwar, dass Saphirglas nur für die High-End-Modelle des iPhone 6 zur Verfügung stehen könnte. Doch es wird nicht ersichtlich, ob sich dies auf die Geräte mit dem größten internen Speicher bezieht. Genauso könnte auch nur das iPhone 6 mit 5,5 Zoll großem Display mit dem besonders kratzfesten Werkstoff ausgestattet sein.

Prozessor: Mehr Leistung ist Pflicht

Einen A8, den sehr wahrscheinlichen nächsten Chipsatz in der neuen iPhone-Generation, haben wir noch nicht zu Gesicht bekommen. Dafür eine andere Komponente: Wie Business Insider meldet, kommt das neueste Leak-Bild des Hype-Smartphones wie so häufig vom französischen Techblog NowhereElse. Zu sehen ist immerhin das Motherboard, leider mit leerem Prozessor-Slot. Gerüchten soll im neuen Apple-Flaggschiff ein A8 mit einer Taktung von 2 GHz zum Einsatz kommen.

Mögliches Motherboard eines iPhone 6(© 2014 nowhereelse.fr)

Das wäre fraglos eine Steierung im Vergleich zum auf 1,3 GHz laufenden A7 im iPhone 5s. Von acht Kernen und ähnlichen Taktraten wie bei aktuellen Top-Modellen war bislang nicht die Rede. Allerdings wissen wir mit Blick auf die Vergangenheit: Weil Apple das Zusammenspiel aus Hard- und Software kontrolliert - anders als Hersteller von Android-Smartphones - wird auch das neue Top-Modell Top-Werte in den Benchmarks erzielen.

Allerdings macht uns eine andere News bezüglich der zu erwartenden Leistung stutzig:  Wie GforGames unter Berufung auf einen bei Weibo aufgetauchten Schaltplan einer chinesische Reparaturfirma namens GeekBar berichtet, soll das Apple iPhone 6 wie seine Vorgänger Apple iPhone 5s und Apple iPhone 5c nur 1 GB RAM mit an Bord haben. Zum Vergleich: Samsung spendierte seinem aktuellen Flaggschiff Galaxy S5 immerhin 2 GB RAM, das neue Galaxy Note 4 soll ganze 4 GB RAM mitbringen.

Kamera: Auflösung ungewiss, optimierter Blitz

Auf NowhereElse ist neben vielen weiteren Bildern ein Foto aufgetaucht, das eine runde Version des "True Tone"-Blitzlichts zeigen soll. Der Gerätestrang für das iPhone 6 enthält eine Reihe von Armen, auf denen außer dem Blitzlicht ein Mikrofon, eine Verbindung zum Logic Board und der Power-Button befestigt sind. Der Gerätestrang selbst wurde schon zuvor in Leak-Fotos gezeigt – er war allerdings bisher nie so fotografiert worden, dass die "True Tone"-Blitzlicht-Komponente zu sehen war.

Funk: flottes LTE und schnelles WLAN

Genau Bescheid weiß der Informant von VentureBeat offenbar auch über die Funkverbindungen, die das iPhone 6 in Zukunft aufbauen können wird: So soll Apple zwar mit einigen von Texas Instruments abgeworbenen Ingenieuren an einem eigenen WLAN-Chip arbeiten. Dieser liefere aber noch nicht die erforderliche Leistung. Stattdessen komme im iPhone 6 ein neuer WLAN-Chip zum Einsatz, der weiterhin auf den 802.11 ac-Standard setzen, aber insgesamt eine bessere Leistung bieten soll.

Das iPhone 6 soll natürlich auch wieder LTE unterstützen, doch rüstet Apple bei dieser Generation auf das besonders flotte LTE Cat.6 auf. Der hierbei zum Einsatz kommende Qualcomm-Chip MDM9x35 soll Download-Raten von bis zu 300 MBit/s und Upload-Geschwindigkeiten maximal 50 MBit/s ermöglichen. Ebenfalls verbaut wird dieser Chip übrigens auch im Samsung Galaxy S5 LTE-A und in der Cat.6-Version des LG G3. Letzteres ist bisher übrigens exklusiv für den koreanischen Markt angekündigt, während Samsung sein LTE-A-Modell vielleicht bald auch in Deutschland auf den Markt bringt.

Auch NFC-Verbindungen soll das iPhone 6 nach Aussagen der Quelle aufbauen können. Der Fokus dürfte hierbei klar auf der Möglichkeit liegen, mit dem Smartphone von Apple bezahlen zu können. Der verbaute Chip sei entsprechend auch für die Ver- und Entschlüsselung kritischer Zahlungsinformationen ausgestattet. Der Fingerabdrucksensor Touch ID ist da natürlich ein Muss – im neuen iPhone 6 soll er aber ebenfalls durch eine verbesserte Version ersetzt werden. Diese arbeite den unbestätigten Informationen nach schneller und fehlerfreier.

Unterschiedliche Home Buttons?

Bei dem Foto eines angeblichen Home Buttons wird deutlich, dass sich das Bauteil nicht nur zwischen den beiden Generationen des iPhone unterscheidet – die Bauteile sind auch bei den beiden Modellen des iPhone 6 mit 4,7 Zoll und 5,5 Zoll nicht identisch.

Die Komponenten von iPhone 6 und iPhone 5s im Vergleich(© 2014 NoWhereElse)

Besonders an dem Verlauf des Kabels ist dies zu erkennen, wie auch Apple Insider anmerkt. Auf einem weiteren Foto sehen wir angeblich ein Flex-Kabel aus dem 4,7-Zoll-Device, an dem beimiPhone 5s der Sensor der Kamera angebracht ist – beim iPhone 6 geht Apple offenbar einen anderen Weg.

Mit Riesenbestellung gegen den Lieferengpass

Das iPhone ist weiterhin Apples Beststeller. Den erfolgreichen Launch des iPhone 6 soll nichts trüben, auch nicht unzufriedene Kunden, die wochenlang auf ihre Bestellung warten müssen. Laut einem Medienbericht soll Apple deswegen nun 120 Millionen Exemplare seines Flaggschiffs beim Auftragsfertiger Foxconn in Auftrag gegeben haben.

Damit liegt die Zahl deutlicher höher, als zuletzt vermutet wurde. Vor kaum zwei Wochen wollte die taiwanische Business Weekly erfahren haben, dass Apple 68 Millionen Exemplare des iPhone 6 bestellt hatte. Um das Ausmaß dieser Vorbestellungen vor Augen zu führen: Im letzten Weihnachtsquartal verkaufte Apple insgesamt 51 Millionen Exemplare seines Smartphones.

Verkaufsstart im September recht wahrscheinlich

Bei der Präsentation gibt sich Apple routiniert. Wie CURVED bereits vor Monaten prognostizierte, dürfte das neue iPhone in einer Keynote am 9. September enthüllt werden. Das berichtet das gewöhnlich gut informierte  Techblog re/code, dessen Reporter John Paczkowski von der Veranstaltung erfahren haben will.

Wohl vorerst kein Release mit der iWatch

Kommt jetzt die iWatch im September oder kommt sie nicht? Jüngsten Berichten zufolge müssen sich Fans noch bis zum Dezember gedulden. Mit Apples erstem 5,5-Zoll-Phablet soll dann auch die erste Smartwatch aus Cupertino im Dezember erscheinen. Allerdings warten wir weiterhin auf handfeste Hinweise für die Existenz der iWatch -abseits eines vielsagenden Patents und Apples ungewöhnlich hohen Investitionsausgaben im vergangenen Quartal.


Weitere Artikel zum Thema
CURVED-Cast #25: Virtual-Reality-Porn in Sach­sen?!
Marco Engelien1
CURVED Cast 25
Im CURVED-Cast geht es heiß her, denn die Sachsen sind VR-Porn-Meister. Außerdem wundern sich Felix und Marco über Huaweis Update-Politik.
iPhone 7: Über­lebt es Flüs­sig­stick­stoff in einem Knet­ball?
Michael Keller4
Peinlich !6iPhone 7 Knete
Kennt Ihr intelligente Knete? TechRax schon. Der YouTuber verschließt darin ein iPhone 7, bevor er es Flüssigstickstoff aussetzt.
BlackBerry Mercury: Fotos sollen das Tasta­tur-Smart­phone zeigen
Michael Keller1
Her damit !29Mit dem BlackBerry Mercury könnte eine Ära zu Ende gehen
BalckBerry will mit dem Mercury ein letztes Smartphone mit physischer Tastatur herausbringen. Fotos sollen das Gerät nun in freier Wildbahn zeigen.