iPhone 6: Apple reizt den Smartphone-Superzyklus aus

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Tim Cook hat geliefert: Mit iPhone 6 und iPhone 6 Plus ist Apple im Smartphone-Superzyklus endlich optimal positioniert
Tim Cook hat geliefert: Mit iPhone 6 und iPhone 6 Plus ist Apple im Smartphone-Superzyklus endlich optimal positioniert (© 2014 Apple)

Zwei prallgefüllte Stunden mit drei großen Produktankündigungen: Tim Cook hat gestern Wort gehalten und endlich eine neue Produkt-Kategorie in Form der Apple Watch vorgestellt. Was die Smartwatch aus Cupertino am Ende tatsächlich kann, steht noch in den Sternen – ist kurz- bis mittelfristig für den Geschäftserfolg des wertvollsten Konzerns der Weilt aber höchst nebensächlich. Wichtig war: Apple hat sein iPhone-Portfolio endlich so diversifiziert, dass dem Android-Lager schwierige Zeiten bevorstehen…

Die Emotionen waren so groß wie die Worte: „Es ist das nächste Kapitel in Apples Geschichte“, hob Tim Cook an und ließ dann ein Video sprechen, das die Apple Watch enthüllen sollte. Nach vier Minuten erntete Tim Cook Standing Ovations – was für einen Unterschied zwölf Monate machen können.

Ob die Apple Watch tatsächlich eine neue Ära in der so ruhmreichen Historie des Tech-Pioniers einleitet, werden die nächsten ein bis zwei Jahre zeigen. Die Smartwatch, so vielsprechend sie durchaus aussieht, kommt in der gestern gezeigten Form dem Protypen des ersten iPhones von Januar 2007 nahe – die Evolution wird in der zweiten und dritten Generation erkennbar ihre Spuren hinterlassen und über Erfolg und Misserfolg entscheiden.

iPhone 6-Keynote: der am saubersten exekutierte Launch der iPhone-Geschichte

Die Apple Watch bleibt damit, auch nach Enthüllung, für den wertvollsten Konzern der Welt zunächst ein Joker. Für Geschäftsentwicklung ungleich bedeutsamer war das, was sich in den 55 Minuten vorher abspielte: Der vermutlich am saubersten exekutierte Launch der iPhone-Geschichte.

Nach zwei elendlangen Jahren in der 4-Zoll-Ecke schloss Apple mit dem iPhone 6 und iPhone 6 Plus nicht nur endlich die Lücke zur Phablet-Welt – Tim Cook erweiterte auch sichtbar sein Smartphone-Portfolio. Der Schritt kommt mit einjähriger Vorarbeit daher: Mit dem iPhone 5s und 5c führte Apple 2013 zwei recht unterschiedliche Smartphones in zu ähnlicher Bepreisung ein.

Das iPhone 5s und 5c können weiter Impulse setzen

Das iPhone 5c sicherte das iPhone 5s zwar zunächst nach unten ab, opferte dafür jedoch bei einer Bepreisung von 599 bzw. ein halbes Jahr später 549 Euro sein Verkaufspotenzial. 12 Monate später kassierte Apple die Preisbremse, weil sich der iKonzern die sinkenden Margen angesichts der Preisanhebung beim iPhone 6 Plus leisten kann.

Ebenso das iPhone 5s: Das entthronte Premium-Modell besitzt ein Jahr nach seinem Launch einen ganz anderen Anreiz als das iPhone 4s im Verhältnis zum iPhone 5 oder iPhone 3GS im Verhältnis zum iPhone 4 – es ist eine ganze andere Alternative für Smartphone-Kunden, die kein Interesse daran haben, den Phablet-Trend mitzumachen.

Produkt-Portolio komplett: Endlich bietet Apple alles an – von 4 bis 5,5 Zoll, von 399 bis 999 Euro.

Der jahrelang geäußerte Kritik-Punkt, Apple würde wenig Modelle mit einer zu starren Bepreisung auf den Markt bringen, gehört damit der Vergangenheit an: Endlich bietet Apple alles an – von 4 bis 5,5 Zoll, von 399 bis 999 Euro. Jeder potenzielle iPhone-Kunde, der das Kult-Smartphone aus Cupertino erwerben wollte, aber vor dem Preis oder der Größe zurück schreckte, kann jetzt zugreifen.

Für Apple sind das im achten Jahr des iPhones goldene Aussichten, die durch neue Vertriebskanäle wie China Mobile in den nächsten 12 Monaten zusätzlich an Dynamik gewinnen. Wenn Apple 24 Monate mit 4 Zoll großen iPhones zulegen konnte, dann scheint das Wachstumspotenzial im Phablet-getrieben Smartphone-Zyklus kaum hinreichend ausgeschöpft. Was die Apple Watch 2015 bringen mag, sind Zukunftsperspektiven – und für Cupertino zunächst nicht mehr als ein Zubrot…


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