iPhone: Betrüger wollen über Fingerabdrucksensor an euer Geld

Der Fingerabdrucksensor ist eigentlich zum Schutz da. Betrüger haben einen Weg gefunden, das für eigene Zwecke zu nutzen
Der Fingerabdrucksensor ist eigentlich zum Schutz da. Betrüger haben einen Weg gefunden, das für eigene Zwecke zu nutzen(© 2014 Apple)

Der Fingerabdrucksensor eines iPhones soll euch davor schützen, dass Fremde mit eurer Apple ID einkaufen (oder euer Smartphone entsperren können). Offenbar nutzen Betrüger das Sicherheitssystem aber gerade dafür aus, um an euer Erspartes zu kommen. Ihr solltet euch offenbar besonders vor Fitness-Apps von Drittanbietern in Acht nehmen.

Aus dem App Store wurden wohl erst kürzlich einige Fitness-Apps von Betrügern entfernt, die eurer Gesundheit nicht helfen, sondern eher euren Geldbeutel belasten, berichtet WeLiveSecurity. Über diese Programme haben die Macher womöglich größere Geldsummen von mehreren Nutzern gestohlen – vielleicht sogar unbemerkt. In-App-Käufe auf einem iPhone könnt ihr auch über den Fingerabdrucksensor genehmigen. Der Trick der besagten Anwendungen sei, dass sie euch dazu bringen, den Finger auf den Scanner zu legen.

Anzeige für eine Sekunde

Eine der betrügerischen Fitness-Anwendungen verspricht offenbar direkt nach dem Öffnen, dass sie eure Kalorien tracken und Diäten empfehlen kann. Um die Anwendung zu personalisieren, müsst ihr aber den Fingerabdrucksensor einscannen. Da das Sicherheitssystem leider nicht nur anhand eures Abdrucks Fitnessdaten einlesen kann, solltet ihr spätestens jetzt schon bemerken, dass hier etwas nicht stimmt. Leistet ihr der Anweisung in der App Folge, führt diese einen Kauf durch. Zum Teil sollen so Summen von über 140 Euro auf einen Schlag an die Betrüger gehen.

Die Betrüger-App "Fitness Balance" soll das Fenster zur Bestätigung des Kaufs aber nur für knapp eine Sekunde anzeigen. Schaut ihr gerade nicht auf das iPhone, könntet ihr von der Aktion also gar nichts mitbekommen und euch später wundern, wo euer Geld geblieben ist. Offen bleibt, ob ihr die Summe dann auch problemlos zurückfordern könnt. Das Ganze klappt natürlich nur, wenn ihr ein Zahlungsmittel mit eurer Apple ID verknüpft habt.

Seit dem iPhone X hat Apple den Fingerabdrucksensor abgeschafft – und einen anderen Schutz für Einkäufe eingeführt.(© 2018 CURVED)

Schutz vor Betrugsversuchen?

So richtig könnt ihr euch nur durch gesunden Menschenverstand vor dem Betrugsversuch schützen – und indem ihr keine Zahlungsdaten in eurem Konto hinterlegt. Zusätzliche Sicherheitsmechanismen von Drittanbieter könnt ihr auf einem iPhone nicht nutzen, ihr müsst also auf Apples Mechanismen zurückgreifen. Einer davon ist nur leider der Schutz vor Einkäufen via Fingerabdruckensoren, den die Betrüger ausgenutzt haben.

In erster Linie solltet ihr nicht einfach leichtfertig den Anweisungen einer App folgen, ohne darüber nachzudenken. Zudem solltet ihr euch Rezensionen durchlesen, bevor ihr eine App von einem euch unbekannten Entwickler herunterladet. Achtet dabei aber nicht nur auf die positiven Rückmeldungen. So ein Text ist schnell gefälscht. Die zuvor erwähnten betrügerischen Fitness-Apps konnten wohl sogar gleich mehrere positive Rezensionen vorweisen.

Lest ihr euch die negativen Rezensionen zu einer App durch, bekommt ihr eher einen Eindruck davon, was euch erwartet. Womöglich warnen euch an der Stelle auch Personen, die den Betrügern in die Falle gegangen sind.

Weitere Apps könnten folgen

Zwar wurden die falschen Fitness-Apps aus dem Verkehr gezogen, doch sicherlich erscheinen bald schon weitere Anwendungen im App Store, die auf einen ähnlichen Trick zurückgreifen. Es bleibt zu hoffen, dass Apple sich weitere Mechanismen überlegt, um euch und euer Geld vor solchen Tricks zu schützen. Sicherheit ist für das Unternehmen immerhin ein großes Thema.

Besitzt ihr ein iPhone X oder neuer, verfügt euer Smartphone gar nicht mehr über einen Fingerabdrucksensor. Zur Sicherheit bei In-App-Käufen solltet ihr aber aktivieren, dass ihr für Bezahlungen doppelt auf die Seitentaste drücken müsst. So ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass ihr versehentlich Geld an Betrüger schickt.


Weitere Artikel zum Thema
iPhone 2020 im Konzept: Ist das noch Apple oder schon Samsung?
Francis Lido
Ein Designer hat sich Gedanken zum iPhone 2020 gemacht (Hier: iPhone Xs Max)
Wird das iPhone 2020 wie ein Samsung-Smartphone aussehen? Zumindest in einem Konzept sind gewisse Parallelen zu erkennen.
iPad Pro vs. MacBook: Wird iPadOS zum MacBook-Killer?
Jörg Geiger
Auch beim Multitasking legt iPadOS nach, das iPad kann jetzt innerhalb derselben App mit mehreren Dateien und Dokumenten arbeiten und auch mehrere Apps schnell anzeigen und zwischen ihnen wechseln.
Schon länger bewirbt Apple sein iPad Pro als Computer- und Notebook-Ersatz. Hat jetzt aber wirklich die letzte Stunde der PCs geschlagen?
eSIM-Anbie­ter: Wer unter­stützt die SIM-Karte der Zukunft?
Welcher Anbieter eSIM-Karten unterstützt, erfahrt ihr hier.
Die eSIM-Karte ist die Smartphone-Zukunft. Wer die technische Innovation bereits unterstützt und was sie euch bringt erfahrt ihr hier.