Wegen iPhone und WhatsApp: US-Regierung will Verschlüsselung verbieten

Chats in WhatsApp sind Ende-zu-Ende verschlüsselt
Chats in WhatsApp sind Ende-zu-Ende verschlüsselt(© 2018 CURVED)

Apple legt bei iPhone und Co. großen Wert auf Datenschutz. Dieser könnte künftig aber bröckeln. Die US-Regierung möchte die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung abschaffen. Dies würde auch Messenger wie WhatsApp betreffen. 

Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sei im National Security Council Thema einer Sitzung gewesen, berichtet Politico und beruft sich auf mehrere Quellen. Hochrangige Beamte hätten demnach diskutiert, ob der Kongress aufgefordert werden soll, die Verschlüsselung  zu verbieten.

Drohen Apple und WhatsApp Strafen?

Die Verantwortlichen konnten sich offenbar aber noch nicht auf einen gemeinsamen Standpunkt einigen. Es sei aber möglich, dass die Trump-Regierung ihre Position zu diesem Thema offiziell mache und das Thema an den Kongress übergebe. Dieser soll dann ein Gesetz ausarbeiten, welches eine Verschlüsselung unter Strafe stellen würde.

Dies hätte weitreichende Konsequenzen auf die Privatsphäre und Sicherheit vieler Nutzer. Unternehmen wie Apple, WhatsApp, Facebook und Google, die das Feature seit Jahren nutzen, müssten dann die Sicherheitsfunktionen für Smartphones und Apps abschwächen.

Apple und FBI liegen im Clinch

Bisher sorgt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung dafür, dass verschickte Daten nur von ihrem Absender und Empfänger gelesen werden können. Bei Sicherheitsbehörden löst das offenbar Frustration aus, da sie bei Ermittlungen nur mit hohem Aufwand an Informationen gelangen.

Ein prominentes Beispiel ist der Terroranschlag in San Bernardino im Dezember 2015. Als das FBI das iPhone eines der Attentäter fand, wollte die US-Behörde dieses untersuchen – bekam aber keinen Zugriff und bat Apple um Hilfe. Der Hersteller weigerte sich jedoch, der Bitte nachzukommen. Das FBI musste letztendlich viel Geld und Zeit investieren, um das iPhone hacken zu lassen. Und ob das beim nächsten Mal auch gelingt, ist unklar. Die ausgenutzte Sicherheitslücke hat Apple mittlerweile behoben.

Entsprechend wollen Behörden wie das FBI diese Sicherheitsschranke bereits seit Jahren aus der Welt schaffen. Die Diskussion nimmt nun also zum wiederholten Male Fahrt auf. Unter anderem das Handels- und das Außenministerium steht dem Plan aber kritisch gegenüber, da es wirtschaftliche, sicherheitspolitische und diplomatische Konsequenzen fürchtet, so der Bericht.  Eine solche Maßnahme hätte schließlich auch zur Folge, dass Hacker und Spione leichter an private Daten gelangen.

Sollten die USA die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wirklich abschaffen, könnte dies unter Umständen auch Auswirkungen auf die bei uns verfügbaren Sicherheitsfeatures von Apple, WhatsApp und Co. haben. Bislang gehen Experten laut des Berichts (glücklicherweise) aber nicht davon aus, dass es so weit kommen wird. Dennoch hat die US-Regierung schon in der Vergangenheit für einige Überraschungen gesorgt.


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