BlackBerry ist tot: Eine Ära geht zu Ende

Das vorerst letzte BlackBerry (Key 2 LE)
Das vorerst letzte BlackBerry (Key 2 LE)(© 2018 CURVED)

Zu Beginn der Smartphone-Ära erfreuten sich Geräte von BlackBerry großer Beliebtheit. Inzwischen ist es allerdings ziemlich still geworden um die Marke – und bald könnte das Licht ganz ausgehen: Ab dem 31. August 2020 stellt BlackBerry den Verkauf aktueller Smartphones ein.

Das geht aus dem weiter unten eingebundenen Tweet von BlackBerry Mobile hervor. Darin erklärt BlackBerry-Partner TCL, dass ab dem 31. August kein Android-Smartphone der Marke mehr offiziell erhältlich sein wird. TCL hatte 2017 die Herstellung und den Vertrieb der BlackBerry-Smartphones übernommen.

Der Tweet bezieht sich explizit auf TCLs zukünftige Rolle. Das Unternehmen wird den Support für bestehende Smartphones bis zum 31. August 2022 aufrechterhalten. Ob und auf welchem Weg BlackBerry KeyOne und Co. auch darüber hinaus Android-Updates erhalten werden, ist derzeit unklar.

Das Ende für BlackBerry-Smartphones?

Ein Fünkchen Hoffnung gibt es für Fans der Marke allerdings doch. Zwar werde TCL künftig keinerlei BlackBerry-Smartphones mehr designen, herstellen oder verkaufen. Doch das schließt nicht aus, dass BlackBerry dies irgendwann einmal selbst in die Hand nehmen könnte. Auch ein anderer zukünftiger Partner ist denkbar. All das ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht mehr als Spekulation. Die letzten Verkaufszahlen lieferten auch nicht wirklich einen Grund dafür, ein erneutes Comeback im Smartphone-Geschäft zu wagen.

Der ursprüngliche Plan sah eigentlich vor, dass TCL BlackBerry zurück in die Erfolgsspur bringt. Erreichen wollte der chinesische Konzern dies mit Geräten, die das klassische BlackBerry-Design mit dem "modernen" Android-Betriebssystem kombinieren. Das letzte davon nennt sich BlackBerry Key 2 LE und ist in Deutschland bereits vor zwei Jahren auf den Markt gekommen.

Warum kauft kaum jemand noch BlackBerry-Smartphones?

Der Ableger des Key 2 zeichnet sich wie die meisten BlackBerry-Smartphones durch eine physische Tastatur aus. Dieses Feature scheint heutzutage allerdings nicht mehr allzu viele Nutzer zu interessieren. Sicher, das Tippen mag darauf komfortabler sein. Aber die Tastatur benötigt auch Platz – der in der Regel durch eine Reduzierung der Bildfläche geschaffen wird.

Ebenfalls problematisch: BlackBerry-Geräte waren früher vor allem in Unternehmen verbreitet. Hauptgrund dafür war das vergleichsweise sichere Betriebssystem des Herstellers (zuletzt BlackBerry 10). Der Wechsel auf Android macht diesen vor allem für Geschäftskunden beachtlichen Vorteil jedoch zunichte.


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