Ist der Lack App? Wir deutschen App-Muffel

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Apples App Store: Deutsche installieren immer weniger Apps
Apples App Store: Deutsche installieren immer weniger Apps(© 2014 CURVED)

Yo!, Swing Copters und Co. - das scheint die Deutschen kalt zu lassen: Zwei Drittel der Smartphone-Nutzer laden gar keine Apps mehr auf ihre Geräte.

Weitere 20 Prozent installieren höchstens eine oder zwei Apps im Monat. Das berichtet der Focus unter Berufung auf eine Untersuchung des Statistikdienstleisters Comscore. Wirkliche Viel-App-Nutzer gibt es demnach kaum noch. Sie machen nur noch magere 1,8 Prozent aus.

Kurzum: Der Markt scheint gesättigt, die beliebten Plätze auf den ersten Homescreens der Nutzer wie festzementiert: WhatsApp, Facebook und Google Maps machen die ersten drei Ränge unter sich aus. YouTube, eBay, Google, Gmail, Facebook Messenger, Wetter.com und Amazon komplettieren die Top Ten.

Neue Apps werden immer seltener installiert(© 2014 Netzökonom)

„Der Hype ist vorbei“, zitiert der Netzökonom Holger Schmidt den Deloitte-Technikexperten Ralf Esser. Die Beratungs- und Prüfungsgesellschaft hat 2000 Handy-Besitzer in Deutschland nach ihren Nutzungsgewohnheiten befragt. Für Esser ist die Zeit des Experimentierens vorbei. Zwar würden die Downloadzahlen weiterhin aufgrund der wachsenden Smartphone-Nutzerschaft ansteigen, allerdings sei ein Ende dieses Wachstums absehbar.

Auf diesen Plattformen werden die meisten Apps heruntergeladen(© 2014 Netzökonom)

Die App-Ökonomie ist nicht am Ende

Ist das jetzt ein App-Gesang auf die Appstore-Ära? Nicht unbedingt, auch wenn der Hype vorbei scheint. So wird der Anteil Europas am weltweiten App-Geschäft wird kleiner. Machte die EU 2012 noch 25 Prozent des globalen App-Umsatzes aus, sind es 2014 nur noch 19 Prozent. Währenddessen boomt das Geschäft mit den Apps in China und Indien. Das bedeutet aber nicht, dass die Zahl der Jobs sinkt, sondern lediglich die Industrie in den Schwellenländern stärker wächst. Da dort vor allem Googles Android populär ist, wird es spannend sein zu beobachten, ob die stärkere Verbreitung auch zu mehr Jobs im Android-Kosmos sorgt.

Zu diesem Ergebnis kommt Vision Mobile in seinem neuesten Report "The European App Economy 2014". Der kommt auch zu dem Ergebnis, dass allein durch Apples App Store rund 629.000 Arbeitsplätze in Europa entstanden sind. 

Mobiler Webtraffic läuft vor allem über Apps(© 2014 Netzökonom)

Kreativität ist gefragt

Sind diese Arbeitsplätze nun bedroht durch die sinkende Bereitschaft der Nutzer, sich neue Apps zu installieren? Nicht unbedingt. Zwar werden weniger Apps installiert, doch sinkt die die Nutzung der installiert Apps nicht. Im Gegenteil: Wie Holger Schmidt errechnet hat, läuft der Großteil des mobilen Web-Traffics über die kleinen Programme. Nutzer verbringen darin mehr Zeit als im regulären Mobil-Browser.

Fassen wir zusammen: Apps haben kein Akzeptanzproblem, sondern regeln längst einen Großteil unserer Kommunikation unterwegs. Nicht von ungefähr sind WhatsApp, Facebook und Co. so beliebt - und nicht umsonst hat der blaue Riese rund 19 Milliarden Dollar für den Messenger gezahlt. Vielmehr sind die Nutzer erwachsener geworden, was den Umgang mit neuer Software angeht - wohl auch der vielen Malware-Warnungen aus dem Android-Lager sei Dank. Was sich also für App-Entwickler und Publisher ändert, das ist die extrem hohe Hürde, die eine App mittlerweile zu nehmen hat, um es in den Mainstream zu schaffen. Dass das auch im Jahr 2014 noch funktionieren kann, das hat der kuriose Messenger Yo! eindrucksvoll belegt.


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