Japan: Lieferengpässe und Verteuerung durch Erbeben und Tsunami?

Von der Erdbebenkatastrophe und dem anschließenden Tsunami sind auch zahlreiche japanische IT-Firmen betroffen.  Allein Sony musste acht Werke schließen, Canon rechnet für einen  Zeitraum von einem Monat mit Produktionsausfällen.

Branchenverband Bitkom optimistisch

Trotzdem wird es vorerst in Deutschland nicht zu Lieferengpässen kommen. Dieser Meinung ist der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Nach den vorliegenden Berichten hielten sich die Auswirkungen der Katastrophe in Japan auf den deutschen Markt in Grenzen. "Die Unternehmen bemühen sich, die Fertigung wieder in Gang zu bringen oder sie verlagern Produktionskapazitäten in andere Werke", erklärte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer am Mittwoch in Berlin.

Globalisierung schützt vor Schaden

Die japanischen Hersteller profitieren dabei von ihrem dezentralen Produktionskonzept: Viele von ihnen produzieren in der Nähe ihrer Absatzmärkte. Außerdem seien die Lieferbestände aktuell sehr hoch, meldet das Manager Magazin: Noch bis Ende März oder Anfang April soll es demnach nicht zu nennenswerten Lieferengpässen kommen.

Folgen von nuklearem Super-GAU ungewiss

Unklar ist noch, wie sich die infrastrukturellen Schäden auswirken. Vor allem die Stromknappheit könnte die Produktion dauerhaft bremsen, sollte sich die Energieversorgung nicht bald wiederherstellen lassen.

Ebenfalls nicht in der Einschätzung der Bitkom enthalten ist die weitere Entwicklung am Kernkraftwerk Fukushima 1. Die Folgen eines Super-GAU lassen sich kaum abschätzen - eine nukleare Katastrophe dürfte verheerende Folgen für die japanische Wirtschaft haben.

Engpässe nicht ausgeschlossen

"Nicht auszuschließen ist, dass es bei einzelnen Herstellern zu Engpässen bei bestimmten Teilen kommen kann", erklärte Scheer. "Im weltweiten Maßstab ist die Versorgung aber nicht gefährdet. Dies gilt, solange die Situation in Japan nicht weiter eskaliert."

Vereinzelt könnte es also doch zu Engpässen kommen - Panikmache ist jedoch unangebracht.